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Figure AI lässt seine Roboter 200 Stunden am Stück arbeiten

heise_ki·2026-05-26RobotikAnwendungenWirtschaft

200 Stunden ohne Hardware-Problem: Das US-Unternehmen Figure AI hat drei humanoide Roboter vom Typ Figure 03 (F.03) acht Tage lang an einem Fließband Pakete sortieren lassen. Das schafften die Roboter ohne eine Störung.

Die Roboter standen an einem Fließband mit Paketen. Sie sollten darauf den Barcode suchen, das Paket nehmen und umdrehen, sodass der Barcode unten liegt. Eine Kamera beobachtete sie dabei und streamte ins Internet. Die Zuschauer gaben den dreien die Namen Bob, Jim und Rose.

Ursprünglich war eine Acht-Stunden-Schicht geplant. Daraus wurden zunächst 20 und schließlich 200 Stunden, in denen die drei 249.560 Pakete bearbeiteten. Dabei sei es zu keinem Ausfall gekommen, teilte Figure-AI-Chef Brett Adcock über den Kurznachrichtendienst X mit. Es traten allerdings kleinere Fehler auf, etwa dass ein Roboter ein Paket auf den Boden fallen ließ oder eines nicht richtig auf das Band legte.

Ablösung bei niedrigem Akkustand

Die Roboter rotierten bei der Arbeit: Neigte sich der Ladestand des Akkus dem Ende zu, wurde er automatisch von einem anderen abgelöst. Er begab sich dann zu einer drahtlosen Ladestation, um sich auf seinen nächsten Einsatz vorzubereiten. Der Akku des F.03 hält etwa vier Stunden durch.

Die Idee zu der Aktion entstand, als der Robotiker Scott Walter Figure AI aufforderte, die Leistungsfähigkeit des F.03 zu demonstrieren. Nachdem am ersten Tag aber keine Störungen auftraten, wurde der Test ausgeweitet. „Das ist Neuland“, kommentierte Adcock.

Zuvor hatte das Unternehmen einen Praktikanten gegen den Roboter antreten lassen: Beide sollten in einer 10-Stunden-Schicht Pakete sortieren. Der Roboter schaffte 12.732 Pakete, was einer Zeit von 2,83 Sekunden pro Paket entspricht. Der Praktikant schlug ihn knapp mit 12.924 Paketen – das sind 2,79 Sekunden pro Paket –, war allerdings körperlich deutlich gestresst. Aber, so kommentierte Adcock: „Das ist das letzte Mal, dass ein Mensch gewinnt.“

Figure 03 ist ein humanoider Roboter, der etwa 1,70 Meter groß ist und gut 60 Kilogramm wiegt. Gesteuert wird er von einem KI-System mit der Bezeichnung Helix 02, das Figure AI selbst entwickelt hat. Die Vorgänger Figure 01 und Figure 02 sind bereits seit einiger Zeit im Einsatz in der Industrie.

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200 Stunden ohne Hardware-Problem: Das US-Unternehmen Figure AI hat drei humanoide Roboter vom Typ Figure 03 (F.03) acht Tage lang an einem Fließband Pakete sortieren lassen. Das schafften die Roboter ohne eine Störung.

Die Roboter standen an einem Fließband mit Paketen. Sie sollten darauf den Barcode suchen, das Paket nehmen und umdrehen, sodass der Barcode unten liegt. Eine Kamera beobachtete sie dabei und streamte ins Internet. Die Zuschauer gaben den dreien die Namen Bob, Jim und Rose.

Ursprünglich war eine Acht-Stunden-Schicht geplant. Daraus wurden zunächst 20 und schließlich 200 Stunden, in denen die drei 249.560 Pakete bearbeiteten. Dabei sei es zu keinem Ausfall gekommen, teilte Figure-AI-Chef Brett Adcock über den Kurznachrichtendienst X mit. Es traten allerdings kleinere Fehler auf, etwa dass ein Roboter ein Paket auf den Boden fallen ließ oder eines nicht richtig auf das Band legte.

Ablösung bei niedrigem Akkustand

Die Roboter rotierten bei der Arbeit: Neigte sich der Ladestand des Akkus dem Ende zu, wurde er automatisch von einem anderen abgelöst. Er begab sich dann zu einer drahtlosen Ladestation, um sich auf seinen nächsten Einsatz vorzubereiten. Der Akku des F.03 hält etwa vier Stunden durch.

Die Idee zu der Aktion entstand, als der Robotiker Scott Walter Figure AI aufforderte, die Leistungsfähigkeit des F.03 zu demonstrieren. Nachdem am ersten Tag aber keine Störungen auftraten, wurde der Test ausgeweitet. „Das ist Neuland“, kommentierte Adcock.

Zuvor hatte das Unternehmen einen Praktikanten gegen den Roboter antreten lassen: Beide sollten in einer 10-Stunden-Schicht Pakete sortieren. Der Roboter schaffte 12.732 Pakete, was einer Zeit von 2,83 Sekunden pro Paket entspricht. Der Praktikant schlug ihn knapp mit 12.924 Paketen – das sind 2,79 Sekunden pro Paket –, war allerdings körperlich deutlich gestresst. Aber, so kommentierte Adcock: „Das ist das letzte Mal, dass ein Mensch gewinnt.“

Figure 03 ist ein humanoider Roboter, der etwa 1,70 Meter groß ist und gut 60 Kilogramm wiegt. Gesteuert wird er von einem KI-System mit der Bezeichnung Helix 02, das Figure AI selbst entwickelt hat. Die Vorgänger Figure 01 und Figure 02 sind bereits seit einiger Zeit im Einsatz in der Industrie.

Wie 2021 bei LLMs: Google-Forscher über die Zukunft der Weltmodelle

heise_ki·2026-05-25ForschungModelleRobotik

World models, auf deutsch: Weltmodelle – schon die Bezeichnung klingt monumental. Mit solchen Echtzeit-KI-Modellen wie Project Genie geht Google weit über das hinaus, was Foto- und Video-KI-Modelle leisten. Diese liefern Momentaufnahmen, aber keine Nachbildung der Welt, die sich Interaktionen dynamisch anpasst. Viele dürften bei dem Gedanken zunächst an künftige Spielewelten denken, die auf Zuruf jeden dazu in die Lage versetzen, seine Wunschspiele zu erschaffen. Doch dem Forschungsteam geht es primär um etwas anderes: Hier denkt man vor allem an Einsatzzwecke in der Robotik oder an einen Simulator, um Katastrophen zu simulieren.

Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O wurde die Erweiterung des 3D-Weltgenerators um echte Orte aus Street View angekündigt. Im Gespräch mit heise online erklärten Genie-Forscher Jack Parker-Holder und Diego Rivas, Group Product Manager bei Google DeepMind, wo das Modell aktuell steht.

Was ist ein World Model?

Der Ansatz klingt simpel, ist technisch aber anspruchsvoll: Genie lernt, wie sich eine Welt in Abhängigkeit von Aktionen verändert. Man drückt eine Taste – links, rechts, vorwärts –, und das Modell berechnet den nächsten Frame der Welt. „Es ist mehr ein Language-Model als ein klassisches Videomodell“, erklärt Forschungsleiter Jack Parker-Holder. Klassische Videogeneratoren produzieren ein ganzes Video auf einmal – Genie generiert Frame für Frame, kausal und interaktiv.

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World models, auf deutsch: Weltmodelle – schon die Bezeichnung klingt monumental. Mit solchen Echtzeit-KI-Modellen wie Project Genie geht Google weit über das hinaus, was Foto- und Video-KI-Modelle leisten. Diese liefern Momentaufnahmen, aber keine Nachbildung der Welt, die sich Interaktionen dynamisch anpasst. Viele dürften bei dem Gedanken zunächst an künftige Spielewelten denken, die auf Zuruf jeden dazu in die Lage versetzen, seine Wunschspiele zu erschaffen. Doch dem Forschungsteam geht es primär um etwas anderes: Hier denkt man vor allem an Einsatzzwecke in der Robotik oder an einen Simulator, um Katastrophen zu simulieren.

Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O wurde die Erweiterung des 3D-Weltgenerators um echte Orte aus Street View angekündigt. Im Gespräch mit heise online erklärten Genie-Forscher Jack Parker-Holder und Diego Rivas, Group Product Manager bei Google DeepMind, wo das Modell aktuell steht.

Was ist ein World Model?

Der Ansatz klingt simpel, ist technisch aber anspruchsvoll: Genie lernt, wie sich eine Welt in Abhängigkeit von Aktionen verändert. Man drückt eine Taste – links, rechts, vorwärts –, und das Modell berechnet den nächsten Frame der Welt. „Es ist mehr ein Language-Model als ein klassisches Videomodell“, erklärt Forschungsleiter Jack Parker-Holder. Klassische Videogeneratoren produzieren ein ganzes Video auf einmal – Genie generiert Frame für Frame, kausal und interaktiv.