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Pro & Contra: Hat der Mac Pro ein Comeback verdient?

heise_ki·2026-05-27Sonstiges

Zu einer vollständigen Rechnerpalette gehört auch ein erweiterbarer Tower mit viel Platz für Laufwerke und reichlich Steckplätze, ohne tausend Strippen, die kreuz und quer über dem Tisch liegen. Idealerweise arbeiten unter der Haube ein leises, aber effizientes Kühlsystem sowie ein besonders potenter Prozessor. Apple kann dank des Ultrafusion-Interposers zwei SoCs auf Siliziumebene verbinden, warum sollen nicht auch vier oder acht dieser Chips zusammenarbeiten können? Und selbst wenn nicht, warum den stärksten Prozessor nur im Mac Studio anbieten, der keinen Platz für Erweiterungen bietet?

Sämtliche M-Chips unterstützen PCIe: Ein RAID aus mehreren PCIe-5-SSDs wäre zigmal schneller als jede Thunderbolt-5-SSD, Soundkarten würden fast ohne Latenzen arbeiten. Für professionelle Film- und Fernsehstudios – eigentlich eine Domäne von Apple und hauseigenen Programmen wie Final Cut Pro, Motion oder Compressor – sind spezielle SDI-Karten unerlässlich. Zusätzliche Grafikkarten wären nicht nur für KI oder Kryptowährungen nützlich, sondern auch für wissenschaftliche Einrichtungen und Forscher. Idealerweise sollte auch der Arbeitsspeicher nicht aufgelötet, sondern vom Anwender erweiterbar sein, aber vermutlich wird das bei Apple Silicon mit seinem Unified Memory konzeptuell unmöglich sein. Verständlicherweise möchte niemand so viel Geld für einen Mac Pro mit einem M2 Ultra ausgeben, der im Juni 2023 auf den Markt kam.

Die kleine Gruppe von wirklichen Pro-Usern, die gar nicht genug Leistung, Speicherplatz und Schnittstellen haben kann, würde einen erweiterbaren Mac Pro aber mit Handkuss nehmen. Macs sind neuerdings sehr beliebt zur Ausführung von Large Language Models (LLM): Ein Mac Pro mit einem oder mehreren M5-Ultra-Chips wäre die ideale Maschine für große KI-Modelle, statt mehrere Mac Studios über Thunderbolt zu verbinden. Kurzum: Apple stände es gut zu Gesicht, für das so umworbene professionelle Umfeld einen echten Pro-Mac anzubieten.

CONTRA

Nüchtern betrachtet spricht heute vieles gegen einen erweiterbaren Apple-Tower. Das fängt schon bei der Architektur an: Apple Silicon ist als System-on-a-Chip konzipiert. CPU, GPU, Neural Engine und Unified Memory sitzen auf einem einzigen Package. Das sorgt für enorme Effizienz, geringe Latenzen und hohe Speicherbandbreite – schließt aber Erweiterbarkeit aus. Selbst wenn man RAM nachstecken könnte, wäre dieser langsamer. Warum sollte Apple beim teuersten Profigerät Kompromisse eingehen und die Architektur aufweichen?

Zugegeben, die Möglichkeit, PCI-Grafikkarten selbst auszutauschen, wäre charmant. Das Zusammenspiel mit der ARM-Architektur wäre aber komplex. Apple hat AMD und NVIDIA längst den Rücken zugedreht. Der Konzern müsste die Grafikkartenhersteller dazu überreden, wieder Treiber für neue Chips aufzulegen. Dabei würden nur die wenigsten Nutzer von PCI-GPUs profitieren. Die integrierten GPU-Kerne von Apple Silicon sind eng mit dem Unified Memory verzahnt und für macOS, Metal und Pro-Apps optimiert. Die Ergebnisse genügen auch anspruchsvollen Nutzern. In vielen Benchmarks halten die Apple-GPUs sogar mit denen von AMD oder NVIDIA mit. Apples Effizienzvorteile beruhen auf kurzen Signalwegen und niedriger Wärmeentwicklung. Ein großer Tower mit separaten Karten, stärkerem Netzteil und aufwendiger Kühlung macht diese Vorteile teilweise zunichte.

Die Zielgruppe, für die ein voll modularer Mac Pro sinnvoll wäre, ist Apple vermutlich zu klein und würde einen hohen Support- und Entwicklungsaufwand bedeuten. Parallel hat sich das professionelle Ökosystem verändert. Speicher, I/O-Karten oder Audio-DSPs arbeiten in externen Thunderbolt-Gehäusen ebenfalls. KI läuft im Rechenzentrum. Über Protokolle von Exo Labs lassen sich mehrere Mac Studios und Mac minis lokal zu Clustern zusammenschalten. Da braucht es dann keinen großen Tower. Der Mac Pro hatte seine goldene Zeit, die Rente hat er verdient.

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Zu einer vollständigen Rechnerpalette gehört auch ein erweiterbarer Tower mit viel Platz für Laufwerke und reichlich Steckplätze, ohne tausend Strippen, die kreuz und quer über dem Tisch liegen. Idealerweise arbeiten unter der Haube ein leises, aber effizientes Kühlsystem sowie ein besonders potenter Prozessor. Apple kann dank des Ultrafusion-Interposers zwei SoCs auf Siliziumebene verbinden, warum sollen nicht auch vier oder acht dieser Chips zusammenarbeiten können? Und selbst wenn nicht, warum den stärksten Prozessor nur im Mac Studio anbieten, der keinen Platz für Erweiterungen bietet?

Sämtliche M-Chips unterstützen PCIe: Ein RAID aus mehreren PCIe-5-SSDs wäre zigmal schneller als jede Thunderbolt-5-SSD, Soundkarten würden fast ohne Latenzen arbeiten. Für professionelle Film- und Fernsehstudios – eigentlich eine Domäne von Apple und hauseigenen Programmen wie Final Cut Pro, Motion oder Compressor – sind spezielle SDI-Karten unerlässlich. Zusätzliche Grafikkarten wären nicht nur für KI oder Kryptowährungen nützlich, sondern auch für wissenschaftliche Einrichtungen und Forscher. Idealerweise sollte auch der Arbeitsspeicher nicht aufgelötet, sondern vom Anwender erweiterbar sein, aber vermutlich wird das bei Apple Silicon mit seinem Unified Memory konzeptuell unmöglich sein. Verständlicherweise möchte niemand so viel Geld für einen Mac Pro mit einem M2 Ultra ausgeben, der im Juni 2023 auf den Markt kam.

Die kleine Gruppe von wirklichen Pro-Usern, die gar nicht genug Leistung, Speicherplatz und Schnittstellen haben kann, würde einen erweiterbaren Mac Pro aber mit Handkuss nehmen. Macs sind neuerdings sehr beliebt zur Ausführung von Large Language Models (LLM): Ein Mac Pro mit einem oder mehreren M5-Ultra-Chips wäre die ideale Maschine für große KI-Modelle, statt mehrere Mac Studios über Thunderbolt zu verbinden. Kurzum: Apple stände es gut zu Gesicht, für das so umworbene professionelle Umfeld einen echten Pro-Mac anzubieten.

CONTRA

Nüchtern betrachtet spricht heute vieles gegen einen erweiterbaren Apple-Tower. Das fängt schon bei der Architektur an: Apple Silicon ist als System-on-a-Chip konzipiert. CPU, GPU, Neural Engine und Unified Memory sitzen auf einem einzigen Package. Das sorgt für enorme Effizienz, geringe Latenzen und hohe Speicherbandbreite – schließt aber Erweiterbarkeit aus. Selbst wenn man RAM nachstecken könnte, wäre dieser langsamer. Warum sollte Apple beim teuersten Profigerät Kompromisse eingehen und die Architektur aufweichen?

Zugegeben, die Möglichkeit, PCI-Grafikkarten selbst auszutauschen, wäre charmant. Das Zusammenspiel mit der ARM-Architektur wäre aber komplex. Apple hat AMD und NVIDIA längst den Rücken zugedreht. Der Konzern müsste die Grafikkartenhersteller dazu überreden, wieder Treiber für neue Chips aufzulegen. Dabei würden nur die wenigsten Nutzer von PCI-GPUs profitieren. Die integrierten GPU-Kerne von Apple Silicon sind eng mit dem Unified Memory verzahnt und für macOS, Metal und Pro-Apps optimiert. Die Ergebnisse genügen auch anspruchsvollen Nutzern. In vielen Benchmarks halten die Apple-GPUs sogar mit denen von AMD oder NVIDIA mit. Apples Effizienzvorteile beruhen auf kurzen Signalwegen und niedriger Wärmeentwicklung. Ein großer Tower mit separaten Karten, stärkerem Netzteil und aufwendiger Kühlung macht diese Vorteile teilweise zunichte.

Die Zielgruppe, für die ein voll modularer Mac Pro sinnvoll wäre, ist Apple vermutlich zu klein und würde einen hohen Support- und Entwicklungsaufwand bedeuten. Parallel hat sich das professionelle Ökosystem verändert. Speicher, I/O-Karten oder Audio-DSPs arbeiten in externen Thunderbolt-Gehäusen ebenfalls. KI läuft im Rechenzentrum. Über Protokolle von Exo Labs lassen sich mehrere Mac Studios und Mac minis lokal zu Clustern zusammenschalten. Da braucht es dann keinen großen Tower. Der Mac Pro hatte seine goldene Zeit, die Rente hat er verdient.