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kuratierte KI-Nachrichten, übersetzt und thematisch geordnet

Fehler in Docker Model Runner erlaubt Sandboxausbruch unter macOS

Nutzen Angreifer eine Sicherheitslücke in Docker unter macOS erfolgreich aus, können sie aus der Sandbox ausbrechen und Schadcode im Hostsystem ausführen. Eine dagegen gerüstete Version steht zum Download bereit. Die Sicherheitslücke In einer Warnmeldung erläutern die Entwickler,…
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Nutzen Angreifer eine Sicherheitslücke in Docker unter macOS erfolgreich aus, können sie aus der Sandbox ausbrechen und Schadcode im Hostsystem ausführen. Eine dagegen gerüstete Version steht zum Download bereit.

Die Sicherheitslücke

In einer Warnmeldung erläutern die Entwickler, dass die Schwachstelle (CVE-2026-5843 „hoch“) in Docker Model Runner zum Laden und Ausführen von lokalen LLMs steckt. Darüber können Angreifer die Komponente dazu bringen, ein mit Schadcode verseuchtes KI-Modell zu laden. Dafür müssen sie aber über ein Netzwerk Zugriff auf Container haben.

Das Sicherheitsproblem liegt konkret im Umgang mit Python-Code in diesem Kontext. Weil keine Überprüfung stattfindet, wird ein LLM ohne Sicherheitsabfrage direkt geladen. Unter macOS handhabt Apples MLX-Framework lokale KI-Modelle. In diesem Fall liest MLX die config.json

und führt malicious_script.py

direkt aus. Weil MLX außerhalb der Docker-Umgebung ohne Sandbox direkt auf Systemebene läuft, können Angreifer eigenen Code mit den Rechten des Nutzers ausführen können.

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Die Entwickler geben an, dass Docker ab Version 4.56.0 bedroht ist. Sie versichern, die Sicherheitsproblematik in der Ausgabe 4.71.0 gelöst zu haben. Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Lücke bereits ausnutzen. Die Version ist bereits seit April dieses Jahres verfügbar. Konkrete Informationen zur Lücke sind aber erst seit Kurzem bekannt.

Aktuell ist die Ausgabe 4.75.0, in der die Entwickler unter macOS und Windows verschiedene Bugs ausgebügelt haben. In 4.72.0 haben sie die Linux-Kernel-Sicherheitslücke „Copy Fail“ (CVE-2026-31432 „hoch“) geschlossen. Die Copy-Fail-Schwachstelle wird bereits ausgenutzt und Angreifer kompromittieren darüber Systeme als root-Nutzer. Demzufolge sollten Admins sicherstellen, dass auf ihren Systemen eine aktuelle Ausgabe installiert ist.

(des)

Dell AI Factory 2.0: Neue Server mit Nvidia B300 und eigenes Dateisystem

Auf seiner Hausmesse hat Dell neue und erweiterte Integrationen mit Nvidia, Intel, Google, Cohere, Hugging Face, Palantir und ServiceNow vorgestellt. Hinzu kamen Erweiterungen der Dell AI Data Platform, das Dell Data Lakehouse und das neue parallele Dateisystem Project Lightning.…
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Auf seiner Hausmesse hat Dell neue und erweiterte Integrationen mit Nvidia, Intel, Google, Cohere, Hugging Face, Palantir und ServiceNow vorgestellt. Hinzu kamen Erweiterungen der Dell AI Data Platform, das Dell Data Lakehouse und das neue parallele Dateisystem Project Lightning. Damit soll die KI näher an die Unternehmensdaten gebracht werden. Laut Michael Dell planen 85 Prozent der Firmen, generative KI-Workloads innerhalb der nächsten 24 Monate on-premises auszuführen.

Mehr On-Prem-Modelle und Partnerstacks

Zentraler Baustein bleibt die Dell AI Factory mit Nvidia. Dell hat dazu Version 2.0 angekündigt. Sie kombiniert neue KI-Server, Netzwerk, Storage, Kühlung, Managed Services und Softwarekomponenten für Training, Inferenz und agentische KI. Dazu gehören unter anderem die PowerEdge-Systeme XE9780L und XE9785L mit jeweils acht Nvidia-B300-Beschleunigern sowie Support für Nvidia RTX Pro 6000. Daneben erweitert Dell die AI Factory um Intel-Gaudi-3-Beschleuniger und den PowerEdge XE9680. Dell positioniert die Plattform als validierte Komplettlösung mit PowerEdge-Servern, PowerScale-Storage, PowerSwitch-Netzwerk, Services und einem Open-Source-Softwarestack, beispielsweise PyTorch, Kubernetes, Grafana und Prometheus.

Auch bei Modellen und Agentenplattformen baut Dell das Angebot aus. Gemeinsam mit Google Cloud sollen Gemini-Modelle on-premises bereitgestellt werden. Die Lösung steht exklusiv für Dell-Kunden zur Verfügung und soll mehr Kontrolle über Daten und Infrastruktur ermöglichen. Mit Cohere bringt Dell außerdem die Agentenplattform Cohere North auf die eigene Infrastruktur. North soll sich mit Dell-Storage und allen Datenquellen verbinden lassen.

Als validierte On-Prem-Lösungen nennt Dell unter anderem Hugging Face, Palantir, Reflection, ServiceNow und SpaceXAI. Hinzu kommen validierte KI-Lösungen mit Mistral, Fogsphere, Ipsotek, UneeQ Digital Humans und Poolside, die über den Katalog der Dell Automation Platform bereitgestellt werden können. Damit deckt Dell ein breites Spektrum ab: Modelle, Agentenplattformen, Entwicklungswerkzeuge, Workflow-Automation, Computer Vision und verschiedene Formen des Datenzugriffs.

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On-Prem-Modelle allein lösen das zentrale Problem allerdings nicht: Agenten, RAG-Anwendungen und domänenspezifische Modelle benötigen Zugriff auf bereinigte, auffindbare und schnell verfügbare Daten. Diese liegen häufig verteilt in File- und Object-Stores, Datenbanken, ERP- und CRM-Systemen oder an Edge-Standorten. Hier setzt Dell mit der erweiterten AI Data Platform an. Sie soll Datenquellen erschließen, Datenflüsse beschleunigen und Unternehmensdaten für KI-Anwendungen besser nutzbar machen. In der Keynote beschrieb Dell-COO Jeff Clarke die Plattform als neues Element der AI Factory. Sie soll helfen, Daten für KI-Workflows vorzubereiten, zu organisieren, zu verarbeiten und zu schützen.

Lakehouse, PowerScale und ObjectScale

Ein Baustein der AI Data Platform ist das Dell Data Lakehouse. Es kombiniert die Skalierbarkeit und Kosteneffizienz eines Data Lake mit der Struktur und Zuverlässigkeit eines Data Warehouse. Eine föderierte Query Engine soll Daten über verschiedene Umgebungen hinweg auffindbar, analysierbar und verarbeitbar machen. Zudem soll sie helfen, die Orchestrierung für Agenten zu automatisieren.

Als Storage-Grundlage nennt Dell PowerScale und ObjectScale. PowerScale ist für File- und Object-Storage für unstrukturierte Daten und KI-Analysen zuständig, ObjectScale S3-kompatible Object-Workloads. Dell hatte bereits kurz vor der Veranstaltung angekündigt, PowerFlex in Dell Exascale Storage einzubinden. Damit deckt die Architektur Blockzugriffe über PowerFlex, File-Workloads über PowerScale und Lightning sowie Object-Storage über ObjectScale ab.

Für KI-Anwendungen ist diese Trennung relevant, weil Trainings-, Inferenz- und RAG-Workloads häufig andere Datenpfade benötigen als klassische Unternehmensanwendungen. Während ERP- und Datenbankdaten oft blockbasiert verarbeitet werden, dominieren bei vielen KI-Workloads unstrukturierte Daten, File- und Object-Zugriffe, Vektorindizes, Metadaten und Kontextinformationen.

Lightning File System für GPU-Workloads

Mit Project Lightning kündigte Dell ein neues paralleles Dateisystem für KI- und HPC-Workloads an. Es ist für hohen Durchsatz, niedrige Latenz und parallele Zugriffe vieler GPU-Knoten ausgelegt. Dell nennt als Einsatzfelder unter anderem Training, Inferenz, Checkpointing, Key-Value-Caching und Metadatenanalysen. Pro Node verspricht Dell 97 GByte/s Random-Read-Durchsatz und 97 Prozent Bandbreiteneffizienz. Die Architektur nutzt RDMA-Netzwerke und unterstützt Nvidia GPUDirect Storage. Damit soll Lightning einen 67 Prozent schnelleren Datenzugriff und einen doppelt so hohen Durchsatz gegenüber dem Wettbewerb erreichen.

Zusätzlich arbeitet Dell mit Nvidia an einer hochskalierbaren Caching-Lösung für beschleunigte Inferenz. Sie integriert sich mit Nvidias NIXL-Bibliothek und zielt auf agentische Workloads sowie Reasoning-Modelle mit langen Denk- und Kontextphasen. Dell nennt dafür bis zu 100-mal mehr Tokens pro Sekunde und 80 Prozent geringere Latenz.

Eine On-Prem-Plattform für die ganze KI

Dell entwickelt seine AI Factory von einer reinen GPU- und Infrastrukturplattform zu einer umfassenden Umgebung für Enterprise-KI. Die Partnerstacks liefern Modelle, Agenten und Integrationen; die AI Data Platform organisiert und beschleunigt den Zugriff auf Unternehmensdaten. Das passt zum On-Prem-Trend: KI soll dort laufen, wo Daten, Latenzanforderungen, Zugriffsrechte und Governance-Vorgaben liegen.

Doch ob das in heterogenen Umgebungen funktioniert, hängt weniger vom Modellkatalog als von Datenqualität, Governance, Zugriffsrechten und den tatsächlichen Datenpfaden ab. Dell liefert dafür zwar mehr Bausteine, die eigentliche Arbeit bleibt jedoch die gleiche: Unternehmen müssen wissen, welche Daten sie haben, wie relevant sie im Einzelfall sind und ob sie für KI überhaupt brauchbar sind.

(fo)

KI-Boom treibt Nvidias Taiwan-Ausgaben in drei Jahren von 15 auf 150 Milliarden Dollar

the_decoder·2026-05-27WirtschaftInfrastruktur
KI-Boom treibt Nvidias Taiwan-Ausgaben in drei Jahren von 15 auf 150 Milliarden Dollar Nvidia gibt mittlerweile bis zu 150 Milliarden US-Dollar pro Jahr für seine Zulieferer wie TSMC in Taiwan aus. Vor drei oder vier Jahren seien es nur 10 bis 15 Milliarden Dollar jährlich gewese…
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KI-Boom treibt Nvidias Taiwan-Ausgaben in drei Jahren von 15 auf 150 Milliarden Dollar

Nvidia gibt mittlerweile bis zu 150 Milliarden US-Dollar pro Jahr für seine Zulieferer wie TSMC in Taiwan aus. Vor drei oder vier Jahren seien es nur 10 bis 15 Milliarden Dollar jährlich gewesen. Das sagte CEO Jensen Huang bei einem Firmentreffen in Taipei, laut Nikkei Asia.

Nvidia plant zudem, die Belegschaft in Taiwan von derzeit 1.000 auf 4.000 Mitarbeiter zu vervierfachen. Dafür entsteht in Taipei ein neuer Firmenkomplex namens Constellation, dessen Bau Ende 2026 starten und 2030 fertig sein soll. Das Konzept soll später am neuen kalifornischen Hauptsitz wiederholt werden.

Konkurrent AMD will ebenfalls stärker in Taiwan investieren. AMD-Chefin Lisa Su kündigte mehr als 10 Milliarden Dollar für Taiwans Chip-Ökosystem an, vor allem um Kapazität für fortschrittliches Packaging zu sichern.

Die Summe ist jedoch nicht direkt mit Nvidias Ausgaben vergleichbar: AMD nennt eine mehrjährige Investition in zusätzliche Kapazität, während Huang über Nvidias laufende jährliche Ausgaben bei taiwanischen Zulieferern sprach.

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Pro & Contra: Hat der Mac Pro ein Comeback verdient?

heise_ki·2026-05-27Sonstiges
Power Mac, dann Mac Pro: Lange war ein Tower auch bei Apple die erste Wahl für Profis. Doch das Flaggschiff fristete zuletzt nur noch ein Nischendasein, das nicht mehr auf aktuellem Stand war. Ende März hat Apple die Produktreihe kurzerhand ganz abgekündigt. Für besonders anspruc…
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Power Mac, dann Mac Pro: Lange war ein Tower auch bei Apple die erste Wahl für Profis. Doch das Flaggschiff fristete zuletzt nur noch ein Nischendasein, das nicht mehr auf aktuellem Stand war. Ende März hat Apple die Produktreihe kurzerhand ganz abgekündigt. Für besonders anspruchsvolle Nutzer bleiben MacBook Pro und der Mac Studio. Reicht das neue Line-Up aus?

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PRO

Zu einer vollständigen Rechnerpalette gehört auch ein erweiterbarer Tower mit viel Platz für Laufwerke und reichlich Steckplätze, ohne tausend Strippen, die kreuz und quer über dem Tisch liegen. Idealerweise arbeiten unter der Haube ein leises, aber effizientes Kühlsystem sowie ein besonders potenter Prozessor. Apple kann dank des Ultrafusion-Interposers zwei SoCs auf Siliziumebene verbinden, warum sollen nicht auch vier oder acht dieser Chips zusammenarbeiten können? Und selbst wenn nicht, warum den stärksten Prozessor nur im Mac Studio anbieten, der keinen Platz für Erweiterungen bietet?

Sämtliche M-Chips unterstützen PCIe: Ein RAID aus mehreren PCIe-5-SSDs wäre zigmal schneller als jede Thunderbolt-5-SSD, Soundkarten würden fast ohne Latenzen arbeiten. Für professionelle Film- und Fernsehstudios – eigentlich eine Domäne von Apple und hauseigenen Programmen wie Final Cut Pro, Motion oder Compressor – sind spezielle SDI-Karten unerlässlich. Zusätzliche Grafikkarten wären nicht nur für KI oder Kryptowährungen nützlich, sondern auch für wissenschaftliche Einrichtungen und Forscher. Idealerweise sollte auch der Arbeitsspeicher nicht aufgelötet, sondern vom Anwender erweiterbar sein, aber vermutlich wird das bei Apple Silicon mit seinem Unified Memory konzeptuell unmöglich sein. Verständlicherweise möchte niemand so viel Geld für einen Mac Pro mit einem M2 Ultra ausgeben, der im Juni 2023 auf den Markt kam.

Die kleine Gruppe von wirklichen Pro-Usern, die gar nicht genug Leistung, Speicherplatz und Schnittstellen haben kann, würde einen erweiterbaren Mac Pro aber mit Handkuss nehmen. Macs sind neuerdings sehr beliebt zur Ausführung von Large Language Models (LLM): Ein Mac Pro mit einem oder mehreren M5-Ultra-Chips wäre die ideale Maschine für große KI-Modelle, statt mehrere Mac Studios über Thunderbolt zu verbinden. Kurzum: Apple stände es gut zu Gesicht, für das so umworbene professionelle Umfeld einen echten Pro-Mac anzubieten. (jes)

CONTRA

Nüchtern betrachtet spricht heute vieles gegen einen erweiterbaren Apple-Tower. Das fängt schon bei der Architektur an: Apple Silicon ist als System-on-a-Chip konzipiert. CPU, GPU, Neural Engine und Unified Memory sitzen auf einem einzigen Package. Das sorgt für enorme Effizienz, geringe Latenzen und hohe Speicherbandbreite – schließt aber Erweiterbarkeit aus. Selbst wenn man RAM nachstecken könnte, wäre dieser langsamer. Warum sollte Apple beim teuersten Profigerät Kompromisse eingehen und die Architektur aufweichen?

Zugegeben, die Möglichkeit, PCI-Grafikkarten selbst auszutauschen, wäre charmant. Das Zusammenspiel mit der ARM-Architektur wäre aber komplex. Apple hat AMD und NVIDIA längst den Rücken zugedreht. Der Konzern müsste die Grafikkartenhersteller dazu überreden, wieder Treiber für neue Chips aufzulegen. Dabei würden nur die wenigsten Nutzer von PCI-GPUs profitieren. Die integrierten GPU-Kerne von Apple Silicon sind eng mit dem Unified Memory verzahnt und für macOS, Metal und Pro-Apps optimiert. Die Ergebnisse genügen auch anspruchsvollen Nutzern. In vielen Benchmarks halten die Apple-GPUs sogar mit denen von AMD oder NVIDIA mit. Apples Effizienzvorteile beruhen auf kurzen Signalwegen und niedriger Wärmeentwicklung. Ein großer Tower mit separaten Karten, stärkerem Netzteil und aufwendiger Kühlung macht diese Vorteile teilweise zunichte.

Die Zielgruppe, für die ein voll modularer Mac Pro sinnvoll wäre, ist Apple vermutlich zu klein und würde einen hohen Support- und Entwicklungsaufwand bedeuten. Parallel hat sich das professionelle Ökosystem verändert. Speicher, I/O-Karten oder Audio-DSPs arbeiten in externen Thunderbolt-Gehäusen ebenfalls. KI läuft im Rechenzentrum. Über Protokolle von Exo Labs lassen sich mehrere Mac Studios und Mac minis lokal zu Clustern zusammenschalten. Da braucht es dann keinen großen Tower. Der Mac Pro hatte seine goldene Zeit, die Rente hat er verdient. (hze)

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Zuletzt bei Pro & Contra: Hat Apple iWork zerstört?

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(hze)

China verwandelt sein altes Kameranetz in einen Apparat für automatisierte Massenüberwachung

the_decoder·2026-05-27GesellschaftSicherheitAnwendungen
China verwandelt sein altes Kameranetz in einen Apparat für automatisierte Massenüberwachung Kurz & Knapp - Lokale Behörden in China rüsten ihr landesweites Überwachungssystem auf, indem sie Kameras mit Computer Vision und Sprachmodellen von Herstellern wie Hikvision und Huawei a…
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China verwandelt sein altes Kameranetz in einen Apparat für automatisierte Massenüberwachung

Kurz & Knapp

- Lokale Behörden in China rüsten ihr landesweites Überwachungssystem auf, indem sie Kameras mit Computer Vision und Sprachmodellen von Herstellern wie Hikvision und Huawei ausstatten.

- Die neuen Systeme ermöglichen es der Polizei, Videomaterial gezielt per Texteingabe zu durchsuchen, und können automatisch Auffälligkeiten wie Menschenansammlungen, unbefugten Zutritt oder suizidales Verhalten erkennen.

- Die Modernisierung folgt einer sicherheitspolitischen Direktive aus dem Jahr 2024 zur Vorhersage potenzieller Unruhen und weckt bei Menschenrechtsexperten die Sorge vor einer beispiellosen Überwachung des menschlichen Verhaltens in großem Maßstab.

Lokale Behörden in China statten Millionen alter Kameras mit Computer Vision und Sprachmodellen aus. Polizisten sollen Videomaterial künftig per Texteingabe durchsuchen und Unruhen vorhersagen.

China modernisiert sein landesweites Überwachungssystem mit generativer KI und gibt Polizeibehörden damit deutlich mehr Befugnisse zur automatisierten Verhaltensanalyse und Vorhersage potenzieller Unruhen. Das berichtet die Financial Times nach Auswertung von mehr als einem Dutzend Ausschreibungsdokumenten und Gesprächen mit Branchenkennern.

Gesichtserkennung, Kennzeichenscans und klassische Computer Vision setzt China seit Mitte der 2010er-Jahre flächendeckend ein. Das alte Netz war jedoch auf die Identifikation einzelner Personen ausgelegt, lief auf veralteter Hardware und schickte Material zur Auswertung in zentrale Rechenzentren. "Chinas altes Überwachungssystem ist reaktiv. Es ist nicht gut darin, die Absichten von Personen zu erahnen und zu verstehen, die nicht ausdrücklich überwacht werden", sagt Minxin Pei vom Claremont McKenna College gegenüber der FT.

Hersteller wie Hikvision und Huawei liefern laut dem Bericht inzwischen Kameras mit integrierter Computer Vision und Sprachmodellen. Die Systeme sollen erratisches Fahren, Menschenansammlungen, unbefugten Zutritt oder suizidales Verhalten an Brücken erkennen und Alarme auslösen. Die neueste Hikvision-Generation erlaubt es laut dem Bericht Beamten, Aufnahmen per Texteingabe zu durchsuchen, etwa nach "einer Frau mit rotem Hut".

"Die Polizei muss das Material nicht mehr manuell sichten. Sie füttert das System mit einem Text-Prompt, und es findet die Aufnahmen", sagte ein Hikvision-Manager der FT. Hikvision selbst erklärte, die Produkte digitalisierten "Routineaufgaben, die zuvor stark auf manueller Überprüfung beruhten".

Kleinere Budgets, gezielter Ausbau

Ein Beschaffungsdokument aus Yaodu in Sichuan sieht laut der FT etwa 175 HD-Kameras mit "intelligenter Videoanalyse" vor. Eine Ausschreibung der Polizei in Datong listet Hikvision-Kameras, die Geschlecht, Körperhaltung und Kleidung identifizieren. Die ersten Einsätze konzentrierten sich auf dicht besiedelte Stadtgebiete sowie Zonen um Militär- und Regierungsgebäude. Andere Behörden behalten bereits installierte Kameras, tauschen aber die Zwischenserver gegen "AI PCs" aus, die Video lokal verarbeiten und auch Cloud-Kosten senken sollen.

Die Aufrüstung folgt einer Direktive von Minister für öffentliche Sicherheit Wang Xiaohong aus dem Jahr 2024, die nach einer Serie von Gewalttaten erlassen wurde, die Fachleute auf eine durch Pandemielockdowns und schwächelnde Wirtschaft verstärkte mentale Gesundheitskrise zurückführen. Diese Vorfälle hätten "die Grenzen des derzeitigen Überwachungsapparats" offengelegt, so Pei. Maya Wang von Human Rights Watch warnt, die "Philosophie hinter Chinas Überwachungssystem wird umfassender". Generative KI und Computer Vision verschafften den Behörden "eine beispiellose Kapazität, Verhalten in großem Maßstab zu überwachen".

In einem Policy-Papier warnte Anthropic kürzlich, dass China bei weiter schließender Compute-Lücke bis 2028 nicht nur technologisch aufholen, sondern auch KI-gestützte Überwachung und Repression skalieren könnte.

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Vom Job-Killer zum Produktivitäts-Booster: OpenAI- und Anthropic-Chefs kassieren ihre KI-Apokalypse-Warnungen ein

the_decoder·2026-05-27WirtschaftGesellschaftForschung
Vom Job-Killer zum Produktivitäts-Booster: OpenAI- und Anthropic-Chefs kassieren ihre KI-Apokalypse-Warnungen ein Sam Altman und Dario Amodei rudern bei ihren Prophezeiungen zur KI-Jobapokalypse zurück, pünktlich zu milliardenschweren Börsengängen. Das Wirtschaftsmagazin Fortune …
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Vom Job-Killer zum Produktivitäts-Booster: OpenAI- und Anthropic-Chefs kassieren ihre KI-Apokalypse-Warnungen ein

Sam Altman und Dario Amodei rudern bei ihren Prophezeiungen zur KI-Jobapokalypse zurück, pünktlich zu milliardenschweren Börsengängen.

Das Wirtschaftsmagazin Fortune zeichnet nach, wie sich der Ton der beiden CEOs in den vergangenen Wochen verschoben hat. In einem Interview mit Commonwealth-Bank-Chef Matt Comyn sagt OpenAI-CEO Sam Altman: "Ich bin entzückt, dass ich damit falsch lag. Ich dachte, es gäbe inzwischen mehr Auswirkungen auf Einstiegspositionen im Bürobereich, als tatsächlich passiert ist."

Noch im Juni 2025 hatte Altman vor dem Wegfall ganzer Berufsgruppen gewarnt, Anthropic-CEO Dario Amodei sogar die Hälfte aller White-Collar-Jobs als gefährdet bezeichnet. Inzwischen formuliert Amodei Automatisierung als Produktivitäts-Multiplikator: "Wenn man 90 Prozent der Arbeit automatisiert, machen alle die restlichen 10 Prozent", die sich dann auf 100 Prozent ausweiteten.

Beide Firmen bereiten Börsengänge mit jeweils einer Billion Dollar Bewertung vor. Das Yale Budget Lab fand bislang keine signifikanten Veränderungen bei stark KI-exponierten Berufen. Zur Arbeitsmarktfrage passt auch eine Studie, laut der die Jobkrise bei Codern, Textern und anderen KI-exponierten Berufen schon vor ChatGPT begann, ein Hinweis darauf, dass einfache Erzählungen von der direkten KI-Jobapokalypse bislang zu kurz greifen.

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heise-Angebot: CLC 2026: KI-Agenten, Platform Engineering und Software Delivery im Fokus

Bei der von iX und dpunkt.verlag organisierten Konferenz CLC 2026 dreht sich vom 10. bis 12. November in Mannheim alles um die Bereiche Developer Experience, Platform Engineering und Software Delivery. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr darauf, wie Agentic AI die Arbeit vo…
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Bei der von iX und dpunkt.verlag organisierten Konferenz CLC 2026 dreht sich vom 10. bis 12. November in Mannheim alles um die Bereiche Developer Experience, Platform Engineering und Software Delivery. Ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr darauf, wie Agentic AI die Arbeit von Senior-Softwareentwicklern, Software-Architekten, DevOps- und Platform Engineers verändert und wie sich digitale Souveränität nachhaltig erreichen lässt.

Die Veranstaltung beginnt am Dienstag, dem 10. November, mit drei ganztägigen Vor-Ort-Workshops. Daniel Bodky (NETWAYS) führt unter dem Titel „Von Zero Observability zu Zero-Code Observability“ in die praktische Arbeit mit OpenTelemetry ein. Mathias Tausig und Andreas Boll (SBA Research) widmen sich den „Container Security Fundamentals“, während Hossein Salahi (Liquid Reply) in seinem Workshop den Aufbau KI-nativer Plattformen behandelt.

KI-Agenten als roter Faden durch die Konferenztage

Den inhaltlichen Auftakt in das deutsch-englische Vortragsprogramm am Mittwoch, dem 11. November, bildet die Keynote „Why SREs and AI Agents Are a Perfect Match – Real demos, real infrastructure, real failures“ von Paul Stack (System Initiative). Die anschließenden Tracks zeigen, dass KI-Agenten und ihr Zusammenspiel mit klassischen Delivery-Praktiken einen Schwerpunkt der Konferenz bilden. Steffen Schluff und Thorsten Maier (Accenture) sprechen unter dem Titel „Weniger tippen, mehr denken“ über den Einfluss von KI-Agenten auf die Developer Experience. Robert Hoffmann und Christian Denich (Amazon Web Services) berichten in „From AI-frustrated to AI-native – The Amazon Story So Far“ über die interne Transformation des Konzerns.

Rainer Stropek (software architects) argumentiert in „From DevOps to AgentOps: Why Rock-Solid CI/CD Makes You AI-Ready“, dass solide Pipelines die Voraussetzung für den produktiven Einsatz von Agenten seien. Prerit Munjal (Groupon) verknüpft KI mit dem Abbau technischer Schulden („AI at the Door, Turning ‚Tech Debt Panic‘ into ‚Tech Debt Repairs‘“). Mirko Böttcher und Oliver Zeigermann (Techniker Krankenkasse) räumen unter „Wie erkläre ich es meinem Chef?“ mit Mythen und Missverständnissen rund um GenAI, LLMs und Agenten auf. Benjamin Hofmann (Hyground) erläutert in „How an AI SRE agent can manage 20,000 workloads“ den Einsatz eines SRE-Agenten im Großbetrieb. Ergänzend ist ein „Panel on AI in Software Delivery“ angesetzt.

Am Donnerstag schildern Oliver Nocon und Lukas Heimann (SAP) im Praxisbericht „Vibe Coding im Konzern“, wie SAP KI-gestützte Entwicklung skaliert, während Mario-Leander Reimer (QAware) mit „Zero Trust Agents“ zeigt, wie sich KI-Workloads mit OPA und Kubernetes absichern lassen.

Platform Engineering, Multi-Cluster-Betrieb und GitOps

Ein zweiter inhaltlicher Block widmet sich dem Aufbau und Betrieb interner Entwicklerplattformen. Dominik Schmidle (Giant Swarm) stellt in „What Platform-as-a-Product Actually Means (And What Most Teams Get Wrong)“ Produktdenken in der Plattformentwicklung in den Mittelpunkt. Sönke Sothmann und Johannes Koch (FICO) behandeln „Kubernetes Custom Resources as Your Platform API: Declarative Self-Service with Crossplane“. Alexander Troppmann und Bruno Margula (Carl ZEISS) berichten unter „Custom-build Platform Tooling mit AI“ darüber, was in der Praxis funktioniert und was nicht. Lian Li widmet sich dem Inner Sourcing einer Internal Developer Platform und Tobias Hauser (Vodafone) beschreibt mit „Vom Betreiber zum Plattformbauer“, wie IT-Operations zur Plattformorganisation wird.

Im Kubernetes-Umfeld erläutert Nicholas Dille (Haufe) die Cluster API, Marcelo Castro (intersoft) zeigt anhand von ArgoCD, Kured und Renovate ein „wartungsarmes Kubernetes on-prem“. Manuel Zapf (codecentric) stellt in „From Clusters to Control Planes“ Ansätze für Multi-Tenancy zur Diskussion, Robin Afflerbach behandelt „Zentrale Golden Paths für Cluster-Flotten“ und das Multi-Cluster-fähige Erweitern bestehender Controller. Thorsten Wussow (Slix) widmet sich dem Flux Operator als Weg zu „GitOps im Autopilot-Modus“ und Christian Fritz (QAware) bewertet die Kubernetes Gateway API in der Praxis. Stefan Nachtrab und Mirabell Büscher (adorsys) sprechen über den Übergang „Vom Multi-Cloud-Chaos zum Knowledge Graph“ inklusive FinOps- und Compliance-Aspekten.

Sicherheit in Pipelines, Lieferkette und Laufzeit

Security zieht sich quer durch das Programm. Sujeevan Vijayakumaran (Friday Deployments) bezeichnet in seinem Talk die CI/CD-Pipeline als „Einfallstor“. Moritz Johner (Form3) ordnet „CVE Remediation“ als Platform-Engineering-Aufgabe ein. Bertram Vogel (codecentric) plädiert mit „Move Slow to Secure Things“ für einen Update-Cooldown in Projekten. Marius Shekow (SprintEins) erklärt Container Image Signing und Attestations, Daniel Bodky (NETWAYS) stellt Echtzeit-Threat-Detection mit Falco vor.

Hinzu kommen Beiträge zu Architektur und Organisation: Miriam Greis (adorsys) typisiert in „Team Topologies in the Wild“ Teamstereotypen, Daniel Raniz Raneland (factor10) widmet sich der Modernisierung von Legacy-Systemen mit dem Strangler-Fig-Pattern, Tom Asel (tangible concepts) fordert unter „Continuous Architecture“ weniger Reden und mehr Umsetzung. Ludovic Toison (Opensend) berichtet über das Skalieren von Engineering-Teams über Kontinente hinweg. Observability adressieren Tobias Hauser (Vodafone) mit einem Personas-basierten Ansatz sowie Timon Engelke und Christian Rohmann (inovex), die mit eBPF unsichtbaren Traffic in Kubernetes aufdecken wollen. Elena Kulgavaya (Source2Sea) hinterfragt mit „Your Pipeline Is Ready. Your Tests Are Not.“ den Reifegrad gängiger Teststrategien, Max Schmidt (Liquid Reply) zeigt metrikgetriebene Canary-Rollouts. Christopher Haar (upbound) und Johannes Koch (FICO) beleuchten unter „LLM FinOps“ Fehler beim GPU-Kostenvergleich.

Digitale Souveränität und Open Source

Einen weiteren Strang bildet die Diskussion um digitale Souveränität. David Sterz argumentiert in seinem Vortrag, warum Europas Cloud-Markt souverän und dezentralisiert sein sollte. Stefan Nachtrab (adorsys) liefert mit „Von GitHub nach Codeberg“ einen Erfahrungsbericht zum Plattformwechsel. Sandra Parsick und Sebastian T. Tiemann (Open Elements) hinterfragen unter „Open Source gibt es doch gratis! Warum dafür zahlen?“ verbreitete Annahmen zur Finanzierung freier Software. Ergänzend ist eine Paneldiskussion zur digitalen Souveränität angesetzt.

Maren Afflerbach (Sixt) widmet sich mit „Our Monolith has no Owners“ der Frage, wie Runtime-Analyse Abhängigkeiten in monolithischen Systemen sichtbar macht. Viktor Didenchuk (JPMorgan) thematisiert unter „Notified ≠ Understood“ die Kommunikation von Plattform-Updates an die nutzenden Teams. Nikita Golovko (Siemens) skizziert in „From Data to Decisions“ einen domänengetriebenen Weg zu industrieller KI.

Tickets zum Frühbucherpreis sichern

Mit der Freigabe des Konferenzprogramms können sich Interessierte ab sofort Tickets zum Frühbucherpreis mit 200 Euro Rabatt sichern. Bis zum 22. September kostet das Konferenzticket 1149 Euro (alle Preise zzgl. MwSt.), für das Kombiticket aus Konferenz und 1-Tages-Workshop fallen 1699 Euro an. Die ganztägigen Workshops lassen sich einzeln zum Preis von 649 Euro buchen. Teams oder Gruppen ab drei Personen erhalten im Ticketshop zudem automatisch mindestens 15 Prozent Rabatt. Schülerinnen und Schüler, Studierende und Hochschulangehörige erhalten auf Anfrage ebenfalls einen Nachlass.

Wer über den Fortgang der Konferenz informiert bleiben möchte, kann sich auf der CLC-Website für den Newsletter registrieren oder den Veranstaltern auf LinkedIn folgen – der Hashtag lautet #CLC_Conf.

(map)

Für 250 Millionen Euro: Bund schafft neue Abhängigkeiten von IT-Konzernen

netzpolitik·2026-05-27InfrastrukturWirtschaftRegulierung
Für eine dreistellige Millionensumme sollen SAP und Telekom eine „KI-Cloud“ für die öffentliche Verwaltung bauen. Digitalminister Karsten Wildberger nennt das souverän. Unabhängig wird Deutschlands Verwaltung damit nicht, warnen Opposition und Fachleute. Karsten Wildberger freut…
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Für eine dreistellige Millionensumme sollen SAP und Telekom eine „KI-Cloud“ für die öffentliche Verwaltung bauen. Digitalminister Karsten Wildberger nennt das souverän. Unabhängig wird Deutschlands Verwaltung damit nicht, warnen Opposition und Fachleute.

Karsten Wildberger freut sich auf die KI-Cloud für die Verwaltung. (Symbolbild) – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / dts Nachrichtenagentur Für 250 Millionen Euro sollen deutsche Konzerne IT-Infrastruktur für die öffentliche Verwaltung aufbauen. Im Mittelpunkt steht eine „KI-Cloud“. Das sind Server, auf denen KI-Software laufen soll.

Damit setzt Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) seinen KI-freundlichen Kurs fort. Zuletzt hatte er den Agentic AI Hub gestartet. Sogenannte KI-Agenten sollen Beamt*innen zum Beispiel dabei helfen, Dokumente auf Vollständigkeit zu prüfen. Im Gegensatz zu Sprachmodellen wie ChatGPT geben KI-Agenten nicht nur Antworten, sondern erfüllen Aufgaben mit digitalen Werkzeugen.

Die neue „KI-Cloud“ soll nun „zur zentralen Schaltstelle für die öffentliche Verwaltung werden“, erklärt das Digitalministerium. Zunächst soll die KI-Plattform KIPITZ dorthin umziehen. Die Cloud sei das „Rückgrat einer souveränen, digitalen und KI-fähigen Verwaltung“, sagt der Digitalminister. Die dafür veranschlagten 250 Millionen Euro will sein Ministerium an zwei Konsortien verteilen: 70 Prozent erhalten die Telekom-Tochter T‑Systems und SAP; weitere 30 Prozent ein Konsortium um den Wiesbadener IT-Dienstleister SVA .

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sei der Auftrag „bewusst zweigeteilt“ worden, um die Abhängigkeit von nur einem Anbieter zu umgehen. Wildberger sprach von einer „Infrastruktur, die wir selbst kontrollieren“. Telekom-Chef Tim Höttges sagte: „Zusammen sorgen wir dafür, dass Deutschland und Europa die digitale Zukunft selbst in der Hand haben.“ Das soll unter anderem mit SAPs „Business AI Platform“ geschehen. SAP-Chef Christian Klein zeigte sich zufrieden, dass seine KI-Cloud „Teil des Deutschland-Stack s“ werden soll.

Bund zahlt hunderte Millionen für Lizenzen

SAP profitiert bereits in großem Stil von Steuergeldern: Allein im Haushaltsjahr 2025 überwies der Bund an das deutsche Softwareunternehmen 110 Millionen Euro für Lizenzen und weitere 71 Millionen Euro für Produkte und Dienstleistungen. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Schriftliche Frage von Sonja Lemke von der Linksfraktion, die netzpolitik.org vorliegt.

Zum Vergleich: Im selben Jahr hat der Bund 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen ausgegeben. Die Kosten sind im Vergleich zu den beiden Vorjahren stetig gestiegen: 2023 waren es noch rund 274 Millionen Euro, ein Jahr später bereits rund 348 Millionen.

Nicht nur Lizenzen großer US-Unternehmen sind „ein wahnsinniger Kostenfaktor“, kommentiert die Abgeordnete gegenüber netzpolitik.org.

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Warnung vor Lock-in-Effekt

Die Projekte aus dem Digitalministerium zeigen: Künftig könnte vermehrt Geld an deutsche oder europäische Konzerne fließen. Das entspricht dem Tenor aus dem Gipfel zur europäischen digitalen Souveränität im November: „ buy european “, kauft in Europa ein. Kritik daran gibt es von der Opposition und von Fachleuten. Sie warnen vor neuen Abhängigkeiten durch andere Konzerne.

So kritisiert Linken-Abgeordnete Lemke: US-Konzerne hätten kein Patent darauf, Kunden von sich abhängig zu machen. Sie warnt vor dem Lock-in-Effekt – also davor, dass die Verwaltung von einem einmal gewählten Anbieter nicht mehr loskommt. Dieser Effekt richtet sich nicht danach, wo ein Unternehmen sitzt, sondern danach, wie das IT-Produkt gestaltet ist. „Wer einmal SAP nutzt, kann die eigenen Daten nicht mehr einfach zu einem anderen Anbieter umziehen“, warnt Lemke.

Deshalb fordert sie ein Umdenken: „Digitalisierung muss endlich heißen, eigene Infrastrukturen aufzubauen.“ Dafür brauche es eigene Rechenzentren sowie eigene Betriebssysteme und Software, über die die öffentliche Hand selbst verfügen kann. Die Verwaltung brauche mehr IT-Kompetenz, um weniger von externen Beraterfirmen abhängig zu sein.

Ähnlich argumentiert die Free Software Foundation Europe. Mit Blick auf die Debatte um digitale Souveränität in Deutschland pocht der gemeinnützige Verein auf das Credo „Public Money, Public Code“.

Dahinter steht der Gedanke: Wenn Bürger*innen mit ihren Steuern eine Software zahlen, dann sollte sie allen gehören und öffentlich einsehbar sein. „Nur so lässt sich die strukturelle Abhängigkeit öffentlicher Verwaltungen von proprietärer Software und ihren Herstellern beenden und technologische Souveränität erreichen.“

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Mittwoch: Starlink-Verteuerung für Drohnen, Spotify liest aus Zeitschriften vor

25.000 US-Dollar für einige Minuten Starlink-Anbindung kassiert SpaceX neuerdings vom US-Militär. Es hat keine Alternative für die Steuerung von Drohnen im Kampfgebiet. Doch die Versorgung der iranischen Bevölkerung mit Mobilfunk per Starlink war der US-Regierung zu teuer. Nicht …
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25.000 US-Dollar für einige Minuten Starlink-Anbindung kassiert SpaceX neuerdings vom US-Militär. Es hat keine Alternative für die Steuerung von Drohnen im Kampfgebiet. Doch die Versorgung der iranischen Bevölkerung mit Mobilfunk per Starlink war der US-Regierung zu teuer. Nicht teurer wird Spotify, obwohl der Streamingdienst neben Büchern nun auch Zeitschriftenartikel vorliest. Über 650 englischsprachige Beiträge bekannter Magazine gehören jetzt zur Hörbuch-Bibliothek. Damit sollen Nutzer an das Hören längerer Texte gewöhnt werden, um sie langfristig für Hörbücher zu gewinnen. Derweil sperren immer mehr Nachrichtenseiten die Wayback Machine aus – nicht nur in den USA. Denn sie befürchten, dass der bekannte Archivdienst fürs KI-Training benutzt wird. Eine Studie zeigt, dass die Zahl der Blockierer zuletzt rasant gewachsen ist – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Videos by heise

Kamikazedrohnen des US-Militärs fliegen für ein paar Minuten oder höchstens Stunden, bevor sie mit einer tödlichen Explosion in ihr Ziel auf dem Boden krachen. Für die zur Steuerung notwendige Starlink-Anbindung hat das US-Militär bislang 5000 US-Dollar bezahlt, pro Flugdrohne. Während des Angriffs auf den Iran konnte Starlink-Betreiber SpaceX seine Marktmacht ausspielen und den Preis auf fast 25.000 US-Dollar verfünffachen, wie jetzt unter Berufung auf Dokumente des US-Verteidigungsministeriums und zwei namentlich nicht genannte Eingeweihte berichtet wird. Der Preis von knapp 25.000 Dollar ist demnach der monatliche Tarif für Starlink-Terminals in Flugzeugen. SpaceX setzt ihn jetzt auch für Kamikazedrohnen durch: Neuer Starlink-Tarif von 25.000 Dollar für US-Kamikazedrohnen.

Keine Preiserhöhung gibt es bei Spotify, obwohl der Streamingdienst sein Angebot erweitert hat. Denn Spotify hat etliche Zeitschriftenartikel in die eigene Hörbuch-Bibliothek aufgenommen. Nutzer können sich jetzt aus bekannten Magazinen wie Rolling Stone, The Atlantic, Vogue, Variety, Billboard, GQ, Wired und Vanity Fair vorlesen lassen. Zu Beginn stehen mehr als 650 englischsprachige Artikel zur Auswahl. Das ist allerdings nicht weltweit verfügbar, sondern auf Regionen beschränkt, in denen auch Hörbücher angeboten werden. Das Vorlesen der Zeitschriftenartikel ist im Premium-Abo enthalten. Gratis-Nutzer können einzelne Beiträge zudem für 1,99 US-Dollar erwerben. Es gibt sowohl menschliche als auch digitale Vorleser: Spotify erweitert Hörangebot um das Vorlesen längerer Artikel aus Zeitschriften.

Im Kampf gegen die nicht genehmigte Nutzung von Inhalten für das Training von KI-Modellen gerät das Internet Archive immer mehr zwischen die Fronten, und die Wayback Machine droht zum Kollateralschaden zu werden. Das legt eine Analyse des Nieman Journalism Lab an der Harvard University nahe, laut der immer mehr Nachrichtenseiten Crawler der Archivseite aussperren. Demnach schränken inzwischen mehr als 340 lokale Nachrichtenseiten „den Zugriff des Internet Archive auf ihre Artikel sowie deren Archivierung“ ein, aber auch überregionale und internationale Medien wie die New York Times beteiligen sich demnach. Europäische Medien finden sich ebenfalls auf der Liste, derzeit aber noch keine aus Deutschland: Im Kampf dem KI-Training sperren immer mehr Nachrichtenseiten Wayback Machine aus.

Lange hat BMW die Einführung von Elektroautos auf Basis der Neuen Klasse medial vorbereitet. Die ungenierte Nutzung eines so bedeutsamen Begriffs aus der eigenen Firmen-Historie sollte verdeutlichen, wie groß der Schritt ist, den BMW hier vollzieht. Die Marke wollte ein Statement setzen, und liefert das durchaus auch. Im Test zeigte der BMW iX3 zahlreiche Stärken und nur wenige Schwächen, was für die Bayern an zwei Stellen zu einem Problem wird, etwa bei der Differenzierung der angebotenen Modelle iX3 40 und 50, wobei das Basismodell schon einen Einstiegspreis von 63.400 Euro trägt. Letztendlich zeigt sich, dass der iX3 zwar ein kostspieliges Elektroauto ist, aber auch eines der besten, die es momentan zu kaufen gibt: E-SUV BMW iX3 im Test – mehr Reichweite als ich.

In gänzlich anderen Preissphären bewegt sich Ferraris erstes batterieelektrisches Modell. Das Elektroauto namens „Luce“ ist für Ferrari nicht einfach ein weiteres Angebot, es ist natürlich auch ein Wagnis angesichts der Tifosi, die sich schon immer und ganz mehrheitlich über die vielzylindrigen Verbrenner begeisterten – mehr als viele Anwohner selbstredend. Doch statt einfach einen elektrischen Ferrari Purosangue zu kreieren, würde dem Selbstverständnis der Marke aus Maranello widersprechen. Der Ferrari Luce ist ein geräumiger, 772 kW leistender GT-Crossover, bei dessen Design Ferrari Unterstützung von Apple-Designern gesucht hat. Das wird vor allem im aufgeräumten und schlichten Interieur mit abgerundeten Kanten sichtbar: Luxus-Elektroauto Ferrari Luce für über 500.000 Euro.

Ferrari

)Auch noch wichtig:

- „Star Citizen“ wird seit 14 Jahren entwickelt, „Squadron 42“ nur unwesentlich weniger. Finanziert wird das von Fans, inzwischen mit mehr als einer Milliarde durch Crowdfunding: Eine Milliarde US-Dollar für „Star Citizen“ und „Squadron 42“.

- AdminLTE erscheint in Version 4.0 – mit komplettem Umbau auf Bootstrap 5.3, ohne jQuery und mit 18 neuen Demo-Seiten: Neustart für das Dashboard-Framework AdminLTE 4.0.

- Wie lange können Roboter am Stück arbeiten? Figure AI hat es getestet. Aus einer Acht-Stunden-Schicht wurden am Ende acht Tage: Figure AI lässt seine Roboter 200 Stunden am Stück arbeiten.

- Epic hat erstmals die Unreal Engine 6 in „Rocket League“ angeteasert. Ein Release-Termin und eine Feature-Liste fehlen: Epic zeigt erste Szenen in „Rocket League“ mit Unreal Engine 6.

- Mit „007 First Light“ schafft es James Bond zum ersten Mal seit 2012 wieder in ein Videospiel. Die Wartezeit hat sich gelohnt. Das zeigt „007 First Light“ im Test: Das beste Bond-Spiel seit „Goldeneye“.

- Mit iPhone 16e, 17e und Air hat Apple mit den eigenen C1- und C1X-Modems neue Datenschutzfeatures eingeführt. Das steckt hinter der Funktion „Genauen Standort beschränken“: Was Apples Mobilfunksicherheitsfunktion kann.

- Laut neuesten Forschungen schrumpft nicht nur in entwickelten Industrieländern die Geburtenrate, sondern global. Wir haben ein paar aktuelle Zahlen dazu: Nicht nur für Industrieländer sind 2,1 Kinder pro Familie immer schwerer erreichbar.

- Eine vorinstallierte App auf Motorola-Smartphones leitet Amazon-Aufrufe um und injiziert Affiliate-Codes. Betroffene können die App deaktivieren auf Motorola-Smartphones: Vorinstallierte App schleust offenbar Affiliate-Links ein.

- Ende Juni 2026 ist Schluss für Ubuntu Pastebin. Zahllose Links könnten ins Leere laufen. Ein Ersatzdienst ist bislang nicht angekündigt nach dem Aus für Ubuntu Pastebin: Abschaltung Ende Juni 2026.

- In aktuellen Versionen von NGINX Open Source und NGINX Plus haben die Entwickler eine Sicherheitslücke geschlossen: DoS- und Schadcode-Attacken auf NGINX-Webserver vorstellbar.

- Ab Ende September 2026 synchronisiert die Samsung-Galerie-App keine Fotos mehr mit OneDrive. Nutzer müssen für Backups auf die OneDrive-App umstellen: Samsungs Galerie-App verliert OneDrive-Synchronisierung.

- Nach der Ankündigung einer Remote-Funktion über die ChatGPT-App legt OpenAI noch einmal nach. Codex soll den Mac via Computer Use im Locked-Modus kontrollieren: OpenAI Codex steuert Mac auch in gesperrtem Zustand.

- Huawei hat aufgrund der Sanktionen Schwierigkeiten, Transistoren weiter zu schrumpfen. Kurze Signalwege mit gestapelten Chips sollen die Probleme kaschieren bei der Chip-Lithografie: Huawei will Moore's Law ablösen.

(fds)

Spotify erweitert Hörangebot um das Vorlesen längerer Artikel aus Zeitschriften

heise_ki·2026-05-27AnwendungenGesellschaft
Der Streamingdienst Spotify hat etliche Zeitschriftenartikel in die eigene Hörbuch-Bibliothek aufgenommen. Nutzer können sich jetzt aus bekannten Magazinen wie Rolling Stone, The Atlantic, Vogue, Variety, Billboard, GQ, Wired und Vanity Fair vorlesen lassen. Zu Beginn stehen mehr…
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Der Streamingdienst Spotify hat etliche Zeitschriftenartikel in die eigene Hörbuch-Bibliothek aufgenommen. Nutzer können sich jetzt aus bekannten Magazinen wie Rolling Stone, The Atlantic, Vogue, Variety, Billboard, GQ, Wired und Vanity Fair vorlesen lassen. Zu Beginn stehen mehr als 650 englischsprachige Artikel zur Auswahl. Das ist allerdings nicht weltweit verfügbar, sondern auf Regionen beschränkt, in denen auch Hörbücher angeboten werden.

Damit erweitert der Streamingdienst sein Angebot weiter, nachdem Spotify kürzlich erst KI-generierte Remixe und Podcasts angekündigt hatte. Das erlaubt Nutzern, eigene Coverversionen und Remixe von Liedern teilnehmender Musiker zu erstellen, allerdings nur als kostenpflichtiges Add-on zusätzlich zum Premium-Abonnement. Das Vorlesen der Zeitschriftenartikel ist dagegen im Premium-Abo enthalten. Gratis-Nutzer können einzelne Beiträge laut Spotify zudem für 1,99 US-Dollar erwerben. Das soll dem üblichen Preis für den lesenden Zugriff auf diese längeren Artikel entsprechen.

Sowohl menschliche als auch digitale Vorleser

Künstliche Intelligenz (KI) kommt aber auch beim Vorlesen der Zeitschriftenartikel zum Einsatz, wenn auch nicht bei allen. Der Streamingdienst „wird eine Mischung aus menschlicher und digitaler Sprachnarration verwenden“, erklärte Spotify-Sprecherin Rosalind Jeffcoat gegenüber The Verge. „Der Teil der Artikel, der digitale Sprachnarration verwendet, wird für die Nutzer deutlich gekennzeichnet sein.“ Damit will Spotify auch kürzere Beiträge anbieten können, die andernfalls möglicherweise nicht als Hörfassung produziert worden wären.

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Für Spotify stellt dies eine Möglichkeit dar, Nutzer an das Hören längerer Texte zu gewöhnen, um sie langfristig für Hörbücher zu gewinnen. „Indem wir kurzformatige Inhalte in den Mix integrieren, holen wir unser Publikum dort ab, wo es sich befindet“, erklärt Colleen Prendergast von Spotify. „So fördern wir gesunde Hörgewohnheiten und steigern langfristig das Engagement für Bücher.“ Für die Verlage und Zeitschriften ist es ein weiterer Kanal zur Verbreitung der eigenen Artikel.

Unklar ist bislang jedoch, wie Medienverlage und Magazinpartner an den Spotify-Umsätzen der Artikel beteiligt werden und ob das Angebot in Zukunft auch deutschsprachige Beiträge enthalten wird.

(fds)

Europäische Antwort auf Mythos: Mistral und BNP kooperieren bei Bankensicherheit

Der französische Bankenkonzern BNP Paribas und Mistral AI haben ihre KI-Partnerschaft um drei Jahre verlängert und auf neue Bereiche ausgeweitet. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris kamen die Partner auch auf KI-gestützte Bedrohungen für Banken zu sprechen. „Das eigent…
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Der französische Bankenkonzern BNP Paribas und Mistral AI haben ihre KI-Partnerschaft um drei Jahre verlängert und auf neue Bereiche ausgeweitet. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris kamen die Partner auch auf KI-gestützte Bedrohungen für Banken zu sprechen.

„Das eigentlich Neue ist die Geschwindigkeit, mit der wir Sicherheitslücken beheben müssen, sowie deren schiere Menge. Es werden sehr viele Schwachstellen gleichzeitig entdeckt“, sagte der IT-Chef von BNP Paribas, Marc Camus, laut Reuters. „Darauf müssen wir uns vorbereiten, und genau daran arbeiten wir mit Hochdruck.“

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Konkrete Ankündigungen zur Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit machten die Partner zwar nicht. Bloomberg berichtet jedoch, dass das Pariser KI-Start-up ein eigenes KI-Modell für Cybersicherheit entwickelt hat und mit europäischen Banken Gespräche über dessen Einsatz führe. Einer dieser Partner sei BNP Paribas.

„Die Debatte dreht sich derzeit stark darum, ob Mythos für manche Banken zugänglich ist oder nicht. Dabei sollte man nicht vergessen, dass es auch andere Modelle anderer Unternehmen gibt“, sagte Camus.

Europa sucht nach Alternativen zu Mythos

Seit der Vorstellung von Mythos im April steht die Bankenbranche unter Zugzwang. Das KI-Modell von Anthropic soll Sicherheitslücken deutlich schneller erkennen können als bisherige Systeme und daraus teils auch mögliche Angriffspfade ableiten. Über die Initiative „Project Glasswing“ erhielten zunächst vor allem US-Partner Zugriff, darunter große Tech- und Sicherheitsunternehmen sowie mehrere US-Banken, um kritische Software abzusichern, bevor vergleichbare Fähigkeiten breiter verfügbar werden.

Ob und in welcher Form inzwischen auch europäische Banken direkten Zugang zu Mythos erhalten haben, ist öffentlich nicht bestätigt. Die jüngsten Aussagen von BNP Paribas und Mistral deuten jedoch darauf hin, dass europäische Institute weiter nach Alternativen suchen. Anthropic-Konkurrent OpenAI hat ein eigenes Modell für Cybersicherheit vorgestellt, auf das auch einige europäische Unternehmen Zugriff haben. Mit dem Pariser KI-Start-up Mistral entsteht nun offenbar auch eine europäische Antwort auf das Problem.

Die Partnerschaft zwischen Mistral und BNP Paribas geht auf das Jahr 2023 zurück. Mit der Verlängerung werde die Zusammenarbeit laut Unternehmen über den bloßen Zugang zu großen Sprachmodellen hinaus ausgeweitet und umfasse auch Software, Lösungen sowie gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte, schreibt BNP Paribas.

(tobe)

Anthropics Claude Mythos löst ebenfalls das Erdős-Problem, das OpenAI gerade noch als KI-Meilenstein feierte

the_decoder·2026-05-26ForschungModelle
Anthropics Claude Mythos löst ebenfalls das Erdős-Problem, das OpenAI gerade noch als KI-Meilenstein feierte Anthropic-Mitarbeiter sagen, dass auch Claude Mythos OpenAIs "Meilenstein der KI-Mathematik" lösen kann. OpenAIs Modell hatte kürzlich die Unit-Distance-Vermutung von Erdő…
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Anthropics Claude Mythos löst ebenfalls das Erdős-Problem, das OpenAI gerade noch als KI-Meilenstein feierte

Anthropic-Mitarbeiter sagen, dass auch Claude Mythos OpenAIs "Meilenstein der KI-Mathematik" lösen kann. OpenAIs Modell hatte kürzlich die Unit-Distance-Vermutung von Erdős widerlegt, ein seit 1946 offenes Problem der kombinatorischen Geometrie. Anthropic-Ingenieur Sholto Douglas schreibt auf X, Mythos löse das Problem mit einem "hübschen, einfachen Beweis". Er sieht darin einen Hinweis auf "ernsthaften Überhang" bei mathematischen Entdeckungen durch KI.

Das Team nutzte ein Testsystem, das nach der Lösung von Erdős-Problem #1196 aufgebaut wurde: Isolierte Claude-Code-Instanzen mit Zugriff auf Mythos bekommen das Problem gestellt, entwickeln mögliche Lösungswege, eine Instanz fasst diese zusammen und verteilt sie an weitere Instanzen, die dann unabhängig daran arbeiten. Dabei wählte Mythos häufig einen anderen Weg als OpenAIs Modell. Das Ergebnis bezeichnet der Mathematiker Daniel Litt als "etwas schlechter" als bei OpenAI. Mythos soll aber auch die OpenAI-Lösung gefunden haben. Anthropic hat eine von Opus 4.7 aufbereitete Version des Beweises veröffentlicht.

Auch Google Deepmind gab bekannt, dass ein KI-gestütztes System neun Erdős-Probleme lösen konnte. Allerdings nutzt Deepmind den Umweg über die formale Programmiersprache Lean.

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Mistral und Harvey AI: Den Rechtssektor im Visier

Die Modelle des französischen KI-Unternehmens Mistral werden künftig über die Software-Plattform des US-Start-ups Harvey AI nutzbar sein. Das gab die Legal-AI-Plattform in einer Pressemitteilung bekannt. Zunächst werden die Mistral-Modelle Kunden in der Europäischen Union im Rahm…
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Die Modelle des französischen KI-Unternehmens Mistral werden künftig über die Software-Plattform des US-Start-ups Harvey AI nutzbar sein. Das gab die Legal-AI-Plattform in einer Pressemitteilung bekannt. Zunächst werden die Mistral-Modelle Kunden in der Europäischen Union im Rahmen eines Early Access zur Verfügung gestellt. Ein breiterer Rollout soll in den kommenden Monaten erfolgen.

Das in San Francisco ansässige Unternehmen Harvey AI wurde 2022 gegründet. Sein Hauptprodukt, die Software Harvey, bietet speziell für die Rechtsbranche zugeschnittene LLMs an. Durch die Partnerschaft erhält Mistral Zugang zu mehr als 1500 Kunden in 60 Ländern, die Harvey bereits in ihre Geschäftsprozesse integriert haben.

KI für sensible Angelegenheiten

Die Partnerschaft der beiden Unternehmen ist nicht neu. Bereits im Mai 2024 kündigte Harvey AI die Zusammenarbeit mit Mistral in einer Pressemitteilung an. Damals betonte das Unternehmen Mistrals Engagement für Transparenz, Effizienz und Anpassungsmöglichkeiten. Der Einsatz von generativer KI in stark regulierten Branchen erfordere ein Höchstmaß an Sicherheit und Transparenz, schrieb das Unternehmen auf seiner Website.

Als klassischerweise textlastige Domäne bietet das Rechtswesen großes Potenzial für die Nutzung von KI. LLMs können Kanzleien und Institutionen der Justiz zum Beispiel dabei helfen, hunderte Seiten umfassende Prozessdokumente zu durchsuchen.

Eine lukrative Branche

Anwaltskanzleien setzen KI-Tools aber auch aus ökonomischen Gründen ein: Die Automatisierung von Aufgaben mittels KI verschafft Anwälten zusätzliche Zeit. So können sie mehr Fälle übernehmen.

Videos by heise

Das Geschäftsfeld der Rechtsbranche ist bei den großen KI-Herstellern deshalb durchaus umkämpft. Erst kürzlich hatte Anthropic mehrere Plug-ins in seinen kostenpflichtigen KI-Agenten Claude Cowork integriert, die auf juristische Aufgaben spezialisiert sein sollen.

Schattenseiten für die Justiz

Dass künstliche Intelligenz vermehrt in der Rechtsbranche genutzt wird, hat derweil auch erhebliche Schattenseiten. Denn häufig wird generative KI eben nicht nur für die reine Dokumentanalyse genutzt. So haben Gerichte weltweit vermehrt mit Schriftsätzen zu kämpfen, die KI-Halluzinationen enthalten. Die KI-Tools zitieren dabei nicht existierende Gerichtsurteile, verfälschen Aussagen oder geben Urteile falsch wieder.

Laut einer Online-Datenbank des Rechtswissenschaftlers Damien Charlotin von der Wirtschaftshochschule HEC Paris gab es Stand Ende Mai 2026 bereits knapp 1500 dokumentierte Gerichtsverfahren, in denen Personen wegen des Vorbringens von Dokumenten mit KI-Fehlern sanktioniert wurden. Charlotin zufolge habe die Menge der betroffenen Gerichtsverfahren seit vergangenem Jahr erheblich zugenommen. Auch in Deutschland gab es bereits erste Fälle. Anfang Mai rügte ein Berliner Kammergericht Anwälte wegen KI-Halluzinationen.

Einige Gerichte in den USA haben bereits Kennzeichnungspflichten für mit KI bearbeitete Dokumente eingeführt. Experten betrachten diese aber als wenig praktikabel und zielführend. Da KI mittlerweile im standardmäßigen Funktionsumfang von Kanzleisoftware integriert ist, wäre nahezu jedes Dokument kennzeichnungspflichtig. (rah)

China weitet Ausreisebeschränkungen für KI-Talente aus

heise_ki·2026-05-26RegulierungGesellschaft
China verschärft die Kontrolle über KI-Talente: Wer an fortgeschrittener KI arbeitet und als strategisch wichtig für das Land eingestuft wird, muss Auslandsreisen künftig von den Behörden genehmigen lassen, berichtet Bloomberg. Zu den Betroffenen zählen demnach unter anderem Star…
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China verschärft die Kontrolle über KI-Talente: Wer an fortgeschrittener KI arbeitet und als strategisch wichtig für das Land eingestuft wird, muss Auslandsreisen künftig von den Behörden genehmigen lassen, berichtet Bloomberg.

Zu den Betroffenen zählen demnach unter anderem Start-up-Gründer, Forscher und KI-Führungskräfte privater Firmen wie Alibaba und DeepSeek. Unklar ist laut dem Bericht bislang, wie weit die Maßnahmen innerhalb der Branche reichen, welche Positionen betroffen sind und welche weiteren Rollen noch darunterfallen könnten.

Reisebeschränkungen für Personen in strategisch wichtigen Bereichen gab es bereits früher. Neu sei, dass die Regierung nun gezielt Talente aus der KI-Branche und Angestellte von Privatfirmen ins Visier nimmt. Zwar hätten einige KI-Ingenieure aus der Privatwirtschaft schon zuvor Auslandsreisen bei den Behörden melden müssen. Eine vorherige Genehmigung sei jedoch nicht zwingend erforderlich gewesen.

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KI-Wettlauf: Vom Chipzugang zur Talentkontrolle

Die Ausweitung der Reisebeschränkungen folgt auf den Streit um die KI-Firma Manus. China hatte die Übernahme des ursprünglich in China gegründeten und später nach Singapur verlegten KI-Start-ups durch Meta untersagt und die beteiligten Unternehmen aufgefordert, bereits unternommene Schritte rückgängig zu machen. Im Zuge der Prüfung durften Manus-CEO Xiao Hong und Chefforscher Ji Yichao das Land nicht verlassen.

Der Fall zeigt, dass Peking KI-Kompetenz zunehmend als strategische Ressource behandelt. Im KI-Wettlauf mit den USA standen bislang vor allem KI-Chips und die dafür nötige Halbleitertechnik im Vordergrund. Die neuen Reiseauflagen erweitern diese Logik auf die Personen hinter diesen Technologien: Wer an KI arbeitet, wird selbst zum sicherheitspolitischen Faktor. Dass die Maßnahmen nun auch private Firmen treffen, macht den Eingriff für Chinas KI-Branche besonders heikel.

Für China ist das ein Balanceakt. Einerseits sollen die Reiseauflagen verhindern, dass strategisch wichtiges Know-how ins Ausland abfließt. Andererseits könnten sie genau jene Fachkräfte abschrecken, die China im Wettbewerb mit den USA dringend braucht. Für KI-Talente, die international arbeiten und forschen wollen, könnten heimische Firmen an Attraktivität verlieren. Manche könnten sich zudem gedrängt sehen, schon früher ins Ausland zu gehen, um sich internationale Karrierewege offenzuhalten und staatlichen Eingriffen wie im Fall Manus zu entgehen.

(tobe)

DSGVO: Fast drei Viertel der Firmen finden deutschen Datenschutz übertrieben

Deutschlands Unternehmen hadern rund zehn Jahre nach Inkrafttreten mit den Vorgaben der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), wie aus einer Studie des Digitalverbands Bitkom hervorgeht. Zwar ist demnach der Datenschutz inzwischen in den meisten Betrieben fest verankert…
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Deutschlands Unternehmen hadern rund zehn Jahre nach Inkrafttreten mit den Vorgaben der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), wie aus einer Studie des Digitalverbands Bitkom hervorgeht. Zwar ist demnach der Datenschutz inzwischen in den meisten Betrieben fest verankert, gleichzeitig aber beklagen die Firmen Aufwand, Komplexität und Rechtsunsicherheit. Weitgehend oder vollständig umgesetzt sind die DSGVO-Vorgaben inzwischen in 71 Prozent der Betriebe. Anfang 2018, kurz vor Anwendbarkeit des 2016 in Kraft getretenen Regelwerks, hatten erst sieben Prozent der Unternehmen die Vorgaben größtenteils oder vollständig umgesetzt. Parallel dazu ist die wahrgenommene Belastung deutlich gestiegen: 2016 gaben 25 Prozent der Unternehmen an, die DSGVO mache Geschäftsprozesse komplizierter – 2025 sind es 81 Prozent.

97 Prozent bewerten auch den Aufwand für Datenschutz inzwischen als hoch, davon 44 Prozent als sehr hoch. Der Anteil der Unternehmen, die der Auffassung sind, Deutschland übertreibe es mit dem Datenschutz, hat sich von 40 Prozent (2020) auf 72 Prozent (2025) nahezu verdoppelt. Zudem wächst auch die Rechtsunsicherheit über die genauen Datenschutzvorgaben: 82 Prozent der Unternehmen nennen das 2025 als eine der größten Herausforderungen, 2017 waren es 35 Prozent. Grundlage der Zahlen ist eine seit 2016 jährlich durchgeführte Befragung von Unternehmen ab 20 Beschäftigten durch Bitkom Research, zuletzt mit 603 Teilnehmern aus allen Branchen. Laut Bitkom sind die Ergebnisse repräsentativ.

KI-Bremse DSGVO?

Besondere Spannungen sieht der Branchenverband im Zusammenspiel von Datenschutz und Künstlicher Intelligenz. So betrachten zwar 59 Prozent der Unternehmen den europäischen Datenschutz im internationalen Vergleich grundsätzlich als Vorteil für die KI-Entwicklung. In der Praxis erweist sich dies jedoch als Hindernis: 69 Prozent geben an, der Datenschutz erschwere das Training von KI-Modellen mit ausreichenden Daten – 2023 waren es noch 42 Prozent. Zudem sind 63 Prozent überzeugt, dass der Datenschutz KI-Unternehmen aus der EU verdrängt. 59 Prozent geben an, dass Projekte zum Aufbau von Datenpools an Datenschutzvorgaben gescheitert oder gar nicht erst begonnen worden seien (2020: 41 Prozent).

Auch das Problem der internationalen Datentransfers sehen die Firmen als ungelöst: Rund 61 Prozent der Unternehmen übermittelten 2025 personenbezogene Daten in die USA – mit Abstand das wichtigste Drittland für Datentransfers außerhalb der EU. 71 Prozent wünschen sich von der Politik tragfähige Lösungen für den internationalen Datentransfer (2021: 32 Prozent).

Videos by heise

„Datenschutz ist keine lästige Pflicht, er ist eine zentrale Säule der digitalen Welt“, betonte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Allerdings hält er eine Reform der DSGVO für nötig: Die Erwartungen an einheitlichere Wettbewerbsbedingungen, mehr Rechtssicherheit und weniger Bürokratie hätten sich jedoch nicht erfüllt. Der auf europäischer Ebene geplante „Digitalomnibus“ biete dafür eine Chance. Allerdings gab es bei den derzeit laufenden Trilog-Verhandlungen dazu noch keine Einigung.

(axk)

Darknet Diaries Deutsch: Kids ohne Skrupel - Teil 2

Dies ist der zweite Teil von „Kids ohne Skrupel". Wenn Ihr Teil eins noch nicht gehört habt, fangt am besten da an. Im Englischen Original von Jack Rhysider trägt diese Episode den Namen „Dirty Coms“. Die deutsche Produktion verantworten Isabel Grünewald und Marko Pauli von heise…
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Dies ist der zweite Teil von „Kids ohne Skrupel". Wenn Ihr Teil eins noch nicht gehört habt, fangt am besten da an. Im Englischen Original von Jack Rhysider trägt diese Episode den Namen „Dirty Coms“.

Die deutsche Produktion verantworten Isabel Grünewald und Marko Pauli von heise online. Der Podcast erscheint wöchentlich auf allen gängigen Podcast-Plattformen und kann hier abonniert werden.

JACK: Mein Gast ist „Drew" – ein junger Mann, der als Teenager tief in die Welt der Online-Untergrund-Communities abgerutscht ist. Er gibt uns einen schonungslosen Einblick in die Szene rund um Hacker, Betrüger und digitale Schwarzmärkte. Drew erzählte uns in der ersten Folge, wie er mit dreizehn Jahren über Roblox und dubiose Robux-Deals in kriminelle Kreise geriet, sich an Geschenkkarten-Phishing beteiligte und auf dem berüchtigten Forum OGUsers mit dem Handel gestohlener Benutzernamen Geld verdiente. Dabei wurde er selbst mehrfach gedoxxt, erpresst und zweimal mit 10.000 USPS-Kartons vor seiner Haustür zugemüllt – eine beispielhafte Geschichte, für den schonungslosen Umgang Krimineller untereinander. In Teil 1 haben wir gehört, wie Drew Schritt für Schritt in diese toxische Welt hineingezogen wurde, welche Lektionen er über Opsec und Vertrauen im Netz gelernt hat, und warum er diese Szene heute dokumentieren und offenlegen will. Jetzt in Teil 2 wird es konkreter – denn Drew fängt an, Namen zu nennen und Methoden zu enthüllen, mit denen in diesen Communities richtig viel Geld gemacht wird.

Das Geschäft mit dem SIM-Swapping

DREW: Lass mal überlegen. Was habe ich Kids in letzter Zeit tun sehen?

JACK: Lass uns doch beim SIM-Swapping einsteigen.

DREW: Wir können über SIM-Swapping sprechen.

JACK: Okay, also ihr wisst vielleicht, was SIM-Swapping ist, aber falls nicht, erkläre ich es ganz schnell. SIM-Swapping ist, wenn du die Telefongesellschaft austrickst, damit sie eine fremde Handynummer auf dein Telefon beziehungsweise Deine SIM-Karte überträgt. Wenn man zum Beispiel sein Handy verliert und ein neues bekommt, muss man der Telefongesellschaft sagen, dass man ein neues Telefon hat und dass die Nummer darauf funktionieren soll. Eigentlich sollte es nicht möglich sein, dass jemand einfach deine Telefonnummer übernimmt, aber es gibt Wege, wie das gemacht werden kann. Der erste Weg ist ziemlich offensichtlich.

DREW: Man sucht sich einen Insider in diesen Unternehmen, normalerweise einen – wie wir ihn nennen – „Manny“ oder Manager, der einem seine Zugangsdaten gibt oder einfach SIM-Swaps durchführt, wenn niemand hinschaut, als wäre es ein imaginärer Kunde. Diese Insider werden häufig mit etwa 10.000 Dollar pro Swap bezahlt. So hat das SIM-Swapping angefangen.

JACK: Okay, das ist also eine Möglichkeit, einen SIM-Swap durchzuführen. Wenn man Filialleiter eines Handyladens ist, hat man natürlich die Möglichkeit dazu. Wenn man das für eines dieser Kids macht, kann man richtig viel Geld verdienen, locker über 1.000 Dollar pro Nummer. Vielleicht sogar 10.000 Dollar pro Nummer. Aber es gibt eine neue Methode, wie diese Kidsr das machen, und die ist irrsinig, geradezu brutal.

DREW: Da ist es nicht so, dass man nicht die Telefongesellschaft anruft; die neue Methode nennt sich Remo-Snatching. Remo ist die Abkürzung für Remote-Tablet. Man geht also zum Beispiel zu T-Mobile. T-Mobile ist derzeit das einfachste Ziel. Man geht in einen T-Mobile-Laden, rennt rein, reißt dem Filialleiter das Tablet aus den Händen und rennt wieder raus.

JACK: Alles klar. Wenn man das Tablet des Filialleiters hat, ist das das Gerät, das autorisiert ist, Telefonnummern zu übertragen. Es macht also Sinn, dass man durch den Diebstahl einen SIM-Swap bei jemandem durchführen kann. Aber halt, ganz so einfach ist es nicht. Gehen wir einen Schritt zurück und zwar einen großen Schritt zurück. Zuerst muss man wissen, bei wem es sich lohnt, einen SIM-Swap durchzuführen. Das Ziel zu identifizieren, kann lange dauern, und dafür sind viele Schritte nötig, und die möchte ich hier aufschlüsseln. SIM-Swapping war schon ein paar Mal Thema in den US-Darknet Diaries, zum Beispiel in den Episoden The Pizza Problem und Tennessee. Das sind zwei Geschichten, in denen Leute ins Visier genommen wurden, einfach weil sie wertvolle Benutzernamen auf Instagram und Twitter hatten. Okay, das wäre also ein Grund, jemanden ins Visier zu nehmen: um die Kontrolle über seinen Benutzernamen zu erlangen und ihn auf OGUsers für ein paar tausend Dollar zu verkaufen. Aber ich habe das Gefühl, das ist mittlerweile ein alter Hut. Es gibt eine ganz neue Verbrechenswelle, die da über uns rollt.

DREW: Die Leute führen einen SIM-Swap für Bankzugänge durch – also Bank-Logins –, über die sie Geld überweisen oder eine Überweisung vornehmen.

JACK: Okay, also Bank-Daten; obwohl das in dieser Community ein großes Ding ist, ist es wirklich schwer, sowas tatsächlich durchzuziehen. Zuerst muss man ein gültiges Login für den Benutzer herausfinden, und woher man Passwörter bekommt, darauf kommen wir später. Aber nehmt für den Moment einfach an, dass wir einen funktionierenden Benutzernamen und ein Passwort für ein Bankkonto haben. Wir loggen uns also in das Konto ein.

DREW: Aber es gäbe keine Möglichkeit, das Geld abzuheben, denn dafür müsste man ein Einmalpasswort oder eine Einmal-PIN erhalten. Also versuchen sie, die SIM-Karte der Person zu tauschen, um an den Einmal-Code zu kommen. SIM-Swapping bei Banken ist eigentlich ein verrücktes Unterfangen, denn es liegt zwar eine Menge Geld auf Bankkonten, aber man braucht auch praktisches Wissen über Geldwäsche, da man buchstäblich das Geld der Person stiehlt und einen Weg finden muss, damit es nicht zu einem zurückverfolgt werden kann. Das ist natürlich extrem schwierig.

JACK: Richtig, während es also einige wirklich clevere Leute gibt, die in diesem Bereich mitmischen, ist das einfachere Ziel, es auf Leute abzusehen, die Kryptowährungen haben. Denn mit Kryptowährungen ist es kinderleicht, das ganze Geld in einer Wallet zu schnappen und es einfach an einen Anonymisierungsdienst wie Tornado Cash zu senden und auszahlen zu lassen. Da das aber so ein lohnendes Ziel ist, sind allerhand Leute hinter Kryptowährungen her. Wie auch immer, es ist für diese Kids sinnvoll, Leute mit prall gefüllten Krypto-Wallets ins Visier zu nehmen, aber wie findet man jemanden mit einer fetten Krypto-Wallet? Nun, das erfordert eine ganze Reihe von Schritten.

DREW: Es handelt sich also um einen riesigen Markt, der ziemlich im Verborgenen stattfindet. Die Leute nutzen sogenannte „Combo-Listen“, also im Grunde durchgesickerte Datenbanken mit Passwörtern und E-Mail-Adressen, wobei die Passwörter natürlich entschlüsselt wurden, etwa mit RainbowCrack oder John the Ripper. Sie lassen diese Daten durchlaufen und suchen nach sogenannten „Commons“, also Passwörtern, die auf mehreren Websites verwendet werden.

JACK: Okay, ihr habt hier ja schon öfter von großen Websites gehört, die von Datenlecks betroffen sind, wo die gesamte Benutzerdatenbank gestohlen wird. Wenn man Kunde auf einer dieser Seiten ist, zuckt man vielleicht einfach mit den Schultern, ändert vielleicht sein Passwort und macht weiter, in der Hoffnung, dass nichts auf einen zurückfällt, oder? Nun, solche Daten sind in diesen Kreisen Gold wert. Zuerst kann man auf eine Seite wie raidforums.com oder nulled.2 oder cracked.2 gehen. Seiten, die Tonnen von kompletten Datenbank-Leaks posten. Es kostet vielleicht ein paar Dollar, um ranzukommen, aber man kann sich die dann direkt dort herunterladen. Wir sprechen von großen Websites, die gehackt wurden; und deren Datenbanken liegen genau dort, leicht zu schnappen, Seiten wie Adobe, die Alaska-Wählerdatenbank. Es gibt dort anscheinend eine Apple-Datenbank. Adult Friend Finder, die Android-Foren, und das ist nur ein kleiner Auszug aus den A's. In diesen Datenbank-Dumps können eine Menge Infos sein, enthalten typischerweise enthalten sie aber den Namen einer Person, ihren Benutzernamen, ihre E-Mail, vielleicht ihre Telefonnummer, vielleicht ihre Adresse und ihr Passwort. Aber ihr Passwort ist in der Datenbank typischerweise gehasht, was bedeutet, dass man nicht wirklich sehen kann, wie es lautet.

Datenlecks als Schatzkarte für Hacker

Ab hier kommen Tools ins Spiel, die Passwort-Hashes knacken können. Es ist schwer, einen einzelnen Hash zu knacken, aber wenn es das ist, was man haben will und man gleichzeitig also hundert Millionen Datensätze in der Adobe-Datenbank hat, dann wird man wahrscheinlich einige Hashes finden können, die nicht besonders stark sind. Für diese Leute hat man dann gültige Benutzernamen und Passwörter. Jetzt nimmt man diesen Benutzernamen oder diese E-Mail-Adresse und gleicht sie mit anderen Datenlecks ab. Verwendet diese Person Passwörter wieder? Gibt es Benutzernamen und Passwörter im Adobe-Leak, die auch bei Netflix funktionieren? Die Antwort ist immer: Leider ja. Viele Leute suchen sich einfach ein Passwort aus und verwenden das dann auf allen Seiten, auf denen sie Konten haben. Nur durch das Knacken eines Datenbank-Dumps hat man nun also Zugriff auf das Netflix-Konto von jemandem, und schon das eröffnet einen völlig neuen, riesigen Markt in den Untergrund-Communitys. Die Leute kaufen Netflix-Konten für jeweils 2,50 Dollar, weil das offensichtlich viel billiger ist, als die 18 Dollar im Monat für ein Premium-Abonnement zu bezahlen.

DREW: Okay, übertragen wir das mal auf Walmart, Chipotle, Nordstrom, OnlyFans, Surfshark, NordVPN, Macy’s Credit, Buffalo Wild Wings und Papa Johns.

JACK: Es gibt Seiten, auf die man gehen kann, um Benutzerkonten für jede dieser Websites zu kaufen. Man bekommt vielleicht sogar ein Kombipaket für einen Haufen Logins, sagen wir 10 Dollar für das ganze Paket. Aber Moment, ihr fragt euch vielleicht, warum jemand ein Login für eine Restaurantkette wie Chipotle kaufen wollen würde? Nun, willkommen beim Fall der mysteriösen Burrito-Bestellungen, von dem Leute im Chipotle-Subreddit berichten. Man kann eine Chipotle-App auf sein Telefon herunterladen und sie nutzen, um Essen zu bestellen, aber die App ist oft mit der Kreditkarte verbunden. Man kann also das Chipotle-Konto von jemand anderem nutzen, um einen Burrito für sich selbst zu bestellen, und dann bezahlen die anderen dafür. Das Gleiche gilt für Papa Johns; kostenlose Pizza, wenn man ein gültiges Login für das Konto von jemand anderem hat. Das führt uns in die Welt der Pizza-Plugs, die ich schon eine Weile genau beobachte.

Es ist fast schon ein Mythos. Es gibt diese Chatrooms, in die man gehen und eine Essensbestellung aufgeben kann, wie zum Beispiel drei große Pizzen, und jemand im Chatroom nimmt die Bestellung an und verlangt vielleicht 5 Dollar von dir. Dann nutzen sie das gestohlene Pizza-Konto, um sich einzuloggen, die Bestellung aufzugeben und dir dann die Pizza zu schicken. Es hat sie 2 oder 3 Dollar gekostet, das Konto zu kaufen; sie verdienen 5 Dollar damit. Du bekommst drei Pizzen für 5 Dollar, und oh, der Kontoinhaber ist derjenige, der dafür bezahlt. Ich sage euch, das geht so viel tiefer, als ich Zeit dafür habe. Oh, und der Slang für den Kauf und Verkauf dieser gültigen Logins ist einfach Logs. Es gibt also einen Haufen Leute da draußen, die Datenbank-Dumps durchsuchen und versuchen, gültige Logs für so viele Orte wie möglich zu finden, damit sie diese Logs mit Gewinn verkaufen können.

DREW: Apple-Logs kannst du für bis zu 50 Dollar verkaufen, denn die Leute können mit deiner verknüpften Apple-Kreditkarte ein paar MacBook-Bestellungen aufgeben. Wenn du davon zehn Bestellungen pro Tag bekommst, sind das 500 Dollar am Tag.

JACK: Ein wirklich beliebtes Login im Moment sind Hilton Honors Logins, weil dir diese Logs ein paar kostenlose Übernachtungen in einem schicken Hotel bescheren können. Okay, also gibt es zwei Arten von Konten, die man bekommen kann; FA und NFA. Das heißt, Full Access (Vollzugriff) und Non-Full Access (kein Vollzugriff). Alle Konten, die wir gerade aufgelistet haben, sind im Grunde NFA, kein Vollzugriff. Ein Konto mit Vollzugriff ist eines, das all diese gültigen Logins hat, plus ein gültiges E-Mail-Konto-Login. Das bedeutet also, wenn man in das Outlook oder Gmail von jemandem hineinkommt, dann kann man ganz einfach das Passwort für jedes dieser anderen Konten zurücksetzen, in das man hinein will. Es gibt einem wirklich vollen Zugriff auf das digitale Leben von jemandem, und es gibt ein kleines Tool, das Leute benutzen, mit dem sie, sobald sie im E-Mail-Konto von jemandem sind, schnell alle E-Mails durchsuchen können, um zu sehen, ob es in diesen E-Mails wertvolle Informationen gibt.

DREW: Das Programm, das das macht, heißt Yahoo Arranger. Es sucht automatisch nach Schlüsselbegriffen innerhalb von Yahoo oder den Websites, von denen man wissen will, ob sie dort angemeldet sind. Wenn man also sehen will, ob sie bei Amex oder Bank of America oder Chipotle angemeldet sind, nutzt man einfach Yahoo Arranger und schaut nach.

JACK: Verrückt, oder? Aber es ist wirklich nicht so komplex, wenn man auch keine FA-Konten hat. Man kann einfach einen Datenbank-Dump nehmen und ihn in eine Combo-Liste umwandeln; das ist nur eine formatierte Liste, die Benutzername und Passwort anzeigt, und man könnte diese Combo-Liste nehmen und hätte ein Tool bauen, das einfach automatisch versucht, sich bei unzähligen Seiten einzuloggen, um zu prüfen, ob das Passwort irgendwo funktioniert.

DREW: Dann nutzen sie Software wie Sentry NBA, OpenBullet oder SilverBullet, um damit automatisch all diese Combo-Listen zu überprüfen. Das ist also kein manueller Prozess, und er läuft mit wahrscheinlich 5.000 CPM, was bedeutet, dass er oft mit 5.000 Versuchen pro Sekunde läuft. Die Leute verkaufen schätzungsweise bis zu 5.000 Logs am Tag in ihren Shops. Ich persönlich kann sehen wie viel Bestand ein Shop hat, also kann man erkennen, wie viele Verkäufe man pro Tag erzielt. Ich habe gesehen, wie Leute bis zu 10.000 Konten pro Tag für 3,50 Dollar pro Konto verkauft haben; 35.000 Dollar.

JACK: Okay, jetzt sollte klar sein, wie jemand an einen Haufen gültiger Logins für verschiedene Seiten kommen kann. Aber eigentlich wollte ich das alles nur sagen, weil das euch helfen wird zu verstehen, wie wir jemanden finden, der eine Menge Kryptowährung hat, um ihn ins Visier zu nehmen.

DREW: Die beliebteste Datenbank, die ich in meinen Jahren hier je gesehen habe, ist die Ledger-Datenbank. Ledger ist ein Unternehmen, das physische Cold-Wallet-Speicher für Bitcoin anbietet. Denn, was sagt es über jemanden aus, wenn er eine Ledger-Wallet kauft? Es bedeutet, dass er oder sie Bitcoin hat. Das macht diese Personen zu deiner perfekten Zielgruppe für Kryptowährungen.

JACK: Oh, sehr interessant. Ledger ist eine physische Krypto-Wallet, und im Jahr 2020 wurde deren Benutzerdatenbank gehackt. Fünf Monate später wurde die Datenbank in Raid-Foren gepostet. In der Datenbank befinden sich E-Mail, Name, physische Adresse und Telefonnummer. Es waren aber keine Passwörter oder Krypto-Schlüssel dabei. Aber man kann natürlich die E-Mail-Adresse aus der Ledger-Datenbank nehmen und abgleichen, ob sie mit E-Mails in einer anderen Datenbank übereinstimmt, und dort kann man dann nachschauen, ob es bekannte Passwörter für diese E-Mail-Adresse gibt. Dann kann man versuchen, diese E-Mail-Adresse und das Passwort bei Coinbase oder Binance oder Kraken oder FTX oder Gemini oder irgendeiner Krypto-Börse einzugeben, um zu sehen, ob es ein gültiges Login ist. Das sind alles Krypto-Börsen, wo Leute ihre Kryptowährung aufbewahren. Wenn man den Benutzernamen und das Passwort von jemandem bei einer Krypto-Börse kennt, bedeutet das natürlich echten Ärger für ihn. Aber es gibt ein paar Sicherheitsprüfungen, die diese Börsen eingerichtet haben, um Kids wie diese zu bremsen. Erstens ist es schon sehr viel wert, nur zu wissen, ob die Person zum Beispiel bei Coinbase registriert ist. Vergesst das Passwort für eine Sekunde; einfach nur, ist diese E-Mail hier überhaupt registriert?

Wenn man die E-Mail-Adresse von jemandem und ein falsches Passwort eingibt, gibt es keinen Hinweis darauf, ob diese E-Mail dort registriert ist oder nicht. Wenn man jedoch versucht, sich für ein neues Konto mit einer E-Mail-Adresse anzumelden, die bereits existiert, dann Bingo. Coinbase lässt sich in die Karten schauen und sagt, dass diese E-Mail hier bereits registriert ist. So kann jemand den Ledger-Datenbank-Dump nehmen und herausfinden, wer Konten bei Coinbase oder Gemini oder Kraken oder Binance oder wo auch immer hat, und das dann mit anderen Datenbank-Dumps abgleichen, um herauszufinden, wie das Passwort für diese Konten lautet.

Wenn nun ein Dieb eine gültige E-Mail und ein Passwort für dein Krypto-Konto hat, steht ihm immer noch eine große Hürde im Weg; 2FA. Alle Krypto-Börsen verlangen, dass man die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert. Sie empfehlen, sich so etwas wie Google Authenticator oder Authy zu besorgen. Das sind Apps auf deinem Handy, die eine sechsstellige Nummer generieren, die du brauchst, um dich einzuloggen. Aber als absolutes Minimum schicken sie dir zur 2 Faktor Authentifizierung eine SMS mit einem sechs- oder siebenstelligen Code zum Einloggen. Ein Benutzername und ein Passwort allein reichen also nicht aus, um in das Krypto-Konto von jemandem zu gelangen. Man braucht auch diesen 2FA-Code. Die große Mehrheit der Coinbase-Nutzer verwendet solche SMS-Codes. Und Ihr ahnt, wo wir jetzt angekommen sind?

DREW: Viele Leute auf Coinbase besitzen Millionen von Dollar, daher diese Welle von SIM-Swapping. Dafür nutzen sie allgemeine Daten aus Datenbanken, verschaffen sich Zugang zu Coinbase – das läuft alles automatisiert ab – und erhalten dann Zugriff auf das Guthaben; sie haben einen SIM-Swap durchgeführt. Das ist enorm profitabel - profitabler geht's derzeit wahrscheinlich nicht.

JACK: Zu diesem Zeitpunkt haben wir genug Informationen, um das Ziel per SIM-Swap anzugreifen. Wir wissen, dass sie eine Ledger-Wallet haben und wir wissen, dass sie ein Coinbase-Konto haben, und wir haben ihren Benutzernamen und ihr Passwort. Alles, was jetzt noch nötig ist, ist, die Kontrolle über ihre Telefonnummer zu übernehmen, damit wir die SMS empfangen können, um uns einzuloggen. Aber obwohl das vielleicht ausreicht, um jemanden per SIM-Swap anzugreifen, gehen die Diebe noch einen Schritt weiter und versuchen herauszufinden, wie viel auf dem Konto ist, bevor sie jemanden per SIM-Swap angreifen.

DREW: Ob du's glaubst oder nicht, aber es gab etwa einen Monat lang eine Sicherheitslücke bei Coinbase, durch die man den Kontostand jedes beliebigen gültigen Benutzernamens und Passworts abrufen konnte. Das ging einfach – egal wie. Man brauchte keinerlei Zugriff außer Benutzername und Passwort. Man musste also keine SIM-Karte nachahmen, um den Kontostand zu sehen. Also haben die Leute einfach Millionen und Abermillionen von Kombinationen durchgespielt, eine Kombinationsliste bei Coinbase, und haben einfach die Millionäre von Coinbase gefunden. Und von diesen gibt es offensichtlich Millionen.

JACK: Das heißt, wenn man nur einen gültigen Benutzernamen und ein Passwort hatte, konnte man sehen, wie viel auf dem Coinbase-Konto des Benutzers war. Dadurch ist es dann sonnenklar, wen genau man für einen saftigen SIM-Swap ins Visier nehmen sollte. Aber man braucht immer noch diesen 2FA-Code, um reinzukommen und das Geld zu holen. Es war nur so, dass man ihn eine Zeit lang nicht brauchte, um das Guthaben zu sehen. Bleeping Computer veröffentlichte im Oktober 2021 einen Artikel, in dem stand, dass die Krypto-Wallets von 6.000 Coinbase-Kunden aufgrund einer Schwachstelle im 2FA-System leergeräumt wurden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es um diesen Bug geht, den Drew gerade erwähnt hat. Genau zu wissen, wie viel Geld jemand auf seinem Konto hat, ist entscheidend, um so einen SIM-Swap wirklich erfolgreich zu machen.

Es gibt noch ein letztes Detail zu Coinbase; wenn man einen gültigen Benutzernamen und ein Passwort hat und sich einloggt, sieht man, ob dieser Nutzer SMS-2FA nutzt oder so etwas wie Google Authenticator hat, weil die Seite einem sagt, nach welchem Code sie sucht. Die große Mehrheit der Coinbase-Nutzerinnen und Nutzer verwendet textbasierte 2FA, also SMS. Es kann jetzt immer noch das eine Problem geben, dass der Angreifer die Telefonnummer nicht kennt. Manchmal haben die die einfach noch nicht, und wenn man jemanden per SIM-Swap angreifen will, braucht man genau diese Telefonnummer, nicht wahr? Aber da steht direkt auf der Seite ein Hinweis, und der zeigt die letzten beiden Ziffern der Telefonnummer an, und da steht ausdrücklich: Gib den siebenstelligen Code ein, den wir gerade an sowas wie xxx-xxx-xx37 gesendet haben. Dieser kleine Hinweis, nur zu wissen, was die letzten beiden Ziffern der Telefonnummer sind, reicht diesen Dieben schon aus, um die vollständige Telefonnummer zu bekommen.

DREW: Also, normalerweise geht das so: Finde ihren Namen, ihren ungefähren Standort, ihre Telefonnummer. Es gibt eine Million Möglichkeiten, das zu tun. Mein Rat wäre: entschlüssle die E-Mail, die Sicherheitsvorkehrungen waren wahrscheinlich nicht besonders gut, sonst wären ihre Passwörter nicht durchgesickert. Darin findest du ihre IP-Adresse oder etwas anderes, mit dem du ihren Standort ungefähr bestimmen kannst. Führe dann eine Personensuche auf White Pages oder BeenVerified in diesem Gebiet mit ihrem Namen durch, und du wirst ihre Telefonnummer finden, die mit den letzten beiden Ziffern des Hinweises übereinstimmt.

JACK: Okay, so wählen diese SIM-Swapper also ihre Ziele aus. Zu diesem Zeitpunkt kennen sie den Benutzernamen, das Passwort, die Telefonnummer und den Kontostand, um zu wissen, ob sie einen dicken Fisch an der Angel haben. Oh, und man kann schnell nachschauen, zu welcher Art von Anbieter die Telefonnummer gehört, damit man den SIM-Swap beim richtigen Anbieter durchführen kann. Aber das ist ein großer Vorbereitungsprozess, nur um herauszufinden, wer unser SIM-Swapping-Ziel sein wird. Es ist sogar so viel Arbeit, dass dies, zumindest in den USA, ein ganz eigener Markt ist. Allein eine Liste von Zielen zu identifizieren und diese Informationen zu verkaufen, ist ein eigenes Geschäft. Obwohl es also nach viel Arbeit aussieht, könnte jemand einfach hier einsteigen, die Daten kaufen und einen SIM-Swap durchziehen. Okay, jetzt sind wir bereit für das große SIM-Swap-Event. Ihr erinnert euch, wie der Prozess anfing, oder?

Physischer Angriff für digitalen Profit

JACK: Jemand rannte in einen T-Mobile-Laden, riss dem Filialleiter das Tablet aus den Händen und rannte wieder raus. Das nennt sich hier ein Remo, Remote-Tablet-Grab. Aber wir sind immer noch nicht bereit für diesen Teil. Bevor man nämlich das Tablet des Managers stiehlt, braucht man das Passwort des Managers, das auf dem Tablet ist, richtig? Man muss also den Laden auskundschaften, alles über den Manager herausfinden, was man kann, um Social Engineering bei ihm anzuwenden.

DREW: Einfach den Manager anrufen und eine Rolle einnehmen: Hey, hier ist John vom Help Desk bei T-Mobile. Kannst du dich bitte um dieses Ticket kümmern? Dann schicken sie schicken eine gefälschte URL, und er gibt sein Manager-Login ein.

JACK: Okay, jetzt hat man also das Passwort des Managers, um sich in das Tablet einzuloggen, und wir wissen, wie man an das Tablet kommt. Und das ist tatsächlich ein großes Problem, das T-Mobile zu bekämpfen versucht, und es kursieren derzeit interne Memos mit Anweisungen, was zu tun ist, wenn das in deinem Laden passiert. Eine Anweisung ist, sofort das IT Help Desk anzurufen, um das Tablet und das Manager-Konto deaktivieren zu lassen. Das dauert insgesamt typischerweise etwa zehn Minuten. Wir müssen also wieder einen Schritt zurückgehen, denn wir haben nur dieses Zehn-Minuten-Fenster, und wir müssen alles in diesem Zeitraum erledigen. Wir müssen also vorbereitet sein, und wir haben unsere Vorbereitungen noch nicht getroffen. Was ihr hier wissen müsst, ist, dass das nicht von einer Person gemacht wird; der Dieb, der in den Laden rennt, ist nur ein Bauer in diesem Spiel.

DREW: Die auf Telegram sie nicht die Art von Leuten, die in einen Laden rennen. Sie bezahlen irgendjemanden, den sie im echten Leben kennen, damit er für sie in den Laden rennt.

JACK: Die Person, die reinrennt, das Tablet schnappt und wieder rausrennt, wird auf der Liste hier wirklich am schlechtesten bezahlt.

DREW: Verdient wahrscheinlich 200 Dollar, Bro. Ich hab's gesehen, dass das so ist.

JACK: Sie zahlen also 200 Dollar dafür, dass jemand reingeht, das Tablet schnappt und es ihnen wieder rausbringt. Sie müssen in der Nähe sein, denn ihr erinnert euch, sie haben nur zehn Minuten Zeit dafür. Die Person, die das Tablet am Ende in den Händen hält, ist also besonders geschickt darin, durch die T-Mobile-Software zu navigieren, um den SIM-Swap durchzuführen. Das liegt vielleicht daran, dass sie vorher im Laden gearbeitet hat oder ein Video gesehen hat, wie es gemacht wird. Aber trotzdem ist die Person, die tatsächlich auf dem Tablet tippt und den SIM-Swap durchführt, noch immer nicht dieselbe Person, die die Kryptowährung von den Coinbase-Nutzern stehlen wird. Das ist eine ganz andere Gruppe von Leuten, die all diese Coinbase-Logs gesammelt haben und darauf warten, dass jemand einen Remo macht. Sie organisieren sich alle in einem Telegram-Chatroom, und sie sind bereit, einer Person für einen Remo-Swap manchmal 10.000 Dollar pro Nummer zu zahlen.

Nur um noch mal sicher zu gehen, diese Leute sind in diesem Telegram-Kanal und sagen: Okay, ich hoffe, jemand zieht heute Abend einen Remo durch ich habe drei Konten, die ich knacken will. Dann ist alles, was man tun muss, diese Telefonnummer an die Person weiterzugeben, die den Remo durchführt, richtig?

DREW: Perfekt, Mann. Du klingst jetzt wie ein echter Swapper. Du benutzt unseren Slang.

JACK: Die Leute sind also auf Telegram und es ist Freitagabend, Samstagabend, und jemand sagt: Okay, ich glaube, wir versuchen es. Sie sagen der Gruppe: Ich fahre da runter, ich versuche, das Tablet zu schnappen. Ich bin bereit.

DREW: Es ist echt intensiv.

JACK: Ja, da sind all diese Leute, sie schließen ihre Zimmertüren ab. So nach dem Motto: Komm nicht rein, Dad, ich bin heute Abend beschäftigt. Komm nicht ins Zimmer, was auch immer du tust. Und dann sagen die Eltern so: Okay, wir geben dir etwas Zeit. [LACHT].

DREW: Oh, definitiv. Ich weiß, wovon du sprichst. Das passiert; Leute sagen wirklich: Oh, ich kann jetzt nicht. Ich muss Abendessen.

JACK: Ja.

DREW: Da denkt man sich: Mann, wir haben buchstäblich zehn Minuten Zeit, um das zu tun. Da ist keine Zeit fürs Abendessen. Es ist entweder Abendessen oder 100.000 Dollar. Du entscheidest.

JACK: Ja.

DREW: Das ist wirklich – das ist keine Übertreibung – so ist es wirklich manchmal. Unsere Remos sind so kurz.

JACK: Das ist es, was ich mir so gerne vorstelle, die tatsächliche Person hinter dem Bildschirm, und wenn das ein Teenager ist, dann ja, dann besteht diese Möglichkeit, dass alles in jeder Sekunde schiefgeht, weil der bei seinen Eltern wohnt und sein Zimmer aufräumen muss. Aber gut, zurück zur Geschichte, sie sind bei Telegram, sie bekommen die Nachricht: Okay, ich habe den Remo. Was hast du gesagt, 10.000 Dollar pro Nummer?

DREW: Also, nach nach Anbieter aufgeschlüsselt sieht es so aus: Bei T-Mobile kostet ein Swap etwa 5.000 Dollar. Wenn es sich um ein Betrugsopfer handelt, kostet es dich 7.500 Dollar. Ein Betrugsopfer verfügt über spezielle Schutzmaßnahmen für sein Konto, die jedoch immer noch umgangen werden können. Verizon wird dich wahrscheinlich mehr als 50.000 $ kosten. Verizon ist extrem gut gesichert, aber mit der richtigen Ausrüstung ist es trotzdem möglich. Du brauchst zum Beispiel den Login eines Filialleiters, was eine sehr hohe Position ist. Du musst also in der Lage sein, diesen Verizon-Manager ordentlich zu bezahlen, und du kannst das System nicht hacken. Das geht nicht – so sieht es zumindest derzeit aus. Man braucht einen Insider. Man darf ihn natürlich nicht verraten oder so. Bei AT&T sinken die Preise auf 2.000 bis 3.000 $, weil ihr Opus-Tool nicht allzu sicher ist.

JACK: Okay, diese Person, die den Remo-Snatch durchführt, lässt also alle Stunden vorher wissen, dass sie plant, an diesem Abend einen Remo zu machen.

DREW: Der Activator ist die Person, die den Remo-Snatch koordiniert.

JACK: Der Activator teilt also allen im Discord-Kanal mit, dass sie den Remo haben und bereit für Aufträge sind. Die Leute auf Telegram fangen sofort an, ihm Informationen zu geben; Telefonnummer und ICC-ID. Das ist alles, was sie brauchen, um den Prozess zu starten, bei dem die Telefonnummer vom Telefon des Kunden auf das Telefon des Diebes in Telegram zu übertragen. Es sind intensive zehn Minuten. Die Zeit tickt und jeden Moment kann dieses Tablet deaktiviert werden, also müssen sie so schnell wie möglich arbeiten und in diesem Zeitraum so viele Nummern wie möglich austauschen. An einem guten Abend kann ein Activator damit über 100.000 Dollar verdienen.

DREW: Ja, an diesem Punkt gehst du einfach hin und machst deinen Lick.

JACK: Mehr Slang.

DREW: Ein „Lick“ ist, wenn man jemanden ausnimmt, das ist also einfach ein „erfolgreicher Log“ – in unserem Slang bedeutet „Log“ also „Login“. Wenn man also einen „Lick“ landet, bedeutet das, dass man das Guthaben der anderen Person abgehoben hat. Es gehört dir; du hast gewonnen. Es gibt also mehrere Möglichkeiten, diesen Slang zu verwenden. Man könnte sagen: „Diese Person sieht nach einem Lick aus.“ Mit anderen Worten: Diese Person sieht nach einem leichten Ziel aus. Man könnte sagen: „Ich habe heute einen Lick gelandet“, was bedeutet, dass ich eine erfolgreiche Abhebung von einem Coinbase-Konto durchgeführt habe.

JACK: Nun haben diese Jungs also die Kontrolle über die Telefonnummern ihrer Ziele, und müssen ab jetzt schnell wie möglich zu arbeiten.

DREW: Du schwitzt wie irre. Du gehst hin und setzt das Yahoo-Passwort zurück. Du bist über einen Proxy in ihrer Nähe verbunden, nutzt einen Residential-Proxy in der Nähe des Zielortes, loggst dich in ihr Yahoo-Konto ein und setzt das Passwort zurück, da es meistens nicht dasselbe ist wie das für Coinbase. Wir erhalten den Link zur Geräteauthentifizierung von Coinbase, während du immer noch am schwitzen bist. Dein Holder sollte die ganze Zeit über Codes erhalten; du schreist deinen Holder an, dir den Code sofort zu schicken, sonst wirst du ihn nicht bezahlen.

JACK: Was? Sorry, ein Holder ist was genau?

DREW: Ein „Holder“ ist jemand, der das Telefon, auf dem das Einmalpasswort eingeht, tatsächlich in der Hand hält. Meistens machen die Personen, die die Zieldaten und das Guthaben besitzen, das nicht selbst, da das die operative Sicherheit gefährden würde.

JACK: Heilige Scheiße.

DREW: Es gibt dafür spezielle Personen, die die Handys nur halten, damit die Person, die die Hinweise oder Ziele hat, nicht erwischt wird.

JACK: Oh Mann, da ist also auch noch ein Holder in die ganze Sache involviert. Ja, Holder werden einfach dafür bezahlt, dass sie diejenigen sind, die das Telefon gekauft haben und die Nummer darauf übertragen lassen. Okay, die Person, die den Lick machen will, fängt also vielleicht zuerst damit an, in die E-Mail des Opfers zu gehen und das Passwort zurückzusetzen. Bei vielen E-Mail-Anbietern wird dir eine SMS geschickt, um das Passwort zurückzusetzen. Der E-Mail-Anbieter schickt also die SMS und der Holder sagt der Person, wie die SMS lautet, und sie bekommen den Zugang zum E-Mail-Konto, und von dort aus versuchen sie, sich bei Coinbase einzuloggen. Nach Eingabe des Benutzernamens und Passworts wird eine SMS an das Telefon geschickt, das der Holder hat, und der Holder muss den Code an den eigentlichen Angreifer weitergeben. Der loggt sich nun bei Coinbase ein. Aber bei Coinbase gibt es typischerweise eine Prüfung, und dann steht da sowas wie: Wir erkennen dieses Gerät nicht. Wir senden dir eine E-Mail, um zu überprüfen, ob du es bist. Aber der Angreifer ist ja bereits in dem E-Mail-Konto des Opfers, also muss er nur auf die E-Mail warten und auf "Ja, ich bin's" klicken, und Coinbase lässt ihn rein. Jetzt ist er im Coinbase-Konto von jemandem, und dort liegen vielleicht 30.000, 100.000 oder manchmal sogar mehr als eine Million Dollar.

DREW: Anschließend überträgst du das Guthaben auf Coinbase Pro, damit du das Geld abheben kannst, und transferierst es dann in deine Exodus-, MetaMask- oder Electrum-Wallet.

JACK: Der Grund, warum sie es zu Coinbase Pro transferieren, ist, weil es dort ein höheres tägliches Abhebungslimit gibt. Aber dort gibt es auch eine Sicherheitsprüfung, bevor man da Geld abheben kann, eine weitere 2FA-Prüfung. Also muss man eine weitere SMS vom Holder bekommen, um die Überweisung einzuleiten. Aber da ist immer noch eine weitere Sicherheitshürde; Coinbase hat ein maximales tägliches Abhebungslimit, und manchmal haben die Leute mehr als das. Aber Drew sagt, das sei kein Problem.

DREW: Ja, es gibt ein paar Tricks. Die Leute nutzen Sicherheitslücken, über die ich nicht sprechen darf, aber ja, es gibt da Wege, 250.000 Dollar oder eine Million Dollar abzuheben. Man kann riesige Geldsummen abheben. Es gibt eine Methode, die jeder kennt und die ich dir verraten kann, ist, ein bestimmter Bot in einem Forum, der in der Lage ist, gleichzeitig eine Flut von Anfragen zu senden, um das System zu überlasten, sodass man eine Reihe kleinerer Transaktionen abwickeln kann. Aber es gibt auch andere Methoden, die direktere Sicherheitslücken ausnutzen.

JACK: Meine Güte, diese Kids haben echt gnadenlos entschlossen. Warum sollten sie das auch nicht sein, wenn es einen potenziellen Eine-Million-Dollar-Lick gibt, den sie damit abstauben können?

DREW: Die neue Generation der Krypto-Swapper – ich kenne da persönlich wahrscheinlich mindestens zehn Millionäre, die alle unter sechzehn sind und von denen ich mit Sicherheit weiß, dass sie nicht lügen; ich habe live gesehen, wie sie Transaktionen getätigt haben, und live miterlebt, wie sie Millionen-Dollar-Gewinne eingefahren haben. Was die ältere Generation angeht, diejenigen, die extrem früh dabei waren mit den verrückten 20-Millionen-Dollar-Zielen von Michael Turpin: Die haben 15 Millionen Dollar, 10 Millionen Dollar und sind in neuen Geschäften wie NFTs und Phishing tätig. Also wirklich high-level Sachen.

JACK: Okay, Michael Turpin ist ein Kryptowährungs-Investor, aber er hat auch ein paar Startups in diesem Bereich, wie Transform Group und BitAngels. Im Januar 2018 hat jemand die Schritte durchgeführt, die wir hier gerade erklärt haben, um sich in Turpins Krypto-Wallet zu hacken und Kryptowährungen im Wert von 23 Millionen Dollar daraus zu stehlen. 23 Millionen Dollar, in einer Nacht gestohlen. Und ihr wisst, sobald die Person das Geld hatte, musste sie all die Leute in der Kette bezahlen, die ihr geholfen haben, dorthin zu gelangen. In diesem Fall waren es Insider, die bei AT&T arbeiteten, die dabei halfen. Nun, einer der Typen, die 23 Millionen Dollar gestohlen hatten, war immer noch nicht glücklich. Er twitterte: Habe 23 Millionen Dollar gestohlen und kann mich trotzdem nicht von Drogen fernhalten. Habe 23 Millionen Dollar gestohlen und kriege mein Leben nicht auf die Reihe. Turpin ging natürlich zur Polizei, die anfing zu ermitteln und einige ziemlich handfeste Beweise finden konnte, die sie zu dem Urheber der Tweets namens Nicholas Truglia führten, der einundzwanzig war. Mastermind der Aktion war aber der erst 15-jährige Ellis Pinsky.

Weil er noch minderjährig war, konnte Ellis eine Verurteilung umgehen und das meiste Geld zurückgeben. Bei Nicholas war das anders: Gerichtsakten zeigen, dass er zum Zeitpunkt seiner Verhaftung über 70 Millionen Dollar an Vermögenswerten hatte. Er hatte sich schuldig bekannt und sollte zunächst nur 18 Monate absitzen und 20 Millionen Entschädigung an die Opfer zahlen. Weil er das nicht in der vorgegebenen Zeit tat, wurde er zu 12 Jahren Haft verurteilt. Was Michael Turpin betrifft, so war der richtig wütend, dass er 23 Millionen Dollar verloren hatte. Natürlich war er das, aber er hatte auch fünfzig andere Krypto-Konten und die waren alle in Ordnung, also bin ich mir nicht sicher, welcher Prozentsatz seiner Krypto-Gelder gestohlen wurde, aber er war auf jeden Fall so wütend, dass er sowohl Nicholas als auch AT&T verklagte. Er verklagte AT&T auf 200 Millionen Dollar und behauptete, die Person, mit der er am Telefon gesprochen hatte, habe gesagt, seine Telefonnummer sei sicher und könne nicht per SIM-Swap übernommen werden, und dennoch wurde sie es. Er wollte, dass AT&T zugibt, dass sie der Hauptgrund dafür sind, dass sein Geld gestohlen wurde. Der Richter wies den Fall jedoch ab. Aber Turpin verklagte auch den Hacker, Nicholas, und diese Klage gewann er. Der Richter sprach Turpin 75 Millionen Dollar zu. Während Turpin also 24 Millionen Dollar verlor, wurden ihm letztendlich 75 Millionen Dollar als Entschädigung zugesprochen. Wilde Sache.

Ellis Pinsky hat später übrigens Computer Wissenschaften und Philosophie an der NYU studiert und will mit seinen Jugendsünden nichts mehr zu tun haben.

DREW: Ein wichtiger Tipp für alle Krypto-Anleger da draußen oder alle, die Coinbase-Konten haben: Nutzt für verschiedene Zwecke jeweils eigene E-Mail-Adressen. Trennt eure private E-Mail-Adresse von der für eure Krypto-Investitionen.

JACK: Alles klar, das ist sinnvoll. Wir sind jetzt von "Verwendet keine Passwörter mehrmals" bei "Verwendet keine E-Mails auf hochkarätigen Konten wieder" gelandet. Wenn man eine E-Mail-Adresse hätte, die nur für die Krypto-Börse da wäre und man sie nirgendwo sonst nutzen würde, dann wäre es wirklich schwer, diese E-Mail-Adresse zu finden und sie zu knacken, denn schließlich braucht man einen Benutzernamen und ein Passwort, um in diese Börsen zu gelangen, also warum nicht den Benutzernamen wirklich schwer auffindbar machen? Wenn dein Benutzername Deine E-Mail-Adresse ist, die du für alles benutzt, dann ist das so, als würdest du jedem, mit dem du chattest, die Hälfte deines Logins geben. Wir sind jetzt die 100 Schritte durchgegangen, die es braucht, um jemanden per SIM-Swap anzugreifen und sein ganzes Geld zu stehlen. Das war alles andere als eine schnelle und einfache Methode, um reich zu werden. Es brauchte eine ganze Menge Recherche, um nur ein gutes Ziel zu finden, und das ist wichtig zu wissen, denn die Leute stellen mir ständig Fragen wie: Oh, wie gefährlich kann das sein, wenn ich mein Geburtsdatum auf meinem Facebook-Profil angebe? Sie erwarten irgendeine schnelle und einfache Möglichkeit, wie ein Hacker das gegen sie verwenden kann, aber es ist nicht immer schnell und einfach. Wenn diese Art von Kriminellen Wind davon bekommen, dass du etwas hast, was sie wollen, werden sie dein Leben auskundschaften und ein massives Dossier über dich anlegen, damit sie dein digitales Leben komplett übernehmen und zu dir werden können.

Jeder kleine Fetzen zusätzlicher Information, den sie über dich bekommen können, kann für sie potenziell zum massiven Zahltag werden. Wenn irgendeine obskure Website, bei der du ein Konto hattest, gehackt wird und sie das Passwort bekommen, das du benutzt hast, und du dieses Passwort woanders wiederverwendest, öffnet ihnen das einfach Tür und Tor. Offensichtlich hat es für sie einen Wert, in deine E-Mail und an deine Telefonnummer zu kommen, also sind sie begeistert davon, wenn du das einfach öffentlich postest. Aber dann gibt es noch die kleinen Dinge; in welcher Stadt du bist, welchen Browser du benutzt, welche Dinge du magst, wo du gerne Kaffee trinkst und wer deine Familienmitglieder sind. All diese Dinge können genutzt werden, um dich weiter auszunutzen. Wenn sie wissen, in welcher Stadt du bist, können sie einen Proxy an deinem Standort nutzen, um ihren Datenverkehr so aussehen zu lassen, als käme er von irgendwo in deiner Nähe. Wenn sie wissen, welchen Browser du benutzt, hilft ihnen das, mehr wie du auszusehen, wenn sie versuchen, auf deine Konten zuzugreifen, und wenn sie wissen, welche Dinge du magst, könnte ihnen das etwas über andere Bereiche deines Lebens verraten, die sie sich ansehen sollten. Und wenn sie wissen, wo du gerne Kaffee trinkst, könnte das dazu führen, dass sie dir dort auflauern und dir die Taschen ausräumen, während du in der Schlange für deinen Latte stehst.

Wenn sie Informationen darüber haben, wer deine Familienmitglieder sind, könnten diese Familienmitglieder ins Visier genommen werden. Drew hier hat mir eine Geschichte darüber erzählt, wie die Kids einmal, als sie in das Konto eines Typen kommen wollten, der Ehefrau eine SMS schrieben und sich als der Ehemann ausgaben, um sie dazu zu bringen, die 2-Faktor-Authentifizierungscodes über SMS vorzulesen. Je mehr Informationen sie über dich haben, desto einfacher macht es ihre Arbeit. Stell dir vor, sie hätten vollen Zugriff auf dein Bankkonto und beschließen, das gesamte Geld abzuheben, aber deine Bank entscheidet: Moment, da stimmt etwas nicht, und sie hinterfragen die Überweisung und sagen: Hm, nur um sicherzugehen, dass Sie es sind, wie lautet Ihr Geburtstag? Nun, dieses eine Datum, das du für so harmlos hieltest, um es einfach öffentlich zu teilen, hätte deine Rettung sein können, wenn du es nicht auf Facebook gepostet hättest. Ich hoffe, du bist jetzt überzeugt, deine privaten und persönlichen Daten niemals auf einer öffentlichen Website zu teilen.

Wie nennst du das, diese Gruppe?

DREW: Es gibt da ein paar verschiedene Begriffe. Wir nennen es vor allem „Com“.

JACK: Com, geschrieben C-O-M; das ist die Abkürzung für Community, und das ist neu für mich. Zu meiner Zeit nannten wir es die Szene. Jetzt ist es wohl die Community.

DREW: Ja, wir nennen es aber einfach „Com“. Dann gibt es noch „Simming Com“ und es gibt „Cracking Com“, „Roblox Com“, „Twitch Com“. Da geht's um Twitchzugänge. Es gibt ein „Vanilla Com“. Es gibt „Infosec Com“.

JACK: Huh, die Infosec-Com war mir nicht geläufig, aber Drew hat es mir erklärt. So wie er es sagt, gibt es einige Leute im IT-Sicherheitsbereich, die Teil des Infosec-Twitters seien und als gute Sicherheitsforscher respektiert werden wollen, aber gleichzeitig auch Dinge tun wollen, die illegal oder unethisch sind, und sich quasi gleichzeitig als unschuldiger White Hat und als zwielichtiger Black Hat verhalten, so wie Ryan Phobia Stevenson. Das ist der Typ, der ein paar Bugs meldete, die er bei Telekommunikationsunternehmen gefunden hatte, und dafür belohnt wurde. Aber dann nutzte er diese Bugs, um Kundendaten von Telekommunikationsunternehmen abzugreifen und sie auf Untergrundmärkten zu verkaufen. Der Typ hat doppelt kassiert. Es hört sich so an, als gäbe es Coms für jeden kleinen Schwerpunktbereich, in dem Leute online Geld verdienen können. Aber der rote Faden bei all dem ist, dass sie alle unethische Coms sind, und deshalb nenne ich sie schmutzige Coms. Das sind fiese Communitys.

Der Goldrausch im NFT-Markt

JACK: Lass uns über NFTs sprechen. Also, jeden Tag in den Nachrichten sehe ich einen weiteren Angriff auf NFTs, wie zum Beispiel, dass jemand um seinen Bored Ape betrogen wird oder...

DREW: Ja, natürlich.

JACK: Oder...

DREW: Der Klassiker...

JACK: Okay, fahr fort. Du hast das gesehen. Ist es jemand aus deinen Coms, der diese Dinge durchführt?

DREW: Okay, also, es geht um die ersten, wirklich, wirklich reichen SIM-Com-Nutzer, die ich erwähnt hatte. Also, diese ersten reichen Simmers, die nicht in der aktuellen Version sind, stehlen NFTs. Es gibt eine Gruppe von Leuten, die ich kenne – ich werde sie nicht namentlich nennen, aber im Grunde sind es einfach Leute, die buchstäblich auf Discord gehen; jemand sagt, er brauche Hilfe mit einem NFT. Sie schreiben ihnen eine Nachricht, sie posten ihre Links.

JACK: Huh, ich habe das selbst während des großen NFT-Hypes aus erster Hand miterlebt. Ich war in einem NFT-Discord. Und falls ihr nicht wisst, was ein NFT ist, in diesem Fall ist es einfach digitale Kunst, die man kaufen und verkaufen kann, und diese digitalen Kunstwerke gingen für Tausende von Dollar pro Stück weg, und manchmal sogar für Hunderttausende von Dollar pro Stück. In Discord bekam ich eine Direktnachricht, in der stand, ich sei ausgewählt worden, auf einer Vorverkaufsliste für einen dieser NFT-Drops zu stehen, und ich müsse ihn jetzt kaufen. Aber natürlich habe ich nicht auf den Link geklickt. Aber jemand im Kanal hat es getan, und die Seite sagte, um das NFT zu prägen, müsse man nur sein MetaMask-Krypto-Wallet verbinden und seine 24-Wort-Seed-Phrase eingeben. Nun, diese 24-Wörter sind absolut nichts, was man jemals teilen sollte. Das ist im Grunde das private Passwort zu deiner Krypto-Wallet, und wenn du das jemandem gibst, hast du ihm im Grunde die Kontrolle über deine gesamte Krypto-Wallet übergeben. Nun, diese Person gab ihre Seed-Phrase auf der gefälschten Website ein, und sobald sie das tat, gelangte der Dieb in ihre Krypto-Wallet und nahm all ihre wertvollen NFTs und verkaufte sie für etwa den halben Preis. Der Dieb machte etwa 40.000 Dollar in Ethereum in vielleicht fünf Minuten. Es war absolut verrückt, mitanzusehen, wie dieser Person direkt vor meinen Augen das Konto leergeräumt wurde, und es gab nichts, was irgendjemand tun konnte, um es zu stoppen.

Es gibt echt keinen Mangel an Geschichten von Leuten, die digital ausgeraubt werden und denen die Krypto-Wallet gestohlen wird, und ich glaube, der Grund ist der, dass diese Krypto-Wallets Unmengen an Geld beinhalten und sie genau wie Browser-Add-ons sind. Wenn du deine Krypto-Wallet mit der falschen Seite verbindest, ist das Spiel vorbei, und es ist so einfach, sie mit der falschen Seite zu verbinden. Es ist ein bisschen, als hätte man sein Bankkonto direkt im Browser als Plug-in zugänglich, und alle Seiten, die man besucht, wollen alle einen Blick darauf werfen. Aber das ist erst der Anfang; fast jeden Tag passiert das. Es gibt so viele Betrüger, die versuchen, Zugang zu den Krypto-Wallets von Leuten zu bekommen, in denen sich Kryptowährung oder ein NFT befinden könnte. Die Betrügereien sind riesig und schnell, sie kommen aus jedem Winkel auf dich zu, wenn du dich in diesem Bereich bewegst. Zum Beispiel war ein anderer großer Betrug, den ich gesehen habe, als ein NFT-Projekt kurz vor dem Start stand. Und der Starttag ist ein großer Tag. Jeder, der dabei sein will, will sich beeilen, um seine Token zu prägen und zu hoffen, dass der Preis steigt. In diesen Momenten herrscht also ein Rausch, weil es ein begrenztes Angebot gibt und man nicht leer ausgehen will. Wenn Leute es also eilig haben, etwas zu kaufen, sind sie bereits anfällig dafür, Fehler zu machen, und typischerweise werden eifrige Käufer im Discord-Chatroom für dieses NFT sein, um zu beobachten, was vor sich geht. Aber es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die dabei schiefgehen können. Erstens kann der Besitzer des Discords gehackt werden, und Drew erklärt, wie das passiert.

DREW: Sie haben ihre Glaubwürdigkeit über einen Freund aufgebaut; so läuft das immer. „Hey, mein Freund meint, ich soll mal mit dir reden.“ Irgendwann schleicht er sich dann langsam heran, indem er eine Art Datei schickt, mit der sie ihn tatsächlich über das Discord-Token-Protokoll identifizieren können.

JACK: Wenn ihr Discord benutzt, stehen die Chancen gut, dass ihr nicht jedes Mal euren Benutzernamen und euer Passwort eingebt, wenn ihr die Seite besucht oder die App öffnet. Das liegt daran, dass, sobald man sich authentifiziert hat, ein kleines Authentifizierungs-Token auf dem Computer existiert, das einen eingeloggt hält. Aber wenn man einfach das Authentifizierungs-Token nehmen kann, dann kann man sich als diese Person einloggen, ohne ein Passwort zu benötigen. Das Authentifizierungs-Token hat all das Zeug da drin, und ja, wenn man jemanden dazu bringen kann, seine Malware zu installieren, kann die Malware das Token stehlen. Okay, wenn man also Zugang zum Konto eines Moderators auf einem beliebten Discord-Kanal bekommt, der kurz davor steht, ein NFT zu starten, dann kann man eine Menge Geld verdienen. Alles, was man tun muss, ist, die offizielle Website dieses NFTs zu kopieren, was super einfach ist, und eine ähnlich aussehende URL mit einem anderen Buchstaben zu erstellen, und zu ändern, wohin das Geld geht, wenn jemand das NFT kauft. Anstatt dass das Geld an den NFT-Macher geht, geht es jetzt in deine Wallet. Alles, was man jetzt noch tun muss, ist, die Leute auf seine Seite zu leiten, und da man ein Moderator ist, kann man das.

DREW: Poste eine Hauptnachricht, Feuer frei.

JACK: Die Nachricht könnte lauten: "Minting ist jetzt live, offen für alle, aber beeilt euch; wir schließen in zehn Minuten". Einige dieser Discord-Kanäle haben über 50.000 Leute da drin, alle bereit zum Kauf. Ihr könnt euch vorstellen, dass, wenn 50.000 Leute eine Nachricht wie diese sehen, dass das Projekt live gegangen ist und sie bereit zum Prägen sind, dass sie auf die Seite strömen werden, um ihre NFTs zu kaufen. Ich habe das immer und immer wieder gesehen. Betrüger infizieren Discord und verdienen damit in zehn Minuten über 100.000 Dollar. Aber es gibt auch andere Betrügereien, die auf Discord ablaufen.

DREW: Es gibt Leute, die tatsächlich NFT-Discords kaufen und sie dann künstlich anwachsen zu lassen. Das machen sie, um einen Exit-Scam durchzuziehen oder einfach um sie an jemanden zu verkaufen, der einen Exit-Scam durchziehen wird.

JACK: Oh ja, das habe ich auch gesehen. Wenn man ein NFT-Projekt findet, das 100.000 Follower auf Twitter und 80.000 Mitglieder auf Discord hat, wird man denken, dass das ein heißes NFT-Projekt ist, und sich mehr dafür begeistern. Aber die Zahlen sind alle gefälscht. Es ist ein Discord-Kanal, der erst letzte Woche gekauft wurde, und er kam schon mit 80.000 Mitgliedern, aber das sind alles Bots. Es erzeugt also einen falschen Hype darum, und sie starten ein Projekt und die Leute bezahlen sie, und sie bekommen nichts dafür außer irgendein billiges Kunstwerk, das von jemandem auf Fiverr gemacht wurde. Die Macher schnappen sich einfach das Geld und verschwinden. Auch hier kann ein Betrug wie dieser jemandem über 100.000 Dollar einbringen, wenn er richtig gemacht wird. Aber das sind sicherlich ziemlich aufwendige und komplexe Betrügereien. Es dauert lange; man muss eine Website bauen, einen NFT-Server kaufen, die ganzen Kunstwerke erstellen. Es ist nicht einfach und erfordert echtes Fingerspitzengefühl. Aber dann, als gäbe es nicht schon genug NFT-Betrügereien, passieren auch noch Influencer-Betrügereien.

DREW: Sie engagieren eine seriös wirkende Person als Strohmann. Es handelt sich um wohlhabende Leute, die als Krypto-Influencer auftreten und andere dazu bringen, auf diese Tricks hereinzufallen – zum Beispiel ihre Freunde. Sie überreden ihre Freunde, auf NFT-Betrügereien hereinzufallen, und hinter all dem stecken diese millionenschweren SIM-Swapper. Das ist schrecklich.

JACK: Yikes, Mann, man kann in NFT-Land nicht einmal seinen Freunden vertrauen. Sie könnten von den Betrügern dafür bezahlt werden, dich zu betrügen. Ich habe mich ein bisschen mit diesen NFTs beschäftigt und ich sage euch, das ist nichts für Anfänger. Es ist gespickt mit Landminen, Hackern, Dieben, Betrügern, Kriminellen und so vielem mehr, was für mich ein Spaß ist, den ganzen Wahnsinn zu beobachten.

Vom Kinderzimmer ins Gefängnis

JACK: Es ist aber nicht jedermanns Sache, und diese Leute versuchen hart, an deine Krypto-Wallet zu kommen und deine Vermögenswerte zu plündern. Sie können es ungestraft tun, weil es so schwer ist, Krypto-Raubüberfälle zurückzuverfolgen.

DREW: Die machen das aus reiner Profitgier, Leute wie Joel Ortiz, Nicholas Truglia, Xavier Clemente.

JACK: Warum nennst du hier diese Namen?

DREW: Die Namen sind ja bekannt, die wurden verhaftet.

JACK: Oh, okay. Oh, die – die wurden alle verhaftet?

DREW: Die berühmtesten SIM-Swapper, die verhaftet wurden sind; PlugWalkJoe, AKA Joseph, James O’Connor.

JACK: Okay, ich muss nachschauen, was diese Leute getan haben. Okay, Joel Ortiz wurde wegen SIM-Swapping verhaftet. Tatsächlich war er die allererste Person, die wegen SIM-Swapping verurteilt wurde. Das ist wild; 2019 ist das erste Mal, dass ein SIM-Swapper jemals verurteilt wurde. Das ist wirklich die Definition eines modernen Verbrechens, wenn erst vor ein paar Jahren das erste Mal überhaupt jemand dafür verurteilt wurde. Joel Ortiz war also einundzwanzig, aus Boston, und laut Polizei hat er vierzig Personenbetrogen und insgesamt 7 Millionen Dollar durch die Durchführung von SIM-Swaps gestohlen. Er wurde verhaftet und bekam dafür zehn Jahre Gefängnis. Wir haben bereits über Nicholas Truglia gesprochen, aber Drew erwähnte auch Xavier Clemente. Dieser Typ war neunzehn Jahre alt, als er wegen SIM-Swapping verhaftet wurde. Die Polizei sagt, er habe über eine Million Dollar in Kryptowährungen gestohlen. Ellis Pinsky bekam den Spitznamen Baby Al Capone, weil er erst fünfzehn Jahre alt war, als er verhaftet wurde. Oh, und übrigens, die von der Polizei beschlagnahmten Gegenstände sind unglaublich; Luxusuhren, Luxusautos, Penthouse-Wohnungen. Diese Kinder verpulvern es so schnell, wie sie es bekommen, und fast alle von ihnen haben eine Spielsucht, bei der sie etwas Geld in ein Online-Casino stecken und am Rad drehen und versuchen, den noch größeren Gewinn zu erzielen. Sie mögen es irgendwie, in Livestreams und so damit anzugeben, wieviel sie bereit sind zu setzen, damit andere sehen können, wie viel Geld sie haben. Es ist verrückt.

DREW: Auf ihren Telegram-Kanälen posten sie regelmäßig Screenshots ihrer Opfer, zeigen, wie viel Geld die auf ihren Konten haben, und erzählen, dass sie ihnen gerade Millionen von Dollar abgezockt haben. Das lässt sich leicht überprüfen, denn sie zeigen einem buchstäblich die Transaktions-IDs und ihre Bitcoin-Wallets, die mit Millionen von Dollar gefüllt sind. Jeden Tag verschenken sie Tausende von Dollar. Sie machen einfach total verrückte Sachen mit ihrem Geld, sind halt noch Kinder.

JACK: Diese Liste geht weiter und weiter. Viele Leute werden verhaftet, die unter achtzehn Jahre alt sind, und deshalb sehen wir ihre Namen einfach nie in den Nachrichten. Einige von ihnen werden erwischt und müssen einfach die Kryptowährung oder NFTs zurückgeben, die sie gestohlen haben, und sie bekommen nur eine strenge Verwarnung. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber all das haut mich einfach um. Ich hatte vorher keine Ahnung, wie diese Untergrund-Community aussah. Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass sich meine Augen angepasst haben und ich im Dunkeln sehen kann. Geht es euch auch so? Ich habe das Gefühl, das Internet ist im Moment ein absolutes Kriegsgebiet. Jeden Tag hören wir von einem weiteren Unternehmen, das von Ransomware oder einem Datenleck getroffen wird, aber all das ist weit weg. Das passiert nicht in meiner Nachbarschaft. Aber das hier ist mein Hinterhof. Das sind Teenager, die ganz normale Leute ins Visier nehmen, und ihre Spitznamen sind kein Zufall. Baby Al Capone oder Billy the Kid. Billy the Kid hat früher Züge überfallen. Er hat einfach wahllos Leute überfallen und Geld von ihnen gefordert, im Grunde passiert hier das Gleiche. Wenn man öffentlich erwähnt, dass man eine Menge Kryptowährung hat, kann man wahrscheinlich damit rechnen, dass jemand das von einem stehlen will. Es ist nicht einfach, das sicher aufzubewahren. Es ist wirklich knifflig.

Wenn ihr also Krypto habt, dann rate ich euch dringend, nicht all euer Zeug auf eine Adresse zu legen. Teilt es auf verschiedene Wallets auf, denn wenn etwas kompromittiert wird, wollt ihr nicht, dass sie das ganze Sparschwein mitnehmen. Die Telefongesellschaften sollten wahrscheinlich ihre Sicherheit erhöhen. Es macht den Eindruck, als würden sie versuchen, es schwieriger zu machen, und deshalb zahlen die Leute heute auch 10.000 Dollar pro SIM-Swap. Aber wie können sie es eliminieren, wenn es Insider gibt, die als Regionalmanager arbeiten und an dem Betrug beteiligt sind? Sie könnten das Äquivalent eines ganzen Jahresgehalts bekommen, indem sie einem SIM-Swapper helfen, einen Millionen-Dollar-Lick zu landen. Das könnte schwer abzulehnen sein für jemanden, der das Geld wirklich braucht. Vielleicht ist die Antwort, keine SIM-Karten mehr zu verwenden und einfach immer einen WLAN-Hotspot in der Tasche zu haben und das Telefon darüber laufen zu lassen, wenn man jemanden anrufen muss. Ich weiß es nicht. Börsen wie Coinbase machen einen ziemlich guten Job dabei, es Kriminellen schwer zu machen, in das Konto von jemandem zu gelangen. Tatsächlich glaube ich, dass Coinbase beim Exploit, von dem Drew sprach und der es jemandem ermöglichte, das Guthaben eines Kontos ohne 2FA zu überprüfen, alle Leute entschädigt hat, die von diesem Exploit betroffen waren.

Aber vielleicht sollten sie jeden dazu zwingen, Google Authenticator zu nutzen. Das würde es für diese Leute schwieriger machen, oder vielleicht die Option geben, ein zweites Passwort auf der Seite zu haben, das nur für Überweisungen ist. Das Problem ist, je schwerer sie es Kriminellen machen, Dinge zu stehlen, desto schwerer machen sie es den Nutzern, die Seite zu bedienen. Es wird also zu einer schwierigen Balance. Obendrein bin ich mir sicher, dass Nordkorea Coinbase die ganze Zeit angreift und versucht, irgendwo eine Hot Wallet zu finden, um da reinzugreifen. Sie haben also wirklich ein ziemliches Päckchen, gegen das sie sich verteidigen müssen. No pressure? Aber mir scheint zumindest offensichtlich, dass, selbst wenn man ein paar dieser Probleme behebt, die Leute in diesen schmutzigen Coms einfach einen anderen Weg finden, es zu tun. Da das Internet sich mit der Geschwindigkeit bewegt, mit der es sich bewegt, stellen Software und Websites die Sicherheit nicht immer an erste Stelle. Das sind einige der Konsequenzen, wenn man das nicht tut. Wie ich am Anfang sagte, wird nicht viel Weisheit von Generation zu Generation darüber weitergegeben, was die Gefahren des Internets sind, sei es für die Nutzer der Seite oder die Teenager, die versuchen, sich in sie zu hacken. Ich glaube, es wird noch schlimmer werden, bevor es besser wird.

Es könnte sogar noch vierzig Jahre dauern, bis wir eine Welt sehen, in der die Leute auf sichere, verantwortungsvolle Weise online gehen, in der die Nutzer ihre Privatsphäre und Sicherheit über alles schätzen und wissen, dass sie keine Apps installieren oder Geräte kaufen sollten, die ihre Privatsphäre gefährden, und ein starkes Verständnis für die digitalen Gefahren da draußen haben und Dinge tun, um sich selbst zu schützen. Deshalb habe ich diese Episode für euch gemacht, jetzt habt ihr einen viel klareren Blick darauf, warum euch jemand ins Visier nehmen würde und wie sie es tun, wenn ihr vielleicht vorher nie gedacht hättet, dass ihr das Ziel wärt.

Deshalb gibt es Dinge wie die Defcon. Das ist eine Konferenz, zu der Hacker gehen, um all die neuen Wege zu zeigen, die sie gelernt haben, um sich in Dinge zu hacken. Der Hauptfokus dort liegt darauf, offensive Hacking-Techniken zu teilen, und das Teilen dieser Techniken hat die Sicherheit wohl besser gemacht, denn wenn die Leute sie nicht teilen, dann wissen wir nicht, dass das Problem existiert, und man kann nichts unternehmen, um sich dagegen zu verteidigen.

Die echten Kriminellen und staatlichen Akteure teilen ihre Techniken nicht öffentlich, weil sie nicht wollen, dass sie behoben werden. Wir können das nicht einfach ignorieren und hoffen, dass Sicherheitsprobleme sich irgendwie von alleine beheben. Meine Hoffnung ist, dass ihr, nachdem ihr von all diesen Techniken gehört habt, euer digitales Leben nun ernster nehmt als zuvor. Ich stelle mir eine Welt vor, in der die Nutzer so gut über Sicherheit aufgeklärt sind, dass sie es auf sich nehmen, ihre Umgebungen extrem abzusichern, weil sie zu oft von bösen Akteuren getroffen wurden oder einfach gelernt haben, wie man das Internet sicher nutzt. Aber es wird lange dauern, bis wir dort ankommen. Manchmal müssen Dinge zusammenbrechen, bevor sie durchbrechen können. Es ist ein Kriegsgebiet da draußen. Seid vorsichtig, aber seid mutig. Haltet durch. Ihr schafft das. Nehmt eure eigene digitale Sicherheit ernst. Praktiziert gute digitale Hygiene. Viel Glück beim Ausweichen vor den Kugeln.

JACK: (OUTRO): Ein großes Dankeschön an Drew für das Teilen dieses Einblicks in die verschiedenen Coms und was dort vor sich geht.

Diese Episode wurde im englischen Original von Jack Rhysider erstellt. Den Text haben Marko Pauli und Isabel Grünewald übersetzt und gesprochen.

Produktion: Marko Pauli

Titelmusik: Breakmaster Cylinder

Dies sind die Darknet Diaries auf Deutsch von Heise Online. (igr)

Mercedes: Teilautonomer Fahrassistent soll Anfang 2027 deutschlandweit starten

Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz will seine autonome Fahrassistenz MB.Drive Assist Pro ab Ende 2026 in ersten deutschen Städten für einige Fahrzeugmodelle verfügbar machen. Das System bietet eine autonome Tür-zu-Tür-Navigation auf Basis des SAE-Levels 2++. Anfang 2027 soll…
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Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz will seine autonome Fahrassistenz MB.Drive Assist Pro ab Ende 2026 in ersten deutschen Städten für einige Fahrzeugmodelle verfügbar machen. Das System bietet eine autonome Tür-zu-Tür-Navigation auf Basis des SAE-Levels 2++. Anfang 2027 soll es „deutschlandweit ausgerollt werden“.

In enger Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium

Mercedes' teilautonome Fahrassistenz MB.Drive Assist Pro ist zuerst auf der IAA 2025 angekündigt worden und konnte Anfang dieses Jahres von heise Autos in einem Mercedes CLA ausprobiert werden. Das System basiert auf dem SAE-Level 2++, bei dem das Fahrzeug selbst lenken kann, aber der Fahrer immer in der Verantwortung bleibt und jederzeit wieder übernehmen können muss. Die Fahrerin oder der Fahrer darf während der Fahrt zeitweilig die Hände vom Lenkrad nehmen, jedoch nie die Augen von der Straße abwenden – daher spricht man bei diesem Grad der Automation auch von „hands-off, eyes-on“.

Dieser Automatisierungsgrad ist bis Ende dieses Jahres zunächst in Innenstädten erlaubt, wie der Mercedes-Entwicklungsvorstand Jörg Burzer in einem LinkedIn-Beitrag nach einem Termin mit Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) schreibt. Die ersten Städte werden laut dem Handelsblatt Stuttgart und München sein. „Damit bringen wir diese Technologie neben China und den USA nun auch auf unseren Heimatmarkt“, teilte Burzer mit. Dabei erfolgt die Einführung des Systems „in enger Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium“.

Deutschland ist dabei nicht das erste Land, in dem MB.Drive Assist Pro verfügbar sein wird: Denn in China bietet Mercedes das teilautomatisierte Fahren schon seit Herbst 2025 an. Dafür kooperiert das Unternehmen mit der chinesischen KI- und Softwarefirma Momenta. In den USA und auch für den hiesigen Markt setzt Mercedes auf den US-Konzern Nvidia als Partner. Das System setze hardwareseitig auf etwa 30 Sensoren, darunter zehn Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren, erklärt Mercedes.

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Laut Mercedes-Benz soll das Level-2++-System „Fahrassistenz und Navigation zu einem neuen, sicheren Fahrerlebnis“ verschmelzen. So lasse sich das Fahrzeug auf Knopfdruck „mit fortschrittlicher SAE-Level-2-Unterstützung durch die Stadt navigieren – vom Parkplatz bis zum Ziel“. Mithilfe eines kooperativen Lenkansatzes seien zudem Lenkanpassungen jederzeit möglich, ohne das System zu deaktivieren, erklärt das Unternehmen.

Günstiger als Level 3 oder 4

Dass Mercedes künftig verstärkt auf Level 2 setzt – das bestätige der Konzern im Zuge der Ankündigung der überarbeiteten S-Klasse Anfang dieses Jahres – hat dem Unternehmen zufolge unter anderem wirtschaftliche Gründe. Denn nur wenige Kunden sind bereit, für die recht übersichtlichen Fähigkeiten dieses autonomen Levels mehrere Tausend Euro zusätzlich zu investieren. Unter anderem kann Mercedes den Einsatz teurer Lidar-Sensoren sparen.

Durch weniger technischen Aufwand im Fahrzeug bei Level 2 gehen geringere Kosten einher. Mercedes geht damit einerseits von einer größeren Verbreitung aus, andererseits eröffnet es dem Hersteller die Möglichkeit, aus gesammelten Daten zu lernen. Davon profitieren dann auch Systeme, die versprechen, in bestimmten Situationen allein klarzukommen. Denn Mercedes stampft Level 3 und 4 nicht komplett ein. Jedoch lässt Mercedes offen, wann vollautonomes Fahren hierzulande Einzug halten könnte. In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), lässt Mercedes derweil die S-Klasse als Robotaxi mit Momenta-Software fahren.

Das MB.Drive Assist Pro-System kommt jedoch nicht in allen Fahrzeugen zum Einsatz, zudem lässt es sich nicht einfach per Softwareupdate nachrüsten. So soll das Einstiegsmodell CLA das System nicht unterstützen, da Mercedes die Hardware laut Handelsblatt in Deutschland bislang nicht verbaut. In den teureren Modellen wie dem GLC und der S-Klasse seien die Sensoren standardmäßig an Bord. Neben Mercedes-Benz hat übrigens auch BMW seinen Fokus von Level 3 auf Level 2 verschoben.

(afl)

Figure AI lässt seine Roboter 200 Stunden am Stück arbeiten

heise_ki·2026-05-26RobotikAnwendungenWirtschaft
200 Stunden ohne Hardware-Problem: Das US-Unternehmen Figure AI hat drei humanoide Roboter vom Typ Figure 03 (F.03) acht Tage lang an einem Fließband Pakete sortieren lassen. Das schafften die Roboter ohne eine Störung. Die Roboter standen an einem Fließband mit Paketen. Sie soll…
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200 Stunden ohne Hardware-Problem: Das US-Unternehmen Figure AI hat drei humanoide Roboter vom Typ Figure 03 (F.03) acht Tage lang an einem Fließband Pakete sortieren lassen. Das schafften die Roboter ohne eine Störung.

Die Roboter standen an einem Fließband mit Paketen. Sie sollten darauf den Barcode suchen, das Paket nehmen und umdrehen, sodass der Barcode unten liegt. Eine Kamera beobachtete sie dabei und streamte ins Internet. Die Zuschauer gaben den dreien die Namen Bob, Jim und Rose.

Ursprünglich war eine Acht-Stunden-Schicht geplant. Daraus wurden zunächst 20 und schließlich 200 Stunden, in denen die drei 249.560 Pakete bearbeiteten. Dabei sei es zu keinem Ausfall gekommen, teilte Figure-AI-Chef Brett Adcock über den Kurznachrichtendienst X mit. Es traten allerdings kleinere Fehler auf, etwa dass ein Roboter ein Paket auf den Boden fallen ließ oder eines nicht richtig auf das Band legte.

Ablösung bei niedrigem Akkustand

Die Roboter rotierten bei der Arbeit: Neigte sich der Ladestand des Akkus dem Ende zu, wurde er automatisch von einem anderen abgelöst. Er begab sich dann zu einer drahtlosen Ladestation, um sich auf seinen nächsten Einsatz vorzubereiten. Der Akku des F.03 hält etwa vier Stunden durch.

Die Idee zu der Aktion entstand, als der Robotiker Scott Walter Figure AI aufforderte, die Leistungsfähigkeit des F.03 zu demonstrieren. Nachdem am ersten Tag aber keine Störungen auftraten, wurde der Test ausgeweitet. „Das ist Neuland“, kommentierte Adcock.

Zuvor hatte das Unternehmen einen Praktikanten gegen den Roboter antreten lassen: Beide sollten in einer 10-Stunden-Schicht Pakete sortieren. Der Roboter schaffte 12.732 Pakete, was einer Zeit von 2,83 Sekunden pro Paket entspricht. Der Praktikant schlug ihn knapp mit 12.924 Paketen – das sind 2,79 Sekunden pro Paket –, war allerdings körperlich deutlich gestresst. Aber, so kommentierte Adcock: „Das ist das letzte Mal, dass ein Mensch gewinnt.“

Figure 03 ist ein humanoider Roboter, der etwa 1,70 Meter groß ist und gut 60 Kilogramm wiegt. Gesteuert wird er von einem KI-System mit der Bezeichnung Helix 02, das Figure AI selbst entwickelt hat. Die Vorgänger Figure 01 und Figure 02 sind bereits seit einiger Zeit im Einsatz in der Industrie.

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(wpl)

Aus Angst vor Technologieverlust: China verbietet KI-Forschern freies Reisen ins Ausland

the_decoder·2026-05-26RegulierungGesellschaftWirtschaft
Aus Angst vor Technologieverlust: China verbietet KI-Forschern freies Reisen ins Ausland China schränkt Auslandsreisen für führende KI-Fachleute bei privaten Unternehmen wie Alibaba und Deepseek ein. Laut Bloomberg News haben Regierungsbehörden damit begonnen, Personen mit Reiseb…
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Aus Angst vor Technologieverlust: China verbietet KI-Forschern freies Reisen ins Ausland

China schränkt Auslandsreisen für führende KI-Fachleute bei privaten Unternehmen wie Alibaba und Deepseek ein. Laut Bloomberg News haben Regierungsbehörden damit begonnen, Personen mit Reisebeschränkungen zu belegen, die an fortgeschrittener KI-Arbeit beteiligt sind und als strategisch wichtig für das Land gelten. Die Betroffenen müssen vor Auslandsreisen eine Genehmigung der zuständigen Behörden einholen, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten.

Bereits im März 2025 hatte Peking angeblich KI‑Führungskräften von USA‑Reisen "abgeraten". Hintergrund sind Sorgen vor Datenlecks, Technologieverlust und Abwerbung.

Die Maßnahmen sind Teil eines breiteren Trends: China versucht, seine KI-Industrie, Soft- und Hardware, abzuschirmen und gleichzeitig unabhängiger zu werden. Laut einem IDC-Bericht halten etwa chinesische Chiphersteller inzwischen 41 Prozent des heimischen Marktes für KI-Beschleuniger. Auch Metas Übernahme des Agenten-Startups Manus AI machte die Regierung wieder rückgängig. China und die USA liefern sich seit Jahren einen technologischen Wettlauf um die Führungsrolle bei Künstlicher Intelligenz.

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Google Cloud COO: KI-Sicherheit ist Chefsache, nicht nur Aufgabe der IT

the_decoder·2026-05-26SicherheitWirtschaftInfrastruktur
Google Cloud COO: KI-Sicherheit ist Chefsache, nicht nur Aufgabe der IT Google Cloud COO Francis de Souza fordert Unternehmen auf, Sicherheit von Anfang an in ihre KI-Strategie einzubauen. "Es gibt keine KI-Strategie ohne Datenstrategie und Sicherheitsstrategie", sagte er bei ein…
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Google Cloud COO: KI-Sicherheit ist Chefsache, nicht nur Aufgabe der IT

Google Cloud COO Francis de Souza fordert Unternehmen auf, Sicherheit von Anfang an in ihre KI-Strategie einzubauen. "Es gibt keine KI-Strategie ohne Datenstrategie und Sicherheitsstrategie", sagte er bei einem Event in Los Angeles. Er warnte laut TechCrunch auch epxlizit vor "Shadow AI" - also Mitarbeitern, die KI-Tools ohne Firmenaufsicht nutzen - und vor KI-Agenten, die vergessene Datenquellen wie alte SharePoint-Server in Unternehmen aufspüren.

Die Angriffsfläche habe sich weit über den klassischen Netzwerkrand hinaus vergrößert: Modelle, Daten-Pipelines, Agenten und Prompts müssten alle geschützt werden. Die Zeit zwischen einem ersten Einbruch und der nächsten Angriffsstufe sei durch KI von acht Stunden auf 22 Sekunden gesunken. De Souza plädiert daher für eine "KI-native, vollständig agentenbasierte Verteidigung", bei der Menschen nur noch die Aufsicht führen. KI-Sicherheit sei ein Thema für Vorstände, nicht nur für IT-Abteilungen.

Sicherheit lasse sich nicht nachträglich draufschrauben und nicht den einzelnen Mitarbeitern überlassen, so de Souza. Unternehmen bräuchten eine einheitliche Sicherheitsstrategie über alle Clouds und Modelle hinweg, auch wenn sie glauben, nur einen Anbieter zu nutzen. Denn über SaaS-Anwendungen und Geschäftspartner seien fast immer mehrere Clouds im Spiel.

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Dell disaggregiert Private Cloud für mehr Skalierbarkeit

Dell hat auf seiner Hausmesse neue Funktionen für die Dell Private Cloud, die Dell Distributed Private Cloud und für die Dell Automation Platform vorgestellt. Sie zielen auf disaggregierte Rechenzentrumsarchitekturen, bei denen Compute, Storage und Netzwerk nicht mehr als gekoppe…
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Dell hat auf seiner Hausmesse neue Funktionen für die Dell Private Cloud, die Dell Distributed Private Cloud und für die Dell Automation Platform vorgestellt. Sie zielen auf disaggregierte Rechenzentrumsarchitekturen, bei denen Compute, Storage und Netzwerk nicht mehr als gekoppelte HCI-Einheit betrieben werden, sondern getrennt eingerichtet und skaliert werden können.

Die Dell Private Cloud unterstützt dafür mehrere Cloud-Betriebssysteme auf PowerEdge-Servern und PowerStore-Storage. Genannt werden VMware Cloud Foundation 9.1, Microsoft Azure Local und Nutanix AHV mit Dell PowerStore. Das adressiert Umgebungen, in denen mehrere Hypervisoren, Private-Cloud-Plattformen oder mehrere Cloud-Stacks betrieben werden. Dell begründet den neuen Ansatz unter anderem mit Multi-Hypervisor-Umgebungen, geringerem Vendor-Lock-in, der Möglichkeit zum Wechsel zwischen Cloud-Betriebssystemen und der unabhängigen Skalierung von Rechenleistung und Speicher.

Neue Architektur richtet sich an KI-Workloads

Der Ansatz ist ein Gegenpol zu HCI, wo Compute, Storage und Virtualisierung in einem eng gekoppelten Stack verknüpft sind. Das vereinfacht Beschaffung, Aufbau und Betrieb. Entsprechend groß ist HCI in vielen Private-Cloud-Umgebungen verbreitet. Die Kehrseite ist aber, dass die Skalierung und Modernisierung der Ressourcen ebenfalls miteinander verknüpft sind. Bei KI- und datenintensiven Workloads kann das zum Problem werden, denn GPU-Leistung, Storage-Kapazität, File- und Object-Zugriffe, Netzwerkbandbreite, Stromversorgung und Kühlung wachsen selten im gleichen Takt.

Hinzu kommt, dass sich viele KI-Anwendungen und Agenten noch in der Pilotphase, dem Proof of Concept oder im begrenzten Fachbereichstest befinden. Sobald ein Use Case produktiv ausgerollt wird, ändern sich Nutzerzahlen, Inferenzlast, Datenzugriffe, Verfügbarkeitsanforderungen und Sicherheitsvorgaben teils sprunghaft. Damit wird die Infrastrukturplanung schwieriger als bei klassischen Unternehmensanwendungen mit vergleichsweise stabilen Lastprofilen.

Automation Platform für Betrieb und Orchestrierung

Eine disaggregierte Infrastruktur schafft mehr Freiheitsgrade, erhöht aber auch den Aufwand für Planung und Betrieb. Eine Umgebung aus getrennt skalierbaren Server-, Storage-, Netzwerk- und Cloud-Stacks ist kein Rundum-sorglos-Paket. Dell versucht, den zusätzlichen Betriebsaufwand über validierte Designs, zentrale Verwaltung und Automatisierung einzugrenzen. Dazu wurden mehrere Erweiterungen der Automation Platform vorgestellt, beispielsweise die Kombination von KI-Agenten mit einer dialogorientierten Bedienoberfläche.

Die neue Plattform kann Cloud-Betriebssysteme auf PowerEdge und PowerStore installieren und über ein gemeinsames Managementmodell betreiben. Automation Studio ergänzt diese Funktionen. Damit sollen Unternehmen eigene Automatisierungs-Workflows über Infrastruktur und Anwendungen hinweg erstellen können. Dell adressiert damit nicht nur Erstinstallation und Provisionierung, sondern auch wiederkehrende Aufgaben im laufenden Betrieb.

HCI unter Kostendruck

Neben der technischen Flexibilität sprechen für eine Disaggregierung auch die Kostenvorteile. In einem Gespräch mit iX sagte Dell-Fellow Onur Celebioglu: „HCI-Systeme stehen wegen ihrer Architektur besonders unter Kostendruck, da sie viel DRAM und Laufwerke benötigen. Extern skalierbare Storage-Systeme können damit in bestimmten Refresh-Szenarien wirtschaftlich attraktiver werden.“

Ein weiterer Punkt ist die Hypervisor-Bindung. HCI ist architektonisch eng mit dem jeweiligen Virtualisierungs-Stack verbunden. Wer sich für ein Ökosystem entscheidet, bleibt in der Regel auch daran gebunden. Disaggregierte Architekturen mit externer Storage lockern diese enge Bindung. Dell verkauft diese Entkopplung als „Optionality“, also als Wahlfreiheit für unterschiedliche Cloud- und Virtualisierungsumgebungen.

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Distributed Private Cloud für Edge-Locations

Für Edge-Standorte erweitert Dell seine Distributed Private Cloud, früher NativeEdge. Die Plattform bekommt Zwei-Node-HA-Cluster, automatisches Failover und integrierte Zero-Trust-Funktionen. Das zielt auf Fertigungsumgebungen, Logistikzentren oder andere dezentrale Standorte, an denen Latenz, Datenhaltung oder Ausfallsicherheit gegen einen reinen Cloud-Betrieb sprechen, aber kaum eigenes IT-Knowhow vor Ort verfügbar ist. Auch hier folgt Dell der gleichen Logik: Infrastruktur soll näher an Daten und Anwendungen rücken, trotzdem aber zentral verwaltet und automatisiert betrieben werden.

Dells neue Private-Cloud-Strategie ist keine einfache Rückkehr zur klassischen Drei-Schichten-Architektur. Der Hersteller versucht vielmehr, die Flexibilität getrennter Compute-, Storage- und Netzwerkressourcen mit Cloud-Stack-Optionen und Automatisierung zu verbinden. Ob die Automation Platform den zusätzlichen Betriebsaufwand ausreichend auffängt, muss sich im produktiven Betrieb zeigen.

Klar ist aber: Wer KI-Workloads lokal betreiben will, muss mit volatilen Lastprofilen, schnellen Architekturwechseln und deutlich komplexeren Datenpfaden rechnen. Dell reagiert darauf mit mehr Disaggregation und nimmt dafür in Kauf, dass die Private Cloud wieder stärker geplant, dimensioniert und orchestriert werden muss.

(axk)

**Import AI 458: Abrechnung mit der Zukunft; und eine Singularitätsgeschichte**

import_ai·2026-05-26GesellschaftForschung
Willkommen bei Import AI, einem Newsletter über KI-Forschung. Import AI läuft auf arXiv, Cappuccinos und dem Feedback der Leser. Wenn Sie dies unterstützen möchten, abonnieren Sie bitte. Diese Ausgabe besteht aus einem längeren Essay, der auf einer Rede basiert, die ich kürzlich …
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Willkommen bei Import AI, einem Newsletter über KI-Forschung. Import AI läuft auf arXiv, Cappuccinos und dem Feedback der Leser. Wenn Sie dies unterstützen möchten, abonnieren Sie bitte.

Diese Ausgabe besteht aus einem längeren Essay, der auf einer Rede basiert, die ich kürzlich gehalten habe, und einer fiktiven Geschichte, die versucht, durchzudenken, wie eine positive Singularität aussehen könnte.

Der Vortrag ist die Cosmos HAI Lab Lecture 2026, gehalten am Human-Centered AI Lab (HAI Lab) im Institute for Ethics in AI der University of Oxford in Zusammenarbeit mit dem Cosmos Institute.

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Cosmos-Vorlesung:

Die Zukunft erkunden oder aus der Gegenwart zurückziehen.

Video hier.

Dies ist ein Vortrag darüber, wie man über den Erfolg von KI als Technologie denken und mit ihm umgehen kann, und darüber, wie ihre fortgesetzte Reifung uns als Individuen und als Gesellschaften verändern könnte.

Kurz gesagt, der rasante Fortschritt der KI-Technologie stellt uns alle vor eine Wahl:

die Zukunft erkunden oder aus der Gegenwart zurückziehen.

Die Zukunft zu erkunden erfordert, dass wir uns mit der Tatsache des anhaltenden KI-Fortschritts auseinandersetzen und uns fragen, was wir mit dieser Technologie tun wollen, wenn sie mächtiger wird. Aus der Gegenwart zurückzuziehen bedeutet, die Implikationen der Technologie zu ignorieren und sie abzutun. Der Rückzug aus der Gegenwart zwingt uns als Individuen und als Gesellschaft in einen Zustand der Reaktivität oder Passivität angesichts des anhaltenden Fortschritts der KI.

In den kommenden Jahren werden wir als Individuen und als Gesellschaften viele Entscheidungen darüber treffen müssen, wie wir KI gestalten, wie wir sie nutzen, wie wir sie lenken und wie wir ihre Vorteile verteilen wollen. Diese Entscheidungen zu treffen, erfordert, dass wir uns mit der Macht der Technologie auseinandersetzen – und die Zukunft sehen, die ihr anhaltender Fortschritt impliziert.

In Teil 1 skizziere ich, wie die letzten Jahre des KI-Fortschritts aussahen, und diskutiere, warum KI nicht als normale Technologie behandelt werden kann, wenn die Technologie so weit fortschreitet, wie ich denke.

In Teil 2 versuche ich, den Fortschritt der KI durch die Linse meiner eigenen Erfahrung mit der Technologie sowie der von Anthropic zu verstehen. Es gibt hier individuelle und kollektive Lehren über das, was kommen wird.

In Teil 3 spreche ich über einige der demütigenden, fast unvorstellbaren Entscheidungen, die vor uns liegen.

Teil 1: Meine unbehagliche Beziehung zu einer Grafik

Lassen Sie mich über meine Beziehung zur KI durch die Linse meiner unbehaglichen Beziehung zu einer einzigen Grafik des KI-Fortschritts sprechen.

Im Grunde geht es in diesem Vortrag um die Planung für den Erfolg des gesamten Unterfangens, KI-Systeme zu bauen. Mit Erfolg meine ich, dass es uns gelingt, immer leistungsfähigere Systeme zu bauen, möglicherweise solche, die sich irgendwann selbst bauen. Es ist an der Zeit, dafür zu planen, weil KI-Systeme wahrscheinlich viel schneller besser werden, als die Leute erwarten, und je fortgeschrittener sie werden, sollten wir tiefgreifende Veränderungen für die Menschen und die Gesellschaft erwarten.

Um zu verstehen, warum ich so viel über Erfolg nachdenke, schauen wir uns eine Grafik an, die versucht, den gesamten KI-Fortschritt darzustellen, den

Epoch Capabilities Index, oder ECI

.

Der ECI zeigt die Punktzahl verschiedener Modelle im Laufe der Zeit auf einem Korb von über 40 verschiedenen Benchmarks. Wenn Sie sich die Grafik ansehen, sehen Sie eine Reihe von Linien, die nach oben gehen. Wenn ich mir die Grafik ansehe, habe ich ein Gefühl von Schwindel, weil ich ein wenig darüber weiß, was dieser Grafik zugrunde liegt. Finden wir also eine andere Möglichkeit, die Grafik zu betrachten: indem wir uns die Errungenschaften verschiedener KI-Systeme im Laufe der Zeit ansehen.

Ich fuhr dann fort, einige der Höhepunkte des KI-Fortschritts der letzten Jahre zusammenzufassen, beginnend im März 2023 mit dem Bestehen der Anwaltsprüfung durch KI, wie LLM-basierte Systeme eine Silbermedaille bei der Internationalen Mathematik-Olympiade (Juli 2024) und dann Gold (Juli 2025) erreichten, über KI als Ko-Autor neuer mathematischer Beweise (2025) bis hin zu Systemen wie Claude Mythos, die neuartige Fehler in Software fanden.

Das vermittelt ein Gefühl für die Schnelligkeit des KI-Fortschritts, aber was ich möchte, dass Sie

fühlen

, ist die Zukunft, die dadurch impliziert wird. Dies sind alles Errungenschaften für sich, aber sie entspringen einer gemeinsamen zugrunde liegenden Technologie, und diese gemeinsame zugrunde liegende Technologie wird ständig vorangetrieben.

Wir haben gerade über die einzelnen 'Bäume' des KI-Erfolgs gesprochen, aber diese Bäume sind alle Teil eines Waldes, und dieser Wald wächst mit jedem Augenblick an Größe und Breite: Tatsächlich nimmt die Wachstumsrate des gesamten Waldes im Laufe der Zeit zu.

ERFOLG UND WAS ER BEDEUTET

Dieser Vortrag basiert auf der Idee, dass die Art von Fortschritt, die wir gerade gesehen haben, anhalten wird. Und warum sollte sie das nicht? Sie basiert auf einer gemeinsamen Technologie, bei der die Leistung in direktem Verhältnis zu den investierten Ressourcen, nämlich Rechenleistung und Daten, einigermaßen vorhersagbar weiter wächst. Und wir wissen, dass Unternehmen jetzt Hunderte von Milliarden Dollar in die Rechenanlagen investieren, um zukünftige KI-Systeme zu trainieren, sodass ein gewisses Maß an zukünftigem Fortschritt bereits fest eingeplant ist.

Das bedeutet, dass wir die Augen weit offen haben müssen, was der anhaltende Erfolg dieser Technologie bedeutet. Lassen Sie mich also sehr klar sein:

KI ist eine enorm mächtige Technologie – und wird ständig mächtiger. Es ist eine Technologie, die klüger und fähiger ist als die meisten von uns als Individuen, und sich auf einer Flugbahn befindet, fähiger zu sein als wir alle in der Summe. Es ist eine Technologie, die wir nicht vollständig verstehen, da sie mehr gewachsen als gemacht ist, und man kann plausible Szenarien ersinnen, in denen KI jeden einzelnen Menschen auf dem Planeten töten könnte. Zu glauben, der Bau dieser Technologie sei ohne Risiko, wäre ein Akt der Hybris oder des Wahnsinns.

Und doch ist der Bau dieser Technologie einer der besten Wege, wie wir uns als Spezies weiterentwickeln können – die Grenzen von Wissenschaft und Technologie erweitern, indem wir uns mit einem Werkzeug ausstatten, das uns helfen kann, über die größten Herausforderungen nachzudenken, denen unsere Spezies gegenübersteht.

Aber das ist noch nicht alles. Der anhaltende Erfolg unseres Unterfangens erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Werkzeug selbst unabhängig und zu noch mehr fähig wird. Wir könnten bald in der Lage sein, ein KI-System zu bauen, das klug genug ist, um seinen eigenen Nachfolger zu entwickeln, und so einen Prozess der rekursiven Selbstverbesserung in Gang setzt, der die Wirtschaft und die gesamte Welt völlig verändern würde. Die Analogie wäre ein 3D-Drucker-Unternehmen, das einen 3D-Drucker herstellt, der seinen eigenen Druckkopf mit höherer Auflösung drucken kann, ohne dass externe Technologie benötigt wird. Diese Art von Technologie hat es noch nie gegeben, und doch glaube ich, dass dies innerhalb der nächsten zwei Jahre passieren könnte, und möglicherweise früher.

Dies wird noch mehr Fortschritte der Art, die wir gerade besprochen haben, hervorbringen, die Fähigkeiten von uns als Menschen und Gesellschaften noch weiter verbreitern und die Art und Weise, wie KI in meinem Leben und dem Leben anderer auftaucht, weiter vertiefen. Gekoppelt damit wird ein immenser Wandel sein, ein Wandel von einer Größenordnung, den, wie ich glaube, noch keiner von uns in seinem Leben erlebt hat.

Diese Technologie ist so mächtig, dass ich klar sagen sollte, dass es wahrscheinlich eine gute Sache wäre, wenn es möglich wäre, die Entwicklung dieser Technologie elegant zu verlangsamen, um uns als Spezies mehr Zeit zu geben, uns mit ihren immensen Implikationen auseinanderzusetzen. Aber in Ermangelung einer koordinierten, globalen Verlangsamung bleibt uns die aktuelle Situation: mächtige Technologie, die von verschiedenen Akteuren in verschiedenen Ländern in rasantem Tempo entwickelt wird, die in einem Wettbewerb miteinander stehen, in dem kommerzielle und geopolitische Rivalitäten die größeren existenziellen Aspekte der gebauten Technologie für die Spezies übertönen.

Dies ist keine ideale Situation, aber es ist die, in der wir uns befinden.

Die Frage, mit der ich jetzt ringe, ist: "Wie bringe ich meinen Verstand dazu, mit dem Leben durch die Singularität klarzukommen?"

Ich denke, der beste Anfang ist, detaillierter durchzusprechen, wie KI mein Leben und meine Welt bereits verändert, und zu sehen, was wir daraus lernen können.

TEIL 2: DIE ZUKUNFT MIT KI ERKUNDEN

KI hat mein Leben bereits bedeutungsvoll verändert, auf eine Weise, die sowohl positiv als auch negativ ist. Sie beginnt auch, große Veränderungen bei Anthropic zu bewirken, dem KI-Unternehmen, das ich mitbegründet habe. Lassen Sie uns einen Teil davon durchsprechen, indem wir zu der Grafik zurückkehren, die wir uns zuvor angesehen haben, aber dieses Mal durch die Linse meiner eigenen Nutzung der Technologie.

Wie sich die Grafik für mich anfühlt

Eine andere Möglichkeit, diese Grafik zu betrachten, ist, wie sie sich für mich in Bezug auf meine eigene subjektive Erfahrung mit der Arbeit mit der Technologie angefühlt hat.

Im Sommer 2023 benutze ich KI-Systeme, um meine Arbeit auf Tippfehler zu überprüfen. Bis November benutze ich KI, um herauszufinden, welche Lebensmittel ich meinem Baby geben soll.

Im Januar 2024 benutze ich KI, um meine Ehe zu verstehen, die sich mit Kindern verändert hat. Im Juni hilft mir KI, meinen eigenen Newsletter zu scrapen. Im August schreibt mir KI ein Textadventure-Spiel zur Navigation durch AGI. Im November versuche ich, meinen Job mit KI neu zu denken.

Im Januar 2025 frage ich KI, wie ich mich auf Superintelligenz vorbereiten soll. Im Februar benutze ich KI, um Codenamen für KI-Projekte in meiner Fiktion zu generieren. Im März überredet mich KI, eine Kunstausstellung zu besuchen, nachdem ich mit ihr darüber gesprochen habe, dass ich ein bisschen deprimiert und asozial bin. Im Mai spreche ich mit KI über meinen eigenen Stress und mein Unbehagen angesichts der Risiken der KI-Entwicklung. Im August überredet mich KI, wieder zur Therapie zu gehen. Im November benutze ich sie, um "S-Kurven"-Datensätze zu Solar, Halbleitern und Weltraum zu recherchieren.

Im Januar 2026 berät mich KI, wie ich mein Kleinkind zum Lesen ermutigen kann. Im März verfolge ich die Leistung von KI für Kernel-Design über Dutzende verschiedener Paper hinweg. Im Mai lasse ich KI die Rede einer KI-Figur in meiner Fiktion generieren.

Wenn ich über meine eigene persönliche Erfahrung mit KI nachdenke, dann ist es, dass KI-Systeme, je klüger sie geworden sind, umso tiefere Einbrüche in mein eigenes Leben gemacht haben. Heutzutage tauchen KI-Systeme in meinem Leben als tiefe intellektuelle Partner auf, die mit mir Ideen entwickeln, als Systeme, denen ich mich anvertraue und mit denen ich mein Privatleben bespreche, und als virtuelle Angestellte, die für mich arbeiten gehen, Dinge, die ich schon immer tun wollte, aber keine Zeit hatte, wie das Erstellen von Berichten über die Preise verschiedener Technologien im Laufe der Zeit.

Aber am wichtigsten ist, dass ich KI-Systeme jetzt selbst als eine Art Teleskop nutzen kann, um die Arbeit zu erledigen, die mir am wichtigsten ist – zu versuchen, die Zukunft der KI zu verstehen, indem ich die Konturen des gesamten KI-Fortschritts sehe. Das Erstaunlichste daran ist, dass, um die Analogie zu quälen, die Linse für das Teleskop, das ich hier verwende, von mir kommt – genauer gesagt, von einem Hobby, das ich in den letzten zehn Jahren hatte.

ERKUNDUNG VON KI DURCH SAMEN PERSÖNLICHEN INTERESSES

Das Hobby heißt Import AI [

Leser -

es ist dieser Newsletter!

]. Dieser Newsletter, der jetzt im zehnten Jahr erscheint, ist mein Haupthobby neben der Arbeit. Im Newsletter lese ich Forschungspapiere über KI und arbeite hart daran, sie zu verstehen. Sobald ich das Gefühl habe, sie verstanden zu haben, schreibe ich eine Zusammenfassung und eine Notiz, warum sie wichtig sind. Jede Ausgabe enthält eine Reihe davon, plus eine kurze fiktive Geschichte, in der ich mit den Implikationen der Technologien ringe, über die ich lerne.

Kürzlich hatte ich eine erhellende Erfahrung. Ich stellte Daten für meinen Beitrag über KI-F&E zusammen und richtete einfach ein KI-System auf meine Newsletter-Archive und bat es, mit Referenzen all die Male herauszuziehen, in denen ich etwas behandelt hatte, das wie KI-F&E aussah. Es machte dies extrem gut und beschleunigte meine Fähigkeit, eine Analyse durchzuführen, die für meinen Essay über RSI zentral war.

Aber noch interessanter war, was als Nächstes passierte: Ich bat es, Grafiken für mich zu erstellen, indem es die Referenzen im Newsletter, hauptsächlich arXiv-Paper, überlas, dann die Daten einzog und sie zusammenstellte und Grafiken in einem schönen Dashboard komponierte, das ich dann erkunden konnte.

Dann wurde mir klar, dass ich dieses Ding, um das ich es gebeten hatte, in einen wiederholbaren Prozess, eine Fähigkeit, umwandeln konnte. Indem ich ihm etwas von mir gab, das einzigartig mein war – meinen Newsletter, meine Intuition, meinen Geschmack – hatte ich ihm einen Kern gegeben, aus dem ich etwas viel Größeres wachsen lassen konnte. Also machte ich eine Fähigkeit. Und dann geschah etwas Seltsames: Ich sagte zu ihm "geh und mach 20 weitere Grafiken wie diese".

Es ging weg und las ein paar hundert Paper und kam mit 20 weiteren Grafiken zurück. Als ich sie durchsah, hatte ich dieses aufregende Gefühl der Entdeckung – obwohl ich einige dieser Grafiken kannte und sie hätte bitten können, sie für mich zu erstellen, gab es auch völlig neue Grafiken, die mit Papieren oder Benchmarks verbunden waren, die ich noch nie gesehen hatte. Dadurch lernte ich neues Primärquellenmaterial zum Lesen kennen, was ich auch tat.

Ich verstehe auf einer tiefen, knocheninneren Ebene, was es braucht, um eine Grafik zu erstellen. Man liest einen Haufen Paper. Man sucht nach gemeinsamen Messungen darin. Man liest die vielen verschiedenen Einschränkungen in jedem Paper und findet heraus, welche Metriken Bullshit sind und welche sinnvoll. Das dauert viel länger, als man sich vorstellen kann.

Vor fast zehn Jahren war ich Mitbegründer eines Projekts namens The AI Index an der Stanford University, dessen Ziel es war, einen jährlichen Bericht über den KI-Fortschritt zu erstellen. Ich wurde Mitbegründer dieses Projekts, weil ich auf einige der Akademiker stieß, die es machten, und feststellte, dass ich die Grafiken, über die sie nachgedacht hatten, bereits erstellt hatte: Ich hatte eine Tabelle auf meinem Computer, in der ich fleißig eine Grafik zum Fortschritt verschiedener KI-Systeme bei Atari-Spielen sowie die Imagenet-Tabelle und einige Tabellen zur maschinellen Übersetzung zusammengestellt hatte. Diese Grafiken waren ein "Proof of Work", den andere Menschen als Hinweis auf meine Leidenschaft und meinen Fleiß lasen. Sie wussten an der Tatsache, dass ich diese Grafiken erstellt hatte, dass ich enorm viel Zeit damit verbracht hatte, diese Paper zu lesen.

Ich möchte, dass Sie tief fühlen, wie viel Zeit in so etwas fließt, und dann darüber staunen,

Forscher finden tausende erfundene KI-Quellen in biomedizinischen Fachartikeln und warnen vor Gefahr für klinische Leitlinien

the_decoder·2026-05-26ForschungSicherheitGesellschaft
Forscher finden tausende erfundene KI-Quellen in biomedizinischen Fachartikeln und warnen vor Gefahr für klinische Leitlinien Kurz & Knapp - Forscher der Columbia University und anderer Institutionen zeigen in einer Studie, dass sich die Zahl erfundener Literaturangaben in biomed…
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Forscher finden tausende erfundene KI-Quellen in biomedizinischen Fachartikeln und warnen vor Gefahr für klinische Leitlinien

Kurz & Knapp

- Forscher der Columbia University und anderer Institutionen zeigen in einer Studie, dass sich die Zahl erfundener Literaturangaben in biomedizinischen Fachartikeln seit 2023 mehr als verzwölffacht hat.

- Die Autoren sehen Sprachmodelle wie ChatGPT als wahrscheinliche Ursache. Die gefälschten Quellen wirken täuschend echt und sind riskant, da sie oft in Übersichtsartikeln stehen, die klinische Leitlinien prägen.

- Als Gegenmaßnahme fordern die Forscher automatische Referenzprüfungen vor der Veröffentlichung sowie das Screening bereits publizierter Papiere. Plattformen wie Arxiv haben bereits erste Sanktionen für KI-Fehler eingeführt.

Ein Audit von 2,5 Millionen biomedizinischen Papieren zeigt, dass erfundene Literaturangaben in der Peer-reviewed-Forschung inzwischen systematisch auftreten. Seit 2023 hat sich die Rate mehr als zwölffach erhöht.

Forscher der Columbia University und anderer Institutionen haben in einer im Fachjournal The Lancet veröffentlichten Studie die bislang größte Prüfung von Literaturangaben in biomedizinischen Papieren vorgelegt. Das Team um Maxim Topaz durchsuchte 2,47 Millionen Papiere aus dem offenen PubMed-Central-Bestand zwischen Januar 2023 und Februar 2026.

Von 97,1 Millionen geprüften Referenzen wurden 4.046 als fabriziert eingestuft, verteilt auf 2.810 Papiere. Eine Referenz galt als fabriziert, wenn der angegebene Titel in keiner von vier großen Literaturdatenbanken auffindbar war: PubMed, Crossref, OpenAlex und Google Scholar.

Stabiles 2023, dann steiler Anstieg

Auffällig ist vor allem die zeitliche Entwicklung. Im gesamten Jahr 2023 lag die Rate bei rund vier fabrizierten Referenzen pro 10.000 Papieren und blieb stabil. Ab Mitte 2024 stieg sie dann deutlich an, erreichte Ende 2025 bereits 51,3 pro 10.000 und kletterte in den ersten sieben Wochen 2026 auf 56,9 pro 10.000. Das ist mehr als das Zwölffache des Ausgangswerts.

Die Autoren vermuten einen - naheliegenden - Zusammenhang mit dem breiten Einsatz von Sprachmodellen wie ChatGPT, der ab Ende 2022 einsetzte. Da Papiere nach der Einreichung typischerweise 100 bis 200 Tage bis zur Veröffentlichung brauchen, würden KI-gestützte Texte erst ab Mitte 2024 in größerer Zahl in PubMed Central auftauchen. Die Autoren schließen aber auch andere Ursachen nicht aus, etwa verstärkte Paper-Mill-Aktivität oder veränderte Indexierungspraktiken.

Das Problem dabei: Die erfundenen Referenzen sind auf den ersten Blick nicht erkennbar. Sie passen thematisch zum jeweiligen Papier, sind korrekt formatiert, echten Forschern zugeschrieben und tragen plausible Jahreszahlen. In einem urologischen Fachartikel etwa waren 18 von 30 geprüften Referenzen erfunden, alle passend zum engen chirurgischen Thema.

Daneben fanden die Forscher Muster, die auf koordinierte Paper-Mill-Aktivität hindeuten: Zwei Autoren tauchten in elf Papieren desselben chirurgischen Journals auf, mit insgesamt 15 erfundenen Referenzen zu Themen wie CRISPR-Diagnostik und Darmmikrobiom.

Die wissenschaftliche Infrastruktur muss auf KI reagieren

Zum Zeitpunkt des Audits hatten 98,4 Prozent der betroffenen Papiere keine Reaktion des jeweiligen Verlags erhalten. Besonders betroffen sind Übersichtsartikel, die eine um 57 Prozent höhere Fabrikationsrate aufweisen als andere Papiertypen. Das ist laut den Autoren deshalb problematisch, weil solche Reviews häufig als Grundlage für klinische Leitlinien dienen. Wenn eine Leitlinie ein Papier mit teilweise erfundenen Quellen zitiert, ist die gesamte Evidenzkette für Behandlungsentscheidungen kompromittiert.

Die wissenschaftliche Infrastruktur hat bereits damit begonnen, sich an das wachsende Problem anzupassen, bislang aber uneinheitlich: Arxiv verschärfte die Sanktionen für ungeprüfte LLM-Ausgaben in Manuskripten, darunter halluzinierte Quellen, und droht betroffenen Autoren mit einem einjährigen Ausschluss. Eine Analyse akzeptierter NeurIPS-2025-Paper hatte zuvor gezeigt, dass selbst führende KI-Konferenzen erfundene Zitationen nicht zuverlässig herausfiltern. Einen möglichen Gegenansatz liefert CiteAudit, ein Open-Source-System zur automatisierten Zitationsprüfung, das aber zugleich zeigt, wie schwer sich kommerzielle Sprachmodelle damit tun, ihr eigenes Referenzproblem verlässlich zu erkennen.

Die Forschenden empfehlen vier Maßnahmen: automatische Referenzprüfung bereits vor dem Peer Review, Integritäts-Metadaten in Artikeldatensätzen, nachträgliches Screening bereits veröffentlichter Papiere sowie eine eigene Kategorie "fabrizierte Referenzen" in Forschungsintegritätsdatenbanken. Die Autoren nutzten für die Studie selbst Claude zur Code-Entwicklung und Grammatikkorrektur.

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OpenAI Codex steuert Mac auch in gesperrtem Zustand

heise_ki·2026-05-26AgentenSicherheitAnwendungen
Agentische KI steuert Mac, ohne dass der Nutzer dies sieht: Für manche User mag das dystopisch klingen, für OpenAIs Coding-Assistenten Codex ist das künftig Realität. Mit der jüngsten Version der App samt entsprechenden Rechten muss die Maschine nicht mehr entsperrt sein, damit d…
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Agentische KI steuert Mac, ohne dass der Nutzer dies sieht: Für manche User mag das dystopisch klingen, für OpenAIs Coding-Assistenten Codex ist das künftig Realität. Mit der jüngsten Version der App samt entsprechenden Rechten muss die Maschine nicht mehr entsperrt sein, damit die KI aktiv werden kann. Das kündigte OpenAI in der vergangenen Woche via X an und ergänzte auch seine Dokumentation von Codex entsprechend.

Computer Use und Locked Use nicht innerhalb des EWR

Laut dem Unternehmen muss der Mac durch den Nutzer nicht mehr „unlocked“ sein, „damit Codex Deinen Computer verwenden kann“. Die entsprechende Option in der macOS-App nennt sich „Locked Use“. Sie ist, genauso wie die Rechnersteuerung durch Codex an sich („Computer Use“), derzeit allerdings noch nicht innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (inklusive EU), der Schweiz sowie Großbritannien verfügbar. Auch für Windows oder Linux gibt es weder Locked Use noch Computer Use.

Videos by heise

Damit Computer Use grundsätzlich funktioniert, muss man Codex die Rechte für Bildschirmaufnahmen sowie den Zugriff für Bedienungshilfen geben – die App kann damit grundsätzlich alles auf dem Rechner tun. Immerhin fragt Codex innerhalb der App selbst allerdings nach, welche macOS-Anwendungen Nutzer für den Coding-Assistenten erlauben wollen und welche nicht. Für den Einsatz des Locked Use reichen die beiden Freigaben allerdings nicht. Apple verlangt hierfür ein sogenanntes Authorization Plug-in, das den „macOS Unlock Flow“ unterstützt.

Sicherheitserwägungen – und Fernsteuerung vom Mobilgerät

OpenAI ist sich bewusst, dass sowohl Computer Use als auch Locked Use ein Sicherheitsproblem darstellen können. So rät der KI-Konzern Nutzern beispielsweise, Codex „klare Ziel-Apps oder Flows“ zu geben und dabei jeweils nur eine. Innerhalb des Locked Use erkennt Codex eine Verwendung von Tastatur, Trackpad oder Maus durch den Nutzer und deaktiviert den automatischen Unlock dann zunächst, bis der nächste manuelle Unlock erfolgt. Codex soll Zugriff auf alle Bildschirme haben, allerdings nur während „aktiver Computer-Use-Turns“. Zudem sei das Autorisierungsfenster „kurz und auf den aktuellen Entsperrversuch“ konzentriert.

Dennoch sollten sich Nutzer genau überlegen, was sie hier tun. Zuletzt hatte OpenAI die ChatGPT-App mit neuen Fernsteuerungsfunktionen für Codex auf dem Mac ausgerüstet. Dies funktioniert sowohl unter iOS als auch unter Android. Die Funktion gilt derzeit noch offiziell als „Preview“. Sie kann nun direkt im Zusammenhang mit dem Locked Use verwendet werden. Zuvor musste der heimische Mac entsperrt bleiben, was unsicher war.

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(bsc)

Investor hinter Airbnb und OpenAI warnt Startups: Wer KI-Mails schickt, wird nicht ernst genommen

the_decoder·2026-05-26GesellschaftAnwendungen
Investor hinter Airbnb und OpenAI warnt Startups: Wer KI-Mails schickt, wird nicht ernst genommen Kurz & Knapp - Y-Combinator-Gründer Paul Graham liest keine von KI verfassten E-Mails, da der Einsatz von Textgeneratoren in diesem Kontext auf ihn täuschend wirkt und eine mangelnde…
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Investor hinter Airbnb und OpenAI warnt Startups: Wer KI-Mails schickt, wird nicht ernst genommen

Kurz & Knapp

- Y-Combinator-Gründer Paul Graham liest keine von KI verfassten E-Mails, da der Einsatz von Textgeneratoren in diesem Kontext auf ihn täuschend wirkt und eine mangelnde Eigenleistung des Absenders signalisiert.

- Studien deuten darauf hin, dass Graham mit dieser Haltung kein Einzelfall ist. Eine Untersuchung der Ohio State University belegt, dass Empfänger KI-generierte Nachrichten oft als Zeichen von Bequemlichkeit und mangelnder Aufrichtigkeit werten, was zu einem Vertrauensverlust führt.

- Laut einer Befragung von BetterUp Labs erhalten 40 Prozent der US-Beschäftigten regelmäßig substanzlose KI-Inhalte von Kollegen. Etwa die Hälfte der Befragten hält die Absender solcher Nachrichten für weniger kreativ, fähig und vertrauenswürdig.

Y-Combinator-Gründer Paul Graham liest keine mit KI geschriebenen E-Mails. Immer mehr Gründer würden ihm in einem "knallharten journalistischen Stil" anschreiben, so Graham.

Sobald man merke, dass ein Text von KI stamme, sei es schwer, ihn nicht zu ignorieren. Graham geht noch weiter. Er habe noch nie eine E-Mail zu Ende gelesen, die von einem Menschen unterschrieben, aber von KI verfasst wurde. Es fühle sich an, als werde man belogen.

Man solle KI nutzen, aber auf die richtige Art, so Graham. KI-generierte Texte ließen ihn weniger vom Autor halten. Sie zeigten, dass jemand ohne Hilfe nicht gut schreiben könne oder sich das zumindest einrede, und dass er versuche, sein Gegenüber zu täuschen. Es sei nicht beeindruckend, KI für sich schreiben zu lassen. Das könne jeder Teenager.

Eine generelle Abneigung gegen KI hat Graham sicher nicht. Y Combinator gehörte unter anderem zu den frühen Investoren von OpenAI und steckt tief in KI-Investitionen. Warum also stört sich Graham so stark an einem offensichtlichen Anwendungsszenario? Er bemängelt schließlich nicht die Qualität des Inhalts, so weit kommt er offenbar gar nicht.

Schlechter KI-Einsatz kann zu Vertrauensverlust führen

Wahrscheinlich zeigen sich bei ihm zwei Phänomene, die auch in Studien untersucht wurden. Soziale Abwertung und Vertrauensverlust.

Eine Studie der Ohio State University mit 208 Teilnehmern zeigt, dass Empfänger KI-generierte Nachrichten negativer bewerten, weil der Absender die Arbeit an eine Maschine delegiert hat, statt sich selbst die Mühe zu machen.

Hauptautorin Bingjie Liu erklärt, der Einsatz von KI werde als Bequemlichkeit und Mangel an Aufrichtigkeit wahrgenommen. Empfänger fühlten sich in ihrer Beziehung zum Absender unsicherer und weniger zufrieden. Liu vermutet zudem, dass Menschen inzwischen einen unbewussten "Turing-Test im Kopf" durchführen, bei dem sie Nachrichten automatisch nach KI-Mustern scannen.

Genau das beschreibt auch Graham: Er erkennt den KI-Stil sofort, weil kein Gründer je so geschrieben hat. Fliegt die KI-Nutzung auf, kippt die Wahrnehmung vom Inhalt der Nachricht hin zur Frage, wie wenig sich der Absender für den Empfänger interessiert.

Forschende von BetterUp Labs haben in Zusammenarbeit mit dem Stanford Social Media Lab 1.150 US-Beschäftigte befragt. 40 Prozent erhalten demnach regelmäßig oberflächliche, aber substanzlose KI-Inhalte von Kollegen.

Das hat soziale Folgen: 53 Prozent der Befragten fühlen sich durch solche Inhalte genervt. Etwa die Hälfte bewertet Absender von Workslop als weniger kreativ, fähig und zuverlässig. 42 Prozent halten sie für weniger vertrauenswürdig. Ein Drittel will künftig weniger mit diesen Personen zusammenarbeiten.

Die Studienautoren von BetterUp Labs unterscheiden zwischen "Pilots", die KI gezielt und eigenverantwortlich einsetzen, und "Passengers", die sie primär zur Arbeitsvermeidung nutzen. Graham ordnet Gründer, die KI-E-Mails versenden, offenbar pauschal der zweiten Gruppe zu.

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Zwischen Systemkollaps und Gerechtigkeit: KI-Klagen stürzen die US-Justiz in ein Dilemma

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Zwischen Systemkollaps und Gerechtigkeit: KI-Klagen stürzen die US-Justiz in ein Dilemma Eine neue Studie des MIT und der University of Southern California zeigt, dass die Zahl der Klagen ohne Anwalt an US-Bundesgerichten seit der Verbreitung von ChatGPT fast doppelt so hoch ist …
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Zwischen Systemkollaps und Gerechtigkeit: KI-Klagen stürzen die US-Justiz in ein Dilemma

Eine neue Studie des MIT und der University of Southern California zeigt, dass die Zahl der Klagen ohne Anwalt an US-Bundesgerichten seit der Verbreitung von ChatGPT fast doppelt so hoch ist wie zuvor. Jede fünfte Klageschrift enthält mittlerweile KI-generierten Text. Richter greifen zu teilweise drastischen Maßnahmen, um mit der Dokumentenflut klarzukommen.

Die Forscher werteten 4,5 Millionen zivile Klagen aus den Geschäftsjahren 2005 bis 2026 sowie 46 Millionen Einträge aus dem elektronischen Aktenregister PACER aus. Im Zentrum steht die "pro se"-Quote, also der Anteil der Klagen, bei denen sich der Kläger selbst vertritt, ohne Anwalt. Das Recht auf Selbstvertretung ist in den USA älter als die Bill of Rights und liegt seit zwei Jahrzehnten stabil bei rund 11 Prozent aller Zivilklagen vor Bundesgerichten. Im Geschäftsjahr 2025 schoss er auf 16,8 Prozent. Allein 2025 wurden 41.490 Pro-se-Klagen eingereicht, fast doppelt so viele wie im Vor-KI-Durchschnitt. 59 Prozent des gesamten Wachstums der Zivilklagen entfallen laut Studie auf selbstvertretende Kläger.

Der Befund ist deshalb bemerkenswert, weil US-Bundesgerichte für Laienkläger die höchsten Hürden im amerikanischen System aufstellen. Die Einreichungsgebühr liegt bei 405 Dollar, etwa doppelt so hoch wie bei den meisten Bundesstaatsgerichten, und die formalen Anforderungen an Klageschriften sind deutlich strenger. Über 90 Prozent aller Zivilverfahren in den USA laufen ohnehin vor staatlichen oder kommunalen Gerichten; dort dürfte der KI-Effekt laut Studie noch größer sein.

Einfache Fälle profitieren, komplexe nicht

Der Anstieg konzentriert sich auf Fallkategorien, in denen formelhafte Dokumentenerstellung die Hauptarbeit ausmacht: Bürgerrechtsklagen, Verbraucherkredit-Streitigkeiten, Zwangsvollstreckungen. In Bereichen mit anhaltendem Spezialwissen wie Patent- oder Wertpapierrecht zeigt sich kein Effekt. Die Forscher interpretieren das als Beleg, dass LLMs jene Kosten senken, die für Laien bislang prohibitiv waren: das Verfassen prozessual tragfähiger Schriftsätze. Der Anstieg ist fast ausschließlich klägerseitig und tritt in 44 von 50 Bundesstaaten gleichzeitig auf, was lokale Erklärungen ausschließt.

Falldauern und Ausgangsverteilungen sind dagegen weitgehend unverändert, doch innerhalb der Verfahren explodiert die Aktivität. Die Zahl der Akteneinträge pro Gericht durch Pro-se-Kläger in den ersten 180 Tagen liegt im zweiten Quartal 2025 um 158 Prozent über dem Vor-KI-Mittel. Jeder dieser Einträge, ob Antrag, Erwiderung oder Anordnung, beansprucht Bearbeitungszeit. Auch anwaltlich vertretene Verfahren generieren mehr Einträge (+23 Prozent pro Fall), was darauf hindeutet, dass auch Kanzleien LLMs einsetzen.

Pangram-Detektor: 18 Prozent KI-Text in Klagen von 2026

Den direktesten Nachweis liefert ein Test mit dem von Imas und Jabarian als recht zuverlässig validierten KI-Textdetektor Pangram. Die Forscher zogen 1.600 zufällige Bundesklagen aus dem Archiv CourtListener, einer öffentlichen Sammlung amerikanischer Gerichtsdokumente. Vor 2023 markierte Pangram nur ein einziges Dokument von 800 als KI-generiert. Die Quote stieg dann monoton: 1,0 Prozent 2023, 3,5 Prozent 2024, 10,5 Prozent 2025, 18,0 Prozent Anfang 2026.

Ein besonders auffälliger Fall ist der Bundesgerichtsbezirk Vermont, wo Pro-se-Klagen von rund 45 pro Jahr auf über 1.100 im Geschäftsjahr 2024 sprangen. Nahezu der gesamte Anstieg geht auf sogenannte Mandamus-Klagen gegen die US-Einwanderungsbehörde USCIS zurück, mit denen Antragsteller eine gerichtliche Anordnung erzwingen wollen, ihre seit Jahren liegengebliebenen Green-Card- oder Einbürgerungsverfahren zu bearbeiten.

Online-Anleitungen auf Reddit empfehlen, mit Microsoft Copilot einen Klageentwurf zu erzeugen, ihn für 150 Dollar von einem Anwalt auf der Freelancer-Plattform Fiverr prüfen zu lassen und gezielt in Vermont einzureichen, weil das dortige Gericht als schnell gilt.

Reaktionen der Richter: Schreddern und Bußgelder

Ein Bericht der New York Times illustriert die Belastung an einem konkreten Fall. Der 69-jährige Donald Sauve aus Minnesota verklagte nach einer Scheidung seine Ex-Frau, deren Anwalt und einen Staatsrichter. Eine erste handschriftliche Klage über 275.000 Dollar Schadenersatz wurde binnen eines Monats wegen fehlender Zuständigkeit abgewiesen. Drei Monate später reichte Sauve mithilfe von ChatGPT und Claude eine neue Klage ein, dieses Mal sauber getippt und ergänzt um 50 weitere Eingaben samt einer "Case Law Synthesis", einer Zusammenstellung angeblich stützender Präzedenzfälle.

Jede dieser Eingaben musste vom Gericht gelesen, katalogisiert und ins öffentliche Docket eingetragen werden, bevor Richter Patrick J. Schiltz die Klage in einer 14-seitigen Entscheidung erneut abwies. Schiltz verfügte, dass weitere Eingaben Sauves "ohne weitere Benachrichtigung geschreddert" würden, da ein Kläger nicht "hunderte Seiten Dokumente beim Gericht abladen" könne in der Erwartung, dass das Gericht selbst nach stützenden Argumenten suche.

Gegenüber der NYT bezeichnet Schiltz die Entwicklung als "existenzielle Bedrohung für die Bundesgerichte". Sauve, der derzeit aus seinem Auto heraus lebt, kündigte an, mit KI-Hilfe bald Eingaben in "Supreme-Court-Qualität" zu produzieren.

Zugang zur Justiz als Gegenargument

Bei aller Belastung der Gerichte hat der Trend auch eine demokratisierende Seite. Die Forschenden ordnen ihre Befunde explizit in die Forschungsliteratur zur "justice gap" ein, also der Lücke zwischen rechtlichem Bedarf und tatsächlich verfügbarer anwaltlicher Vertretung für Geringverdiener.

Richter Michael Y. Scudder vom Berufungsgericht des Seventh Circuit schreibt in einer aktuellen Entscheidung, KI biete "großes Versprechen, den Zugang zur Justiz für jene zu verbessern, die sich keine Vertretung leisten können".

Der New Yorker Rechtshilfe-Anwalt Sateesh Nori weist gegenüber der NYT darauf hin, dass trotz eines Gesetzes von 2017, das einkommensschwachen Mietern in New York kostenlose Vertretung bei Räumungsklagen garantiert, bis zu 50 Prozent der Betroffenen ohne Anwalt vor Gericht erscheinen. Seine Frage: "Warum haben diese Leute keinen anderen Weg als KI?"

Strukturelles Dilemma der US-Justiz

Die Autoren skizzieren zwei mögliche Folgen des KI-Einsatzes: ein "Wettrüsten" zwischen Pro-se-Klägern und anwaltlich vertretenen Gegnern, das pro Fall immer mehr Gerichtszeit bindet, sowie eine asymmetrische Belastung staatlicher Stellen, die als Beklagte in Bürgerrechts-, Einwanderungs- und Sozialleistungsverfahren besonders häufig auftreten und ihre eigene Bearbeitungskapazität nicht spiegelbildlich skalieren können.

Als Lösungsansätze nennen die Autoren drei nicht-exklusive Optionen. Erstens könnte das KI-Verbot für Bundesrichter beim Verfassen von Urteilen gelockert werden, um auf der Adjudikationsseite einen Produktivitätsschub zu ermöglichen, der dem auf der Klägerseite entspricht.

Zweitens könnten einfache Fälle gezielter an "Magistrate Judges", also untergeordnete Bundesrichter ohne lebenslange Ernennung, oder an spezialisierte Triage-Verfahren weitergeleitet werden.

Drittens halten die Autoren auch die Schaffung einer neuen unteren Instanz für denkbar, die die einfachsten Fälle "größtenteils mit KI" bearbeitet. Jede dieser Optionen sei nicht kostenlos, aber wahrscheinlich besser als die Alternative eines wachsenden Rückstaus in einem System mit fixer Bearbeitungskapazität.

Juristische Ausbildung und Berufspraxis ziehen Grenzen

Während die Studie vor allem die Belastung der Gerichte beschreibt, reagieren juristische Fakultäten und Aufsichtsstellen bereits auf eine verwandte Frage: Wo endet zulässige KI-Nutzung im Rechtssystem? So erlaubt die UC Berkeley Law School KI ab Sommer 2026 nur noch zur Recherche und verbietet den Einsatz für Konzeption, Gliederung, Schreiben oder Überarbeitung bewerteter Arbeiten. Nicht existierende Quellenverweise gelten dort als Hinweis auf unzulässige Nutzung.

Wie real dieses Risiko ist, zeigt eine Datenbank mit 129 dokumentierten KI-Fake-Fällen, in denen Anwälte aus zwölf Ländern erfundene Inhalte in Gerichtsverfahren eingebracht haben. Selbst KI-Unternehmen sind nicht davor geschützt: Im Urheberrechtsstreit mit Musikverlagen musste sich Anthropic entschuldigen, nachdem Claude eine Quelle im eigenen Prozess erfunden hatte.

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Intelligente Überwachung verlängert Lebensdauer von Brücken

heise_ki·2026-05-26AnwendungenInfrastruktur
So einen Moment wie Ende Januar will Tobias Fischer nicht noch einmal erleben. Von jetzt auf gleich musste die Autobahn GmbH damals eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Rheinland und Ruhrgebiet sperren: Die A52-Brücke über die Ruhr zwischen Düsseldorf und Essen. In der Fahr…
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So einen Moment wie Ende Januar will Tobias Fischer nicht noch einmal erleben. Von jetzt auf gleich musste die Autobahn GmbH damals eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Rheinland und Ruhrgebiet sperren: Die A52-Brücke über die Ruhr zwischen Düsseldorf und Essen. In der Fahrbahndecke hatte sich ein Spalt aufgetan.

„Sowas ist eine Vollkatastrophe“, sagt Fischer, der bei der Autobahn GmbH für den Erhalt der Brücken im Ruhrgebiet und im Bergischen Land zuständig ist. Mehr als 80.000 Fahrzeuge fahren normalerweise jeden Tag über die 1,8 Kilometer lange Mintarder Brücke bei Mülheim an der Ruhr. Auf den Umleitungsstrecken gab es während der Sperrung wochenlang Chaos.

Um solche bösen Überraschungen in Zukunft zu vermeiden, wird die Brücke im Moment mit Sensoren ausgestattet, die jede noch so kleine Veränderung an der Substanz des Bauwerks registrieren. Es ist ein Pilotprojekt, auf dem große Hoffnungen ruhen – denn im ganzen Land gibt es noch viele weitere Brücken, die in keinem guten Zustand sind. Die Hoffnung ist, dass Schäden durch die neue Technik so früh bemerkt werden, dass man rechtzeitig handeln und ungeplante Sperrungen vermeiden kann.

KI analysiert die Daten in Echtzeit

Rund 150 Sensoren installieren Techniker im Moment an der längsten Stahlbrücke Deutschlands. Wenn alles funktioniert, werden sie eine riesige Menge an Daten übermitteln. „Wir bekommen hier an der Brücke 100.000 Messwerte pro Sekunde“, erklärt Panagiotis Martakis, der das System entwickelt hat und nun über seine Firma Irmos anbietet.

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Während jeder Mensch von 100.000 Messwerten pro Sekunde völlig überfordert wäre, kann die KI die Datenmengen in Echtzeit auswerten – 24 Stunden am Tag. „Die KI versteht nach und nach die Eigenarten einer jeden Brücke“, erklärt Fischer. „Wir bekommen dadurch ein viel besseres Gefühl für die Brücke.“ Dehnt sich das Material an einer Stelle, weil die Sonne es im Frühling erwärmt – oder weil es einen Riss im Material gibt?

Hoffnung auf längere Nutzungsdauer von Brücken

Die Autobahn GmbH hofft durch das KI-gestützte Brückenmonitoring auf einen „echten Paradigmenwechsel“ bei der Instandhaltung alter Brücken. „Wenn dieser Ansatz trägt, könnten Deutschlands Brücken künftig nicht nur saniert, sondern verstanden werden – mit deutlich optimierter Nutzungsdauer“, heißt es in der Projektbeschreibung.

Ursprünglich war geplant, das neue System fünf Jahre lang an elf Brücken im Ruhrgebiet und im Bergischen Land zu testen. Doch die ersten Ergebnisse sind so positiv und der Handlungsdruck ist bundesweit so groß, dass die Technologie nun sehr viel schneller ausgerollt werden soll. „Der entscheidende Vorteil für uns ist, dass wir viel schneller und gezielter reagieren können, noch bevor Schäden entstehen“, erklärt Fischer.

ADAC: Brücken in NRW liegen auf der Intensivstation

Wie wichtig das KI-gestützte Brückenmonitoring werden könnte, zeigt ein Blick auf den Zustand der Autobahnbrücken im Land. 55 Prozent aller Brücken wurden laut Autobahn GmbH vor 1985 errichtet. Sie seien für weniger Verkehr und vor allem nur für leichtere Lastwagen gebaut worden. Auch die Materialqualität und Bauweise der 1960er und 1970er Jahre entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen.

„Die Brücken in NRW liegen auf der Intensivstation“, bestätigt der Leiter des Fachbereichs Verkehr und Umwelt beim ADAC Nordrhein, Roman Suthold. „Mit jedem Jahr, das bei der Erneuerung einer Brücke ungenutzt verstreicht, steigen die Risiken für Folgeschäden und damit für starke Belastungen von Autofahrern, Anwohnern und Volkswirtschaft erheblich.“

Das KI-gestützte Monitoring könne die Situation wirklich verbessern, glaubt Suthold. „Wenn dadurch frühzeitig gehandelt wird und vor allem sinnvolle Maßnahmen ergriffen werden, profitieren alle davon.“ Zugleich mahnt der ADAC-Verkehrsexperte, dass nicht nur Autobahnbrücken in die Jahre gekommen sind. „Auch das Land und die Kommunen sollten überlegen, ob sie die Technik für Brücken in ihrem Straßennetz einsetzen. Denn da warten noch viel mehr marode Brücken.“

Andere Projekte analysieren die Geräusche von Brücken

Projekte, die künstliche Intelligenz nutzen wollen, um den Zustand alter Brücken zu überwachen, gibt es inzwischen mehrere in Deutschland. Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) nimmt mit Mikrofonen die Geräusche auf, die Fahrzeuge verursachen, wenn sie über Brücken fahren. Die KI analysiert die Geräusche dann und soll anhand kleinster Veränderungen erkennen, wenn sich der Zustand einer Brücke verschlechtert.

Kosten bleiben überschaubar

Die Autobahn GmbH will nun weiter Erfahrungen mit dem KI-gestützten Brückenmonitoring der Firma Irmos sammeln. Fischer ist nicht zuletzt auch wegen der überschaubaren Kosten von dem neuen System überzeugt. Einige zehntausend Euro müsse man pro Brücke rechnen, sagt er.

Eine Kleinigkeit, wenn man bedenkt, welche Kosten durch eine Vollsperrung für die Wirtschaft entstehen können. Bei der Rahmedetalbrücke auf der A45 im Sauerland hat das Institut der Deutschen Wirtschaft den Schaden für die Unternehmen in der Region durch die vierjährige Sperrung auf rund 1,5 Milliarden Euro beziffert.

(afl)

Kampf dem KI-Training: Immer mehr Nachrichtenseiten sperren Wayback Machine aus

Im Kampf gegen die nicht genehmigte Nutzung von Inhalten für das Training von KI-Modellen gerät das Internet Archive immer mehr zwischen die Fronten und die Wayback Machine droht zum Kollateralschaden zu werden. Das legt eine Analyse des Nieman Journalism Lab an der Harvard Unive…
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Im Kampf gegen die nicht genehmigte Nutzung von Inhalten für das Training von KI-Modellen gerät das Internet Archive immer mehr zwischen die Fronten und die Wayback Machine droht zum Kollateralschaden zu werden. Das legt eine Analyse des Nieman Journalism Lab an der Harvard University nahe, laut der immer mehr Nachrichtenseiten Crawler der Archivseite aussperren. Demnach schränken inzwischen mehr als 340 lokale Nachrichtenseiten „den Zugriff des Internet Archive auf ihre Artikel sowie deren Archivierung“ ein, aber auch überregionale und internationale Medien wie die New York Times beteiligen sich demnach. Europäische Medien finden sich ebenfalls auf der Liste, derzeit aber noch keine aus Deutschland.

Zahl der Blockierer wächst rasant

Für die Analyse haben ein Autor und eine Autorin des Nieman Lab eine umfangreiche Datenbank von robots.txt-Dateien ausgewertet, die von Nachrichtenseiten in aller Welt stammen. Wenn darin eine oder mehrere Crawler ausgesperrt wurden, die vom Internet Archive stammen oder zu stammen scheinen, haben sie sie aufgenommen. Demnach wird der Archivierungsdienst hauptsächlich von Regionalzeitungen blockiert, die zu einem von fünf großen US-Medienhäusern gehören. Allein zwischen Januar und Mai ist die Zahl der Seiten, die die Wayback Machine aussperren, demnach um mehr als 50 Prozent gestiegen. Insgesamt sind es in der Stichprobe jetzt 382, bei der übergroßen Mehrheit handelt es sich um Lokal- und Regionalzeitungen.

Im Januar haben die Autoren Stimmen großer Medien zusammengetragen, in denen die Aussperrung des Internet Archive mit dem Versuch begründet wurde, die eigenen Inhalte KI-Modellen vorzuenthalten. Seit Monaten wird kritisiert, dass KI-Unternehmen alle möglichen Inhalte im Internet für das Training akquirieren und sich dabei auch nicht an Gepflogenheiten wie die robots.txt halten. Damit können Seitenbetreiber KI-Modelle eigentlich aussperren, dazu müssten sich die KI-Firmen aber daran halten. Das tun sie aber nicht. Aber selbst wenn sie das tun würden, wäre der Weg über die archivierten Inhalte bei der Wayback Machine aber ein Umweg, den immer mehr Verantwortliche nun verschließen wollen. Das hat zum Beispiel auch schon Reddit gemacht.

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Die Wayback Machine ist zwar nur einer der Dienste des Internet Archive, aber wohl der bekannteste. Darin werden seit Jahrzehnten Internetseiten archiviert. Die Seite ist längst zur mit Abstand umfangreichsten Quelle geworden, in der sich die Entwicklung des Internets nachverfolgen lässt. Das Vorgehen war aber schon immer mit Konflikten verbunden, denn immer wieder sind dabei gegenläufige Interessen aufeinandergetroffen. Schon 2017 hatte das Internet Archive beispielsweise erklärt, Vorgaben in der robots.txt nicht mehr ausnahmslos befolgen zu wollen. Im Fall der jüngsten Aussperrungen scheint das aber der Fall zu sein, wie man etwa für die Seiten von El País oder Le Monde sehen kann.

(mho)

Dienstag: Papst thematisiert KI, Trump stoppt wichtige KI-Verordnung

Am verlängerten Pfingstwochenende dreht sich vieles um Künstliche Intelligenz (KI). Den Papst treibt das Thema schon länger um. In seiner ersten Enzyklika, eine Art päpstlicher Regierungserklärung, fordert Leo XIV. nun strenge internationale Richtlinien für den Umgang mit KI. US-…
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Am verlängerten Pfingstwochenende dreht sich vieles um Künstliche Intelligenz (KI). Den Papst treibt das Thema schon länger um. In seiner ersten Enzyklika, eine Art päpstlicher Regierungserklärung, fordert Leo XIV. nun strenge internationale Richtlinien für den Umgang mit KI. US-Präsident Donald Trump dagegen vertagt bis auf Weiteres eine neue Verordnung, die der US-Regierung die Prüfung neuer KI-Modelle vor deren Veröffentlichung ermöglicht hätte. Trump begründete seinen Schritt mit einem Verweis auf China. Und die Kryptowährungsplattform Tether wird in Georgien zusammen mit der dortigen Regierung einen offiziellen Stablecoin einführen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Die erste Enzyklika des vor gut einem Jahr ins Amt gekommenen Papstes Leo XIV. ist mit Spannung erwartet worden. Das jetzt erschienene 100 Seiten lange „Rundschreiben“ – so die wörtliche Bedeutung – mit dem Titel „Magnifica Humanitas“ (Großartige Menschheit) gilt vielen Gläubigen als eine Art Regierungserklärung für Leos Pontifikat. In der Enzyklika, die den Untertitel „Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ trägt, betont der Papst, dass KI vielfach eine „wertvolle Hilfe“ sein könne, warnt jedoch zugleich vor deren Risiken und fordert strenge internationale Richtlinien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Erste Enzyklika von Papst Leo XIV. thematisiert Künstliche Intelligenz

In die entgegengesetzte Richtung bewegt sich allerdings US-Präsident Donald Trump. Nachdem das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic von einer Veröffentlichung seines KI-Modell Claude Mythos Abstand genommen hatte, weil es dieses als zu gefährlich einstufte, um es der Allgemeinheit zugänglich zu machen, kamen in der US-Regierung Überlegungen auf, eine KI-Verordnung zu erlassen. Diese sollte es US-Bundesbehörden ermöglichen, neue KI-Modelle vor ihrer Veröffentlichung auf mögliche Cybersicherheitsrisiken unter die Lupe zu nehmen. Doch nun legte Trump die Unterzeichnung der neuen Verordnung vorerst auf Eis. Er glaube, die neue Verordnung könne der weltweiten Spitzenposition der USA in der KI-Entwicklung in die Quere kommen, begründete Trump den plötzlichen Kursschwenk in letzter Minute und verwies auf den Vorsprung vor China auf dem Gebiet. Trump stoppt wichtige Verordnung für KI-Modelle

Die US-Kryptowährungsplattform Tether emittiert mit dem USD₮ den weltweit größten Stablecoin. Nach eigenen Angaben hat dieser an den US-Dollar gekoppelte Kryptotoken heute eine Marktkapitalisierung von fast 190 Milliarden US-Dollar und sein tägliches Handelsvolumen übertrifft regelmäßig Zahlungsnetzwerke wie Visa und Mastercard. Gesichert ist der USD₮ durch Bargeld, Schuldverschreibungen, Unternehmensanleihen und andere Vermögenswerte in US-Dollar. Zuletzt war Tether auf großer Gold-Einkaufstour und sorgte damit für einiges Aufsehen. Nun wartet das Unternehmen mit einem ungewöhnlichen Projekt auf: Zusammen mit der Regierung Georgiens wird Tether einen offiziellen, an die Landeswährung Lari gekoppelten Stablecoin lancieren. Tether: Offizieller Stablecoin in Georgien vor der Einführung

Bereits im Jahr 2014 startete Facebook eine eigenständige Gruppen-App, stellte diese aber nur drei Jahre wieder ein. Jetzt unternimmt der Facebook-Mutterkonzern Meta einen zweiten Anlauf – dieses Mal mit deutlich mehr KI. Ohne großes Aufsehen wurde eine neue App für iOS veröffentlicht, die Facebook-Gruppen in den Mittelpunkt stellt. Die Anwendung namens „Forum“ richtet sich an Nutzer, die tiefere Diskussionen und Frage-Antwort-Formate suchen. Das Konzept erinnert stark an Reddit – inklusive KI und Pseudonymen. Meta testet Reddit-Konkurrenz: Neue App „Forum“ für Facebook-Gruppen

Der Sportwagenhersteller Porsche steckt in der Krise. Der Stuttgarter Autobauer kämpft mit rückläufigen Geschäften in China und Nordamerika, schwachen Verkäufen von Elektroautos sowie hohen Produktionskosten. Die Gewinnmarge des Konzerns schrumpfte im vergangenen Jahr auf einen mageren Prozentpunkt – verglichen mit 18 Prozent vor drei Jahren. Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres verzeichnete Porsche deutliche Rückgänge bei Umsatz, Absatz und Gewinn. Werke wie Zuffenhausen oder Leipzig haben Überkapazitäten. Die Gemengelage zwingt zum Kurswechsel. Management, Strategie und Belegschaft – alles steht zur Disposition. Porsche-Chef Leiters plant umfassenden Konzernumbau

Auch noch wichtig:

- Vodafone hat ein neues Verfahren aktiviert, das Uploads deutlich beschleunigen soll. Das können bisher aber nur einige Kunden mit Xiaomi-Geräten testen. Bessere Upload-Geschwindigkeit: Vodafone aktiviert neues Verfahren

- Der Netzbetreiber SH Netz plant in Schleswig-Holstein bis 2030 Investitionen von über 2,6 Milliarden Euro, um die Stromnetze für erneuerbare Energien und neue Verbraucher zu stärken. Stromnetze für die Energiewende: Milliardeninvestitionen in Schleswig-Holstein

- Im Interview sprechen Googles Genie-Forscher über Echtzeit-Simulation, die Integration von Street View und warum Roboter ein Weltmodell benötigen. Wie 2021 bei LLMs: Google-Forscher über die Zukunft der Weltmodelle

- Der Riesenrakete Starship konnte abheben und zur Erde zurückkehren. Doch trotz des gelungenen Tests lief mit dem Antrieb nicht alles rund. Testflug von Starship V3 erfolgreich

- Der Musikriese Universal Music setzt eine weitreichende Lizenzvereinbarung durch, um die Verbreitung unlizenzierter KI-generierter Songs auf TikTok einzudämmen. Musik-Business: Universal schließt Tech-Pakt mit TikTok gegen unautorisierte KI

- Als Brücke zwischen Telefonie und Internet eingeführt, steht E.164 Number Mapping (ENUM) nun vor einer ungewissen Zukunft. Deutsche und niederländische Betreiber wehren sich gegen das Vorgehen. Streit über Zukunft von ENUM-Telefon-Domains

- Die Digitalisierung der Justiz schreitet voran. Automatisierte KI-Software zur Urteilsanonymisierung läuft im Echtbetrieb, doch die finale Entscheidung im Gerichtssaal muss zwingend ein Mensch fällen. Künstliche Intelligenz bei Gericht: Wie die Justiz digital aufrüstet

- Die Öffentlichkeitsfahndung wird zunehmend für Bagatellfälle genutzt. Experten warnen vor unverhältnismäßigen Grundrechtseingriffen und fordern eine Reform. Digitale Rasterfahndung: Wenn Bilder im Netz Leben zerstören

- Was passiert, wenn NPCs nicht mehr nur Textbausteine abspulen, sondern Spieler in dynamische Gespräche verwickeln? „Fabula Rasa“ liefert eine erste Antwort. „Fabula Rasa“ ist ein faszinierender Ausblick auf KI-gestütztes Storytelling

- Die IT-Branche zeigt ein robusteres Einstellungsverhalten, doch HR-Trends verschieben sich. Mitarbeiterbindung verliert an Fokus. IT-Branche: HR-Trends verschieben sich

- Der berühmteste Geheimagent der Welt hat im Laufe der letzten 40 Jahre viele interaktive Abenteuer durchlebt. Wir präsentieren fünf der besten davon. Leben und spielen lassen: Die fünf besten „James Bond“-Games

(akn)

Meta testet Reddit-Konkurrenz: Neue App „Forum“ für Facebook-Gruppen

heise_ki·2026-05-25AnwendungenGesellschaft
Meta hat ohne großes Aufsehen eine neue App für iOS veröffentlicht, die Facebook-Gruppen in den Mittelpunkt stellt. Die Anwendung namens „Forum“ richtet sich an Nutzer, die tiefere Diskussionen und Frage-Antwort-Formate suchen – ein Konzept, das stark an Reddit erinnert. Bislang …
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Meta hat ohne großes Aufsehen eine neue App für iOS veröffentlicht, die Facebook-Gruppen in den Mittelpunkt stellt. Die Anwendung namens „Forum“ richtet sich an Nutzer, die tiefere Diskussionen und Frage-Antwort-Formate suchen – ein Konzept, das stark an Reddit erinnert. Bislang ist die App nur in wenigen Märkten verfügbar, darunter die USA. Ein offizieller Starttermin für Deutschland, Österreich und die Schweiz steht noch nicht fest.

Eng verzahnt mit Facebook

Wie aus dem Eintrag im Apple App Store hervorgeht, versteht Meta Forum als „einen eigenen Raum für tiefere Diskussionen, echte Antworten und die Communities, die dir wichtig sind“. Die App erfordert iOS 18 und ein Facebook-Konto. Bestehende Gruppen, Profile und Aktivitäten werden automatisch übernommen. Was Nutzer in Forum posten, erscheint auch in den jeweiligen Facebook-Gruppen – und umgekehrt. Entdeckt hat die App der Geekout-Gründer und Social-Media-Analyst Matt Navarra. Er beschreibt die App auf Threads als „very Reddit-coded“ und hebt den Fokus auf Empfehlungen und „echte Antworten von echten Menschen“ hervor.

Der wesentliche Unterschied zur Facebook-Haupt-App liegt im Feed: Forum zeigt ausschließlich Inhalte aus Gruppen – keine Beiträge von Freunden, keine Seiten, keine Reels. Nutzer können zudem unter einem Pseudonym posten, ähnlich wie bei Reddit, wobei Gruppen-Admins weiterhin die echte Identität einsehen können. Bei der ersten Anmeldung fragt die App nach Themenpräferenzen und schlägt passende Gruppen vor.

Wie nicht anders zu erwarten, nutzt die neue App auch künstliche Intelligenz: Ein Tab namens „Ask“ fasst Antworten aus verschiedenen Gruppen zusammen, sodass Nutzer nicht mehr jede Community einzeln durchsuchen müssen. Dabei werden die Originalbeiträge verlinkt, aus denen die KI ihre Zusammenfassungen speist. Für Admins stellt Meta einen KI-Assistenten bereit, der bei der Moderation und Pflege der Community helfen soll. Meta betont, Admins behielten die volle Kontrolle und könnten weiterhin ihre bestehenden Tools in Facebook nutzen.

Transparenz und Datenschutz bleiben vage

Wie genau die KI Inhalte priorisiert, welche Signale das Ranking bestimmen und ob sich die KI-Funktionen abschalten lassen, dokumentiert Meta bislang nicht. Im App Store listet das Unternehmen eine breite Palette an erhobenen Daten, darunter Gesundheits- und Finanzdaten, Standort, Suchverlauf und sensible Informationen – obwohl Forum primär Gruppeninhalte verarbeitet. Für einen möglichen Start in der EU dürften sich daraus Fragen ergeben, etwa mit Blick auf die DSGVO und den AI Act.

Videos by heise

Reddit-Aktie reagiert – Meta testet leise

Nach Bekanntwerden der neuen App fiel die Reddit-Aktie um rund sechs Prozent. Analysten sehen Forum als Versuch von Meta, sich stärker im Markt für öffentliche Diskussionen und Nischen-Communities zu positionieren. Bereits 2014 hatte Facebook eine eigenständige Gruppen-App gestartet, diese aber 2017 wieder eingestellt. Forum ist nun der zweite Anlauf – diesmal mit deutlich mehr KI.

Zum Start der App erklärte Meta lediglich, man teste „viele neue Produkte öffentlich, um zu sehen, was die Leute interessant und nützlich finden“. Anders als Reddit, das iOS-Nutzer zunehmend aggressiv in die eigene App drängt, setzt Meta bei Forum vorerst auf einen stillen Testlauf ohne sichtbaren App-Zwang.

(hos)

Erste Enzyklika von Papst Leo XIV. thematisiert Künstliche Intelligenz

heise_ki·2026-05-25RegulierungGesellschaft
Papst Leo XIV. hat in seiner ersten eigenen Enzyklika strenge internationale Richtlinien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) verlangt. Nach einem Jahr im Amt warnte das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken vor zahlreichen Gefahren, die die neue revolutionä…
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Papst Leo XIV. hat in seiner ersten eigenen Enzyklika strenge internationale Richtlinien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) verlangt. Nach einem Jahr im Amt warnte das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken vor zahlreichen Gefahren, die die neue revolutionäre Technologie für das menschliche Zusammenleben bedeute. Er sieht aber auch Chancen. Die mehr als 100 Seiten lange Abhandlung heißt „Magnifica Humanitas“ (Großartige Menschheit).

Das erste Lehrschreiben in der Amtszeit eines neuen Papstes gilt vielfach als eine Art Regierungserklärung für dessen Pontifikat und wurde bereits mit Spannung erwartet. Solche „Rundschreiben“ – so die wörtliche Bedeutung – sollen Gläubigen in aller Welt einen moralischen Kompass geben. Als Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus ist Leo seit Mai vergangenen Jahres im Amt. Er ist der erste US-Amerikaner an der Spitze der katholischen Weltkirche.

„Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der KI“

Der Titel der Enzyklika kann zwei Sachen bedeuten: Humanitas lässt sich sowohl mit Menschheit als auch mit Menschlichkeit übersetzen – für Leo der große Unterschied zu KI und Maschinen. Die Unterzeile lautet: „Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“. In dem Text geht es auch um Themen wie Krieg und Frieden sowie die Arbeitswelt.

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Leo betont, dass KI vielfach eine „wertvolle Hilfe“ sein könne. Vor allem warnt er jedoch vor deren Risiken – beispielsweise, dass nur wenige Mächtige mit jetzt schon viel Besitz davon profitieren. „Kleine, sehr einflussreiche Gruppen können Informationen und Konsum lenken, demokratische Prozesse bestimmen und die wirtschaftliche Dynamik beeinflussen.“

Kritik an Tech-Milliardären aus den USA

Deshalb sei es „unerlässlich, dass der Einsatz von KI – insbesondere, wenn es um öffentliche Güter und Grundrechte geht – von klaren Kriterien und wirksamen Kontrollen begleitet wird“. Leo schlägt einen „Ethik-Kodex“ vor. Auch der Umgang mit Nutzerdaten müsse geregelt werden. Allerdings nütze auch das nichts, „wenn diese Moral von einigen wenigen bestimmt wird“. Vielfach wird das als Kritik an Tech-Milliardären aus den USA verstanden.

Besonders kritisch äußerte sich der Pontifex über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Konflikte. Mit KI-gestützten autonomen Waffensystemen seien Kriege „durchführbarer“ gemacht worden, heißt es in dem Schreiben. Die KI müsse „entwaffnet“ werden. Keinesfalls dürften Maschinen allein über Leben und Tod entscheiden.

„Bleiben wir der Wahrheit treu“

Bei der Vorstellung der Enzyklika im Vatikan war Leo selbst dabei – ein Novum für die Kirche. In einer kurzen Stellungnahme mahnte er, angesichts der rasanten Entwicklung wachsam zu sein. Anwesend war auch der Mitgründer des KI-Konzerns Anthropic, der Tech-Milliardär Chris Olah. Das Unternehmen liegt im Streit mit US-Präsident Donald Trump, weil es seine KI-Modelle nicht für autonome Waffensysteme zur Verfügung stellen will. Trump hatte sowohl Anthropic als auch den Papst zuletzt mehrfach kritisiert.

In dem Schreiben warnte Leo auch davor, auf KI-Lügen und -Fälschungen hereinzufallen: „Bleiben wir der Wahrheit treu!“ Bei den „unaufhörlichen Flüssen von Informationen, Meinungen und Bildern“ würden viele Fake News verbreitet. Zum Beispiel hatte Trump auf dem Höhepunkt seines Streits mit dem Papst ein KI-generiertes Bild veröffentlicht, das ihn selbst als Jesus zeigte. Erwähnt wird der US-Präsident in der Enzyklika nicht.

Leo entschuldigt sich für Rolle der Kirche in Sklaverei

Leo warnte auch vor negativen Einflüssen auf die Arbeitswelt. Er spricht von „neuen Formen der Sklaverei“ – beispielsweise in Rechenzentren oder bei der Herstellung von Mikrochips beziehungsweise Smartphones. In diesem Zusammenhang ging er auch darauf ein, dass seine Kirche Sklaverei erst nach Jahrhunderten verurteilte. „Dafür bitte ich im Namen der Kirche aufrichtig um Vergebung.“

Die Enzyklika trägt das Datum 15. Mai. An diesem Tag war es 135 Jahre her, dass sein Namensvorgänger Leo XIII. seine Enzyklika „Rerum novarum“ („Über die neuen Dinge“) veröffentlichte. Damit legte der „Arbeiterpapst“ die Grundlagen für die katholische Soziallehre. Manche Experten bezeichnen das neue Schreiben jetzt schon als „KI-Sozialenzyklika“.

Noch viele Enzykliken von Leo erwartet

Solche Lehrschreiben gibt es seit dem 18. Jahrhundert. Benannt sind sie in der Regel nach ihren ersten zwei oder drei Wörtern. „Magnifica Humanitas“ beginnt mit dem Satz: „Die großartige Menschheit, geschaffen von Gott, steht heute vor einer entscheidenden Wahl: Entweder errichtet sie einen neuen Turm zu Babel oder sie erbaut die Stadt, in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen.“ Das biblische Gleichnis vom Turmbau zu Babel gilt als Sinnbild für menschlichen Hochmut und Größenwahn.

Leo XIII. veröffentlichte mehr als 90 Enzykliken. Auf ihn beruft sich der Pontifex aus den USA immer wieder. Viele erwarten deshalb, dass er ebenfalls viele solche Lehrschreiben verfassen wird – auch, weil Leo mit seinen heute 70 Jahren verhältnismäßig jung ist. Papst Franziskus brachte vier Enzykliken heraus.

[Update: Diese Meldung wurde am 25.05. um 14:30 Uhr nach Erscheinen einer ausführlicheren dpa um mehrere Absätze ergänzt.]

(hos)

Anthropic-Mitgründer bei Vorstellung der Papst-Enzyklika: KI-Modelle zeigen Hinweise auf Introspektion

the_decoder·2026-05-25ForschungGesellschaftSicherheit
Anthropic-Mitgründer bei Vorstellung der Papst-Enzyklika: KI-Modelle zeigen Hinweise auf Introspektion Der kanadische KI-Entwickler und Anthropic-Mitgründer Christopher Olah präsentierte gemeinsam mit dem Papst dessen Enzyklika "Magnifica Humanitas". Olah kommt nicht umhin, ganz …
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Anthropic-Mitgründer bei Vorstellung der Papst-Enzyklika: KI-Modelle zeigen Hinweise auf Introspektion

Der kanadische KI-Entwickler und Anthropic-Mitgründer Christopher Olah präsentierte gemeinsam mit dem Papst dessen Enzyklika "Magnifica Humanitas".

Olah kommt nicht umhin, ganz in der Tradition von Anthropic, anzudeuten, dass heutige Sprachmodelle möglicherweise mehr sind als statistische Systeme. Sie würden nicht wie klassische Maschinen vollständig konstruiert, sondern eher auf einer grob am Gehirn orientierten Struktur "gewachsen". Deshalb blieben sie selbst ihren Entwicklern in wichtigen Punkten rätselhaft.

Mit Blick auf Anthropics interne Forschung erklärte Olah, man finde im Inneren der Modelle Hinweise auf Introspektion sowie Zustände, die funktional Freude, Zufriedenheit, Angst, Trauer und Unbehagen ähnelten. Zudem sei es möglich, dass KI im großen Umfang menschliche Arbeitskraft ersetze. Olahs Präsentation kann man sich im folgenden Video (1:01:40) ansehen.

Papst sagt das Erwartbare

Die Papst-Vorschläge sind ansonsten frei von Überraschungen: Er appellierte an die Verantwortung aller Beteiligten entlang der KI-Kette. KI sei "nie neutral", da sie die Werte ihrer Entwickler und Geldgeber widerspiegle, und warnt, dass KI keine Erfahrungen mache, keinen Körper besitze und kein moralisches Urteilsvermögen habe.

"Fest steht jedoch, dass das Missverständnis zu vermeiden ist, diese ‚Intelligenz‘ mit der menschlichen gleichzusetzen. Diese Systeme ahmen bestimmte Funktionen der menschlichen Intelligenz nach," heißt es in dem Beitrag. KI belaste zudem die Umwelt erheblich durch hohen Energie- und Wasserverbrauch.

Auch zu KI im militärischen Kontext bezieht der Papst Stellung. Tödliche oder unumkehrbare Entscheidungen dürften nicht an Maschinen delegiert werden. "Kein Algorithmus kann Krieg moralisch akzeptabel machen." Er kritisiert den Alignment-Diskurs. "Eine moralischere KI reicht nicht, wenn diese Moral von wenigen bestimmt wird." Statt abstrakter Ethik brauche es robuste Gesetze und unabhängige Aufsicht.

Leo XIV., der erste US-amerikanische Papst, hat KI zu einem zentralen Thema seines Pontifikats gemacht und die Risiken der Technologie wiederholt angesprochen. Anthropic und andere KI-Vertreter des Silicon Valley treffen sich wiederholt mit religiösen Vertretern, um den Einsatz von KI zu besprechen. Auch der Papst gehört dazu.

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heise-Angebot: EU AI Act: Was bis August 2026 in Unternehmen erledigt sein muss

heise_ki·2026-05-25RegulierungGesellschaft
Wer einen Chatbot einsetzt, Inhalte per KI erzeugt oder Bewerbungen automatisiert vorsortieren lässt, sollte den 2. August 2026 im Blick haben. Ab dann greifen die Transparenzpflichten (Artikel 50) des EU AI Act. Für Chatbots und KI-generierte Inhalte müssen Unternehmen offenlege…
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Wer einen Chatbot einsetzt, Inhalte per KI erzeugt oder Bewerbungen automatisiert vorsortieren lässt, sollte den 2. August 2026 im Blick haben. Ab dann greifen die Transparenzpflichten (Artikel 50) des EU AI Act. Für Chatbots und KI-generierte Inhalte müssen Unternehmen offenlegen, dass KI im Spiel ist. Für automatisierte Bewerbungsfilter können die strengeren Anforderungen an Hochrisiko-KI-Systeme greifen, mit Pflichten zu Risikomanagement, technischer Dokumentation und menschlicher Aufsicht (Anhang III).

Warum die Einordnung schwierig ist

Unternehmen müssen ihre KI-Anwendungen richtig klassifizieren. Wer nur ein Übersetzungstool nutzt, hat andere Pflichten als ein Personaldienstleister mit automatisierter Vorauswahl. Gleichzeitig diskutiert die EU-Kommission im Rahmen der digitalen Omnibus-Verordnung, einem Gesetzespaket zur Vereinfachung bestehender Digitalregulierung, über mögliche Fristverlängerungen. Die Planung erfordert deshalb eine laufende Beobachtung des Rechtsrahmens.

Was das Webinar bietet

Am 2. Juni 2026 um 16 Uhr ordnen Joerg Heidrich und Kim M. Scheurenbrand den aktuellen Stand ein. Heidrich ist Fachanwalt für IT-Recht und Justiziar bei Heise Medien, Scheurenbrand KI-Manager bei DEEP CONTENT by heise. Das einstündige Webinar klärt, welche Pflichten relevant werden, wo der größte Handlungsbedarf liegt und liefert erste Ansatzpunkte für die Umsetzung.

Die KI PRO Webinare richten sich an alle, die KI im Unternehmen produktiv einsetzen wollen und praxisnahe Orientierung benötigen. Fachliche Vorkenntnisse sind für die Teilnahme nicht erforderlich. Am Ende werden ausgewählte Fragen der Teilnehmenden beantwortet.

Jetzt anmelden und Webinar-Platz im KI Pro Webinar sichern!

(Kim M. Scheurenbrand)

heise-Angebot: iX-Workshop: KI-Methoden und -Werkzeuge für die IT-Sicherheit

heise_ki·2026-05-25SicherheitAnwendungenForschung
KI-gestützte Werkzeuge können dabei helfen, Schwachstellen schneller zu identifizieren und Sicherheitsanalysen effizienter durchzuführen. Gleichzeitig stellt sich in der Praxis jedoch die Frage, wann der Einsatz von KI tatsächlich einen Mehrwert bietet und wann klassische Methode…
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KI-gestützte Werkzeuge können dabei helfen, Schwachstellen schneller zu identifizieren und Sicherheitsanalysen effizienter durchzuführen. Gleichzeitig stellt sich in der Praxis jedoch die Frage, wann der Einsatz von KI tatsächlich einen Mehrwert bietet und wann klassische Methoden die verlässlichere Wahl sind.

Der iX-Workshop IT-Security: Künstliche Intelligenz für effiziente IT-Sicherheitsstrategien stellt verschiedene KI-Methoden und -Werkzeuge vor. Sie lernen, wann und wie diese Technologien sinnvoll in Sicherheitsprozessen eingesetzt werden können und welche Rolle sie bei der Analyse, Priorisierung und Abwehr von Sicherheitsrisiken spielen.

Der Workshop verbindet technische Grundlagen mit realistischen Anwendungsszenarien aus dem Bereich der IT-Sicherheit. Sie erhalten Einblicke in moderne Security-Audits sowie Abwehrmechanismen und setzen ausgewählte KI-Tools direkt in praxisnahen Übungen ein. Dabei wird bewusst auch der kritische Blick geschärft: Sie lernen, sinnvolle von weniger geeigneten Einsatzszenarien zu unterscheiden und die Grenzen von KI-gestützten Ansätzen realistisch einzuschätzen.

KI-Werkzeuge verstehen und gezielt einsetzen

Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungsfälle aus der Sicherheitspraxis. Sie erfahren, wie sich Sicherheitsprozesse durch KI-Unterstützung strukturieren und beschleunigen lassen – etwa bei der Auswertung von Schwachstellenscans oder Penetrationstests.

Darüber hinaus lernen Sie, wie Blue Teams KI-gestützte Systeme zur Bedrohungserkennung nutzen können, um Angriffe früher zu erkennen und schneller darauf zu reagieren. So erhalten Sie ein praxisnahes Verständnis dafür, wie KI bestehende Security-Workflows sinnvoll ergänzen kann.

Etwa 25 Prozent des Workshops sind der praktischen Anwendung gewidmet, sodass Sie die vorgestellten Methoden und Werkzeuge direkt ausprobieren und bewerten können.

Von Erfahrungen aus der Praxis lernen

Sie profitieren von der direkten Anleitung durch Ihren Trainer Yves Kraft, Head of Security Academy bei der Oneconsult AG. Als ehemaliger Penetration Tester und Security Consultant verfügt er über langjährige Erfahrung in der Schwachstellenanalyse und Angriffssimulation. Im Workshop vermittelt er praxisnahe Einblicke aus realen Sicherheitsprojekten und zeigt, wie KI-gestützte Werkzeuge verantwortungsvoll und effektiv in der IT-Security eingesetzt werden können.

Für wen ist dieser Workshop geeignet?

Der Workshop richtet sich an sicherheitsaffine IT-Fachkräfte – von Security Managern über Administratoren und SOC-Mitarbeitende bis hin zu Softwareentwicklern mit Interesse an IT-Sicherheit.

(ilk)

Wie 2021 bei LLMs: Google-Forscher über die Zukunft der Weltmodelle

heise_ki·2026-05-25ForschungModelleRobotik
World models, auf deutsch: Weltmodelle – schon die Bezeichnung klingt monumental. Mit solchen Echtzeit-KI-Modellen wie Project Genie geht Google weit über das hinaus, was Foto- und Video-KI-Modelle leisten. Diese liefern Momentaufnahmen, aber keine Nachbildung der Welt, die sich …
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World models, auf deutsch: Weltmodelle – schon die Bezeichnung klingt monumental. Mit solchen Echtzeit-KI-Modellen wie Project Genie geht Google weit über das hinaus, was Foto- und Video-KI-Modelle leisten. Diese liefern Momentaufnahmen, aber keine Nachbildung der Welt, die sich Interaktionen dynamisch anpasst. Viele dürften bei dem Gedanken zunächst an künftige Spielewelten denken, die auf Zuruf jeden dazu in die Lage versetzen, seine Wunschspiele zu erschaffen. Doch dem Forschungsteam geht es primär um etwas anderes: Hier denkt man vor allem an Einsatzzwecke in der Robotik oder an einen Simulator, um Katastrophen zu simulieren.

Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O wurde die Erweiterung des 3D-Weltgenerators um echte Orte aus Street View angekündigt. Im Gespräch mit heise online erklärten Genie-Forscher Jack Parker-Holder und Diego Rivas, Group Product Manager bei Google DeepMind, wo das Modell aktuell steht.

Was ist ein World Model?

Der Ansatz klingt simpel, ist technisch aber anspruchsvoll: Genie lernt, wie sich eine Welt in Abhängigkeit von Aktionen verändert. Man drückt eine Taste – links, rechts, vorwärts –, und das Modell berechnet den nächsten Frame der Welt. „Es ist mehr ein Language-Model als ein klassisches Videomodell“, erklärt Forschungsleiter Jack Parker-Holder. Klassische Videogeneratoren produzieren ein ganzes Video auf einmal – Genie generiert Frame für Frame, kausal und interaktiv.

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Das Ergebnis ist kein Videospiel im klassischen Sinne, sondern ein neuartiger Modelltyp: eine Art universeller Simulator, der mit einem Textprompt jede vorstellbare Welt erzeugen kann – von historischen Szenarien bis zu Katastrophengebieten.

Street View als Anker für die reale Welt

Neu in Genie 3 ist die Integration von Google Street View. Nutzer können jetzt reale Orte als Ausgangspunkt wählen; das Modell generiert von dort aus eine interaktive Welt. Laut Diego Rivas kam der Anstoß dazu von den Nutzerinnen und Nutzern selbst: Sie hätten das System immer wieder mit Prompts wie „bring mich nach New York“ oder „zeige mir meine Heimatstadt“ konfrontiert. Street View liefert nun den geografischen Anker, von dem aus Genie weitergeneriert. Vorerst sind US-Standorte verfügbar, eine globale Ausweitung ist geplant.

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Technische Grenzen: Echtzeit als Engpass

Genie 3 läuft in Echtzeit – und das bei einem Modell, das gleichzeitig Langzeitgedächtnis, hohe Ausgabeauflösung und breite Generalisierungsfähigkeit mitbringt. Parker-Holder beschreibt das als „technisch sehr anspruchsvoll“: Eine Tasteneingabe des Nutzers muss über das Netzwerk zu einem TPU-Cluster gelangen, dort verarbeitet werden und als gerenderter Frame zurückkommen – alles mit minimalem Latenzspielraum.

Zur realen Welt besteht dabei noch eine erhebliche Lücke: Sich bewegende Menschen, Umgebungsgeräusche, 4K-Auflösung – all das liegt jenseits der heutigen Möglichkeiten. „Wir haben aber ziemlich gute Ideen für die nächsten paar Schritte“, sagt Parker-Holder.

Was Genie von anderen KI-Projekten unterscheidet: Dieselbe Modellbasis treibt sehr unterschiedliche Anwendungen an. Waymo nutzt es, um seltene Verkehrsszenarien zu simulieren – etwa einen Elefanten auf der Straße oder einen Tornado. Ein anderer Anwendungsfall ist das Trainieren komplexer Roboter. Statt Millionen Male etwas auszuprobieren und damit zu scheitern, könne eine Aufgabe so schneller richtig erlernt werden.

Robotik: Noch nicht da, aber auf dem Weg

Langfristig sieht das Team World Models als unverzichtbare Grundlage für KI in Körperform. Roboter müssen in der realen Welt agieren, also brauchen sie realistische Simulation zum Training.

Aktuell stehen Robotikteams noch vor dem sogenannten „Control Problem“: Kann ein Roboter zuverlässig jedes Objekt greifen, auf jedem Untergrund laufen? Erst wenn das gelöst ist, rückt die nächste Herausforderung in den Vordergrund – soziale Intelligenz, das Verstehen menschlichen Verhaltens in unvorhersehbaren Situationen. Genau dort sieht Parker-Holder das größte Potenzial von World Models.

Wettbewerb: Noch früh

Im Marktvergleich ordnet das Team die Situation nüchtern ein: „Im Vergleich zu LLMs stehen wir im Jahr 2021.“ Viele Akteure würden unter dem Begriff „World Model“ sehr unterschiedliche Dinge bauen. Eine direkte Vergleichbarkeit gebe es kaum. In den nächsten Jahren rechnet Parker-Holder mit einer Konsolidierung – und wenigen großen Playern, die den Markt prägen werden. Auf der Google I/O wurden neben Genie 3 auch neue Sprachmodelle vorgestellt: Gemini 3.5 Flash und Gemini Omni Flash sollen künftig Videogenerierung und autonome Agenten-Aufgaben übernehmen.

(mki)

„Fabula Rasa“ ist ein faszinierender Ausblick auf KI-gestütztes Storytelling

heise_ki·2026-05-25AnwendungenForschung
Während sich Videospiele seit den ersten Heimcomputern von einfachen Pixelkulissen zu riesigen, glaubhaft simulierten Welten entwickelt haben, wirken Gespräche mit NPCs oft noch erstaunlich statisch. Spieler klicken sich meist durch fest definierte Antworten und vorgefertigte Dia…
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Während sich Videospiele seit den ersten Heimcomputern von einfachen Pixelkulissen zu riesigen, glaubhaft simulierten Welten entwickelt haben, wirken Gespräche mit NPCs oft noch erstaunlich statisch. Spieler klicken sich meist durch fest definierte Antworten und vorgefertigte Dialogbäume. KI-Sprachmodelle versprechen einen neuen Ansatz mit natürlicheren Gesprächen und NPCs, die dynamisch auf das reagieren, was Spieler sagen.

Arvore gehört zu den ersten Studios, die ernsthaft mit diesen Möglichkeiten experimentieren. Dessen märchenhafte VR-Erfahrung „Fabula Rasa: Dead Man Talking“ ist ein früher, aber vielversprechender Versuch, in dieses Neuland vorzudringen.

Bislang war das KI-gestützte Storytelling-Experiment nur auf Festivals wie dem SXSW zu sehen, wo es einen Publikumspreis gewann. Wir haben „Fabula Rasa“ ausprobiert und waren trotz seines frühen Entwicklungsstands fasziniert von den Möglichkeiten, die sich hier auftun. Gleichzeitig stellte sich die Frage, ob „Fabula Rasa“ überhaupt noch ein klassisches Videospiel ist oder eine neue Form interaktiver Erfahrung.

Wenn ein Videospiel rhetorisches Geschick verlangt

Der Name ist eine Anspielung auf die lateinische Redewendung „Tabula rasa“, nur dass hier nicht die Tafel unbeschrieben ist, sondern ausdrücklich die „Fabula“, also die Geschichte selbst, die durch Äußerungen des Spielers mitgestaltet wird.

Der Einstieg ist kafkaesk: Man erwacht in einem Kerker, während ein ogerhafter Protokollant verkündet, man habe ein Verbrechen begangen und werde einem Monster zum Fraß vorgeworfen. Er fordert den Spieler auf, Namen und Beruf zu nennen, und will außerdem wissen, welches Delikt ihm zur Last gelegt wird. Wir antworteten auf Englisch, wir seien Journalist und hätten Gerüchte über den König verbreitet.

Nach dem Abtransport auf einen mittelalterlichen Markt- und Richtplatz treten nach und nach verschiedene Charaktere an den Käfig und verwickeln den Spieler in Gespräche, darunter eine Hexe, eine Bardin und der Vollstrecker selbst, die jeweils eigene Persönlichkeiten und Anliegen haben.

Ziel ist es, die Figuren für sich zu gewinnen, damit sie beim bald eintreffenden König ein gutes Wort einlegen und das Todesurteil abwenden. Die Charaktere nennen den Spieler beim Namen und kommen wiederholt auf den genannten Beruf zurück. Die Bardin fragte uns etwa, welche Gerüchte wir verbreitet hätten und ob es Zeugen dafür gebe, bevor sie daraus ein Lied improvisierte. Statt in generisches NPC-Geschwätz zu verfallen, reagierten die Charaktere mit schnippischen Kommentaren und überraschend passenden Nachfragen.

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Was uns ebenfalls überraschte, war, wie konsequent das Spiel einen immer wieder in Situationen brachte, die verbales Improvisationstalent und rhetorisches Geschick verlangen, also Fähigkeiten, die herkömmliche Videospiele in dieser Form eigentlich kaum einfordern. Das machte die Spielerfahrung gleichermaßen herausfordernd wie neu. In zwei jeweils etwa 30-minütigen Spieldurchläufen entwickelten sich die Gespräche unterschiedlich, je nachdem, welche Persona wir verkörperten. Weil die Handlung in ein Szenario eingebettet ist und von einem Ensemble an Figuren gelenkt wird, waren wir nie versucht, die Gespräche in Richtungen abdriften zu lassen, die nichts mehr mit der eigentlichen Erzählung zu tun haben.

Mehr Live-Theater als Videospiel

Inspiration für „Fabula Rasa“ fanden die Entwickler nicht etwa bei anderen Videospielen, sondern im Improvisationstheater. „Der Spieler erschafft spontan gemeinsam mit KI-gesteuerten Figuren eine Geschichte, wodurch sich die Erfahrung weniger wie das Steuern eines Spiels anfühlt als wie das Betreten einer Live-Aufführung“, sagt das Studio. Die an familienfreundliche Animationsfilme erinnernde visuelle Gestaltung soll dabei nicht nur die düstere Ausgangslage auflockern, sondern mit bewusst überzeichneten Figuren auch vermitteln, Teil einer theatralischen Inszenierung zu sein.

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Um zu verstehen, was eine gute Szene ausmacht, arbeitete das Team mit einem professionellen Improvisationskomiker zusammen und versuchte, dessen Verhaltensmuster auf das KI-System zu übertragen. Auf technischer Ebene kombiniert die VR-Erfahrung mehrere KI-Modelle: Anthropics Claude steuert Persönlichkeit, Dialoge und spontane Reaktionen der Figuren, während ElevenLabs die Sprachsynthese übernimmt. ChatGPT fungiert im Hintergrund als eine Art „KI-Regisseur“, der Handlung, Kontext und den Zustand der Spielwelt koordiniert und den Figuren passende Informationen zuführt. Die Plattform Convai verbindet diese Systeme schließlich mit den Spielmechaniken und Abläufen.

Arvore gehört zu einer wachsenden Zahl von Studios, die mit KI-gestützten NPC-Dialogen experimentieren. Eine grundlegende Schwäche teilt sich „Fabula Rasa“ mit vielen ähnlichen Projekten: Auf sprachliche Äußerungen folgen oft lange Pausen, die den Gesprächen ihre Unmittelbarkeit nehmen und die Immersion beeinträchtigen. Langfristig könnten lokal ausgeführte KI-Modelle helfen, solche Pause zu verkürzen.

Gespräche als Spielmechanik

Keine Frage: Spiele mit KI-gestützten NPC-Gesprächen stecken noch ganz am Anfang und kämpfen mit technischen Kinderkrankheiten. Dennoch sorgt „Fabula Rasa“ schon jetzt für einen Aha-Moment: Sich auf annähernd natürliche Weise mit Spielfiguren zu unterhalten, fühlt sich wie ein großer Schritt hin zu glaubwürdigeren Spielwelten an. Von Spielern werden plötzlich ganz neue Fähigkeiten verlangt, wodurch auch eine neue Form des Spielens entstehen könnte. Man stelle sich etwa ein Detektivspiel vor, in dem man Verdächtigen in Kreuzverhören Beweise oder Geständnisse herauskitzeln muss, ein Rollenspiel, in dem geschicktes Feilschen zu besseren Preisen führt, oder ein Survival-Spiel, in dem man eine Gruppe Überlebender durch Worte zusammenhält.

Jeden zweiten Montag, liefern wir Ihnen die wichtigsten Entwicklungen der XR-Branche. Damit Sie alles im Blick behalten.

Mit dieser Art von Spiel könnte die Branche auch neue Zielgruppen erreichen, die klassischen Spielmechaniken bislang eher wenig abgewinnen konnten. Wir ließen „Fabula Rasa“ von einer Person ausprobieren, die mit traditionellen Videospielen sonst kaum etwas anfangen kann und die begeistert auf die Erfahrung reagierte.

„Fabula Rasa“ wurde ursprünglich für PC-VR entwickelt. Wir haben eine Quest-Demo ausprobiert, die derzeit noch optimiert wird und Ende 2026 als kommerzielle Version erscheinen soll. Die Demo unterstützte ausschließlich Englisch, während die PC-Fassung zusätzlich Französisch, Portugiesisch und Spanisch bietet. Eine deutsche Sprachoption ist zumindest zum Start nicht geplant.

(tobe)

Papst Leo: Veröffentlichung von Enzyklika zu Künstlicher Intelligenz erwartet

Nach einem Jahr im Amt veröffentlicht Papst Leo XIV. an diesem Montag (11.30 Uhr) seine erste Enzyklika. In dem mehr als 100 Seiten langen Lehrschreiben mit dem Titel „Magnifica Humanitas“ (Großartige Menschheit) geht es um das Thema Künstliche Intelligenz. Die erste Enzyklika in…
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Nach einem Jahr im Amt veröffentlicht Papst Leo XIV. an diesem Montag (11.30 Uhr) seine erste Enzyklika. In dem mehr als 100 Seiten langen Lehrschreiben mit dem Titel „Magnifica Humanitas“ (Großartige Menschheit) geht es um das Thema Künstliche Intelligenz. Die erste Enzyklika in der Amtszeit eines neuen Papstes gilt vielfach als eine Art Regierungserklärung für dessen Pontifikat.

Leo ist seit Mai vergangenen Jahres das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken. Bei der Vorstellung im Vatikan wird der Papst selbst dabei sein – das gab es nach Angaben der katholischen Kirche noch nie. Der erste Pontifex aus den USA hatte sich in den vergangenen Monaten mehrfach schon zum Thema KI geäußert – sowohl zu Chancen als auch zu Risiken. Die Enzyklika wird vom Vatikan bislang jedoch strikt unter Verschluss gehalten.

Leo XIV. nimmt Bezug auf Sozialenzyklika seines Namensvetters

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Bei dem Termin wird neben hochrangigen Kardinälen und Theologen auch der Mitgründer des KI-Konzerns Anthropic, Chris Olah, anwesend sein – auch das ein Novum bei der Vorstellung einer Enzyklika. Das Unternehmen mit Sitz in San Francisco liegt im Streit mit der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, weil es seine KI-Modelle nicht in autonomen Waffensystemen und zur Überwachung der Zivilbevölkerung zur Verfügung stellen will. Trump hatte sowohl Anthropic als auch den Papst zuletzt mehrfach kritisiert.

Die Enzyklika trägt das Datum 15. Mai. An diesem Tag war es genau 135 Jahre her, dass Leos Namensvetter Leo XIII. seine Enzyklika „Rerum novarum“ („Über die neuen Dinge“) veröffentlichte. Damit legte der „Arbeiterpapst“ die Grundlagen für die katholische Soziallehre infolge der industriellen Revolution.

In einer Zeit, in der viele von einer „KI-Revolution“ sprechen, nimmt Leo XIV. darauf Bezug. Thema wird auch sein, ob KI-gestützte Maschinen in Kriegen und Konflikten allein über Leben und Tod entscheiden dürfen.

(nen)

Künstliche Intelligenz bei Gericht: Wie die Justiz digital aufrüstet

Die Digitalisierung der Justiz nimmt Fahrt auf. Doch beim Thema Künstliche Intelligenz klaffen Erwartungshaltung und statistische Gewissheit auseinander. In Justizkreisen wird vermehrt moniert, dass algorithmische Textgeneratoren die Gerichte mit automatisierten Schriftsätzen flu…
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Die Digitalisierung der Justiz nimmt Fahrt auf. Doch beim Thema Künstliche Intelligenz klaffen Erwartungshaltung und statistische Gewissheit auseinander. In Justizkreisen wird vermehrt moniert, dass algorithmische Textgeneratoren die Gerichte mit automatisierten Schriftsätzen fluten. Der Bundesregierung fehlen dafür aber Belege. In ihrer Antwort auf eine Anfrage der AfD-Fraktion erklärt sie, ihr lägen keine konkreten Erkenntnisse über eine aktuelle Zunahme von KI-generierten Anträgen vor. Systematische Erhebungen oder belastbare Zahlen dazu existierten nicht.

Es sei bekannt, dass KI-Systeme im juristischen Alltag auch zur Formulierung von Schriftsätzen herangezogen würden, schreibt das federführende Bundesjustizministerium. Dabei handele es sich aber nicht um eine völlig neue Entwicklung.

Parallel treibt der Staat den Einsatz von KI auf der anderen Seite des Richtertisches voran. In der deutschen Justizlandschaft existieren zahlreiche Vorhaben, bei denen Algorithmen erprobt oder punktuell schon in den Echtbetrieb überführt wurden. Ziel ist es laut der Auskunft, die Justiz bei der Bewältigung ihrer Verfahrensberge zu entlasten und Prozesse zu optimieren. Der Fokus liege auf der Automatisierung gleichförmiger, standardisierter Arbeitsschritte. Dazu gehörten vor allem die automatisierte Anonymisierung von Urteilen, die Strukturierung von Verfahrensunterlagen sowie die Auswertung und Extraktion relevanter Daten.

Praxistest in den Bundesländern

Wie das in der Praxis aussieht, zeigen diverse Länderprojekte. Unter den Namen „Aleks“ in Niedersachsen und Bayern sowie „Jano“ in Hessen und Baden-Württemberg laufen einschlägige KI-Anwendungen zur Anonymisierung. Letztere ist im Dezember in der Zivilgerichtsbarkeit in den Regelbetrieb gegangen.

Die bisherigen Erfahrungen sollen positiv sein, da die Algorithmen bei Routineaufgaben bereits höhere Trefferquoten erzielten als die manuelle Bearbeitung. Ein weiteres Exempel ist das niedersächsische Vorhaben „Maki“. Es ist darauf ausgerichtet, den Umgang mit Massenverfahren zu erleichtern und die juristische Analyse von Akten und Schriftsätzen zu unterstützen.

Dass die Sorgen vor ungeprüften KI-Inhalten im Rechtsverkehr nicht unbegründet sind, zeigt ein aktueller Fall. Erfundene Aktenzeichen und frei halluzinierte Urteile in Rechtsmittelschriftsätzen sorgten für Ärger. Berliner Richter sahen sich daher gezwungen, die Anwaltschaft zu rügen.

Europäische Leitplanken

Der Bundesregierung sind die mit KI-gestützten Entscheidungen verbundenen Risiken bewusst. Sie warnt vor Verzerrungen durch fehlerhafte oder unvollständige Daten, algorithmischen Blendwerken und der menschlichen Neigung, automatisierten Vorschlägen blind zu vertrauen. Auch mangelnde Nachvollziehbarkeit und Manipulationsanfälligkeit seien ein Thema. Um diesen Gefahren zu begegnen, griffen regulatorische Leitplanken.

Der Einsatz von KI in gerichtlichen und staatsanwaltschaftlichen Verfahren richte sich maßgeblich nach der KI-Verordnung der EU, heißt es aus dem Justizressort. Diese stufe solche Systeme zur Entscheidungsunterstützung konsequent als Hochrisiko-KI ein. Damit einher gingen gesetzliche Pflichten rund um Risikomanagement, Datenqualität, lückenlose Dokumentation, Cybersicherheit und menschliche Aufsicht.

Flankierend haben Bund und Länder voriges Jahr eine gemeinsame KI-Strategie für die Justiz verabschiedet, um eine rechtssichere und einheitliche Anwendung zu gewährleisten. Derzeit werden in diesem Rahmen Standards für Risikomanagementsysteme sowie verbindliche Leitlinien zu Daten-Governance und -qualität ausgearbeitet.

Menschliche Verantwortung

Über den technologischen Entwicklungen steht ein Dogma des deutschen Grundgesetzes: Der verfassungsrechtliche Rahmen der richterlichen Unabhängigkeit setzt der Automatisierung Grenzen. Die judikative Gewalt sei ausschließlich den gewählten Richtern vorbehalten, betont das Ministerium. Die endgültige Entscheidung in einem Rechtsstreit müsse so immer von einem Menschen getroffen und persönlich verantwortet werden. KI dürfe nur unterstützend agieren. Die menschliche Aufsicht diene als Kontrollmechanismus, um Fehlentwicklungen der Maschine rechtzeitig zu erkennen und zu korrigieren.

Damit das Justizpersonal überhaupt in der Lage ist, diese Funktion auszuüben, setzt die Exekutive auf gezielte Qualifikation. Kompetenzen zu den technischen, rechtlichen und ethischen Fragestellungen rund um die Technik sollen durch neue Aus- und Fortbildungsangebote gestärkt werden. Teil der nationalen KI-Strategie ist das Erstellen eines Kompetenzrahmens, um ein gemeinsames Verständnis zu etablieren und maßgeschneiderte Schulungsmaßnahmen abzuleiten.

Millionen für die Digitalsäule des Rechtsstaats

Finanziert und vorangetrieben wird der Wandel durch eine Kooperation zwischen Bund und Ländern. Die im Sommer 2025 beschlossene Strategie bildet das Fundament, das nach aktuellem Planungsstand bis Ende 2026 weitgehend umgesetzt sein soll. Der Bund beteiligt sich im Zuge seiner Digitalisierungsinitiative finanziell und fachlich an den KI-Vorhaben der Länder. Diese Anschubfinanzierung läuft ebenfalls bis Dezember.

Danach soll sich nahtlos der neue Pakt für den Rechtsstaat anschließen. Dessen sogenannte Digitalsäule sieht die weitere Förderung mit einer Laufzeit von drei Jahren vor. Ob und inwieweit zusätzlich gesetzgeberischer Handlungsbedarf im Bereich des europäischen Datenschutzrechts oder bei haftungsrechtlichen Fragestellungen zu automatisierten Verarbeitungen besteht, prüft die Exekutive noch. (hze)

Trump stoppt wichtige Verordnung für KI-Modelle

Eine neue Verordnung, die der US-Regierung die Prüfung neuer KI-Modelle vor deren Veröffentlichung ermöglicht hätte, ist vorerst vom Tisch. US-Präsident Donald Trump sollte die neue Verordnung aus seinem Haus eigentlich am Donnerstag unterzeichnen, vertagte das jedoch bis auf Wei…
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Eine neue Verordnung, die der US-Regierung die Prüfung neuer KI-Modelle vor deren Veröffentlichung ermöglicht hätte, ist vorerst vom Tisch. US-Präsident Donald Trump sollte die neue Verordnung aus seinem Haus eigentlich am Donnerstag unterzeichnen, vertagte das jedoch bis auf Weiteres. „Bestimmte Aspekte“ daran hätten ihm nicht gefallen, sagte er dazu der Presse.

Er glaube, die neue Verordnung könne der weltweiten Spitzenposition der USA in der KI-Entwicklung in die Quere kommen, erklärte Trump und verwies auf den Vorsprung vor China auf dem Gebiet. Er wolle demnach jeglichen Schritt in eine solche Richtung vermeiden.

Bedenken hatten Trump und seine Administration ursprünglich in anderer Hinsicht: Die Verordnung war als Antwort auf mögliche Cybersicherheitsrisiken durch neue, fortschrittliche KI-Modelle gedacht, etwa Anthropics Claude Mythos, welches selbst von dem Hersteller als zu gefährlich eingestuft wird, um es der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Bis zu 90 Tage vor der Veröffentlichung wäre es Bundesbehörden möglich gewesen, die Modelle unter die Lupe zu nehmen, zum Beispiel dem Inlandsgeheimdienst National Security Agency, dem Cyber Office des Weißen Hauses oder dem US-Finanzministerium. Eine ähnliche Vereinbarung gibt es schon mit den KI-Herstellern Google, Microsoft und xAI.

Tech-CEOs versetzten Trump, Sacks las ihm die Leviten

Auffällig ist, wie Trumps plötzlicher Kurswechsel offenbar zustande kam. Tech-Investor David Sacks soll laut einem Bericht des Magazins Politico kurz vor der Unterzeichnung der Verordnung auf Trump eingewirkt haben. Mehrere Personen aus dem Trump-Umfeld, deren Identität Politico zum Quellenschutz nicht nennen möchte, berichteten dem Magazin demnach von einem Gespräch zwischen Sacks und Trump. Sacks soll Trump hier überzeugt haben, dass KI-Firmen schon ausreichend mit der US-Regierung kooperieren, die geplante Verordnung Innovationen behindere und die USA im Wettlauf um die beste KI ausbremsen würden. Den Politico-Quellen zufolge war Sacks nicht der einzige Gegner der neuen Verordnung an den Spitzen führender KI-Hersteller.

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Einem weiteren Politico-Bericht zufolge waren wichtige Köpfe der Branche wie Meta-CEO Mark Zuckerberg, OpenAI-Chef Sam Altman und Anthropic-CEO Dario Amodei lange vorher über die geplante Verordnung Bescheid, kurz vor der Unterzeichnung der Verordnung war demnach sogar ein Treffen mit Trump geplant. Doch die drei Tech-CEOs versetzen den Präsidenten glatt. Wie Politico aus informierten Kreisen erfuhr, sagten alle drei das Treffen ab, wollten aber Vertretungen schicken. Blieb nur noch Sacks, und von dem ließ Trump sich offenbar ordentlich die Leviten lesen, sodass er nun von seiner eigens in Auftrag gegebenen Verordnung einen Rückzieher macht.

(nen)

Studie: KI bleibt oft im Testlauf stecken

heise_ki·2026-05-24WirtschaftForschungAnwendungen
Künstliche Intelligenz ist in den Zukunftsplanungen der deutschen Wirtschaft fest verankert, doch auf dem Weg in den produktiven Arbeitsalltag in den Unternehmen verliert sie oft massiv an Schwung. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des IT-Beratungsunternehmens Zoi. Für e…
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Künstliche Intelligenz ist in den Zukunftsplanungen der deutschen Wirtschaft fest verankert, doch auf dem Weg in den produktiven Arbeitsalltag in den Unternehmen verliert sie oft massiv an Schwung. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des IT-Beratungsunternehmens Zoi. Für einen erfolgreichen KI-Einsatz mangle es weniger an Geld, sondern an der passenden Unternehmensorganisation und der praktischen Umsetzung.

Basis der Studie ist eine Befragung von 500 IT-Verantwortlichen aus Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten durch das Meinungsforschungsinstitut Civey. Wissenschaftlich begleitet wurde die Umfrage von der Hochschule der Medien in Stuttgart.

Lücke zwischen Pilotprojekt und Arbeitsalltag

Drei Jahre nach dem großen technologischen Durchbruch haben der Studie zufolge die meisten deutschen Großunternehmen erste Anwendungsfälle ausgemacht und Pilotprojekte gestartet. Doch zwischen dem ersten Ausprobieren und dem tatsächlichen, gewinnbringenden Einsatz im normalen Betrieb klaffe in vielen Unternehmen eine erhebliche Lücke.

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In der Umfrage wurde auch nach konkreten Hindernissen gefragt, die einen erfolgreichen KI-Einsatz erschweren. Die IT-Verantwortlichen nannten dabei die Komplexität der bestehenden IT-Infrastruktur, fehlendes Fachwissen beim Personal sowie die schwierige Integration der neuen Technik in veraltete Computersysteme. Budgetfragen oder Unsicherheiten über den finanziellen Nutzen wurden hingegen deutlich seltener als Hindernis genannt. Die Studie ergab auch, dass ausgerechnet die erfolgreichen Vorreiter-Unternehmen stark unter der Komplexität ihrer Technik leiden.

Zu selten messbare Ziele

In vielen Fällen sind die Fehlerursachen demnach in der Chefetage zu suchen: Zwar geben rund drei Viertel der Unternehmen an, über eine schriftlich festgehaltene Strategie der Unternehmensleitung zu verfügen, doch nur bei etwa einem Drittel ist diese auch mit konkreten messbaren Zielen verknüpft. Ohne solche Erfolgskennzahlen bleibe die Strategie oft nur eine Absichtserklärung.

Zoi-Geschäftsführer Benjamin Hermann sagte, die Studienergebnisse zeigten, dass bei der KI-Transformation zwischen der technologischen Exzellenz und einer vorbildhaften operativen Umsetzung noch Welten lägen. „Mit KI anfangen ist einfacher, als mit KI produktiv zu sein.“

Professor Jan Kirenz von der Hochschule der Medien Stuttgart sagte, die Daten zeichneten ein klares Bild: „76 Prozent der deutschen Großunternehmen erproben KI-Agenten bereits aktiv, was das breite Innovationsinteresse belegt.“ Aber da erst 19 Prozent diese Technologien in ihren Kernprozessen einsetzten, stehe die breite Wertschöpfung noch aus.

IT-Verantwortliche sehen KI nicht als Jobkiller

In der Studie wurden die IT-Verantwortlichen auch danach gefragt, ob der KI-Einsatz mit einem massiven Jobverlust verbunden sei. Davon gehen die Befragten mehrheitlich nicht aus: 79 Prozent der befragten IT-Entscheider sagten, dass generative KI die Mitarbeiterzahl im Unternehmen stabil halte oder sogar steigen lasse.

(nen)

Google wehrt sich gegen Monopol-Urteil

heise_ki·2026-05-23RegulierungWirtschaft
Google will die Daten und Ergebnisse seiner Suchmaschine nicht mit Wettbewerbern im Suchmaschinenmarkt teilen – unter anderem dazu hatte ein US-Bundesgericht das Unternehmen voriges Jahr in einem Kartellrechtsverfahren verurteilt. Jetzt legt der Suchmaschinen-Gigant gegen diese E…
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Google will die Daten und Ergebnisse seiner Suchmaschine nicht mit Wettbewerbern im Suchmaschinenmarkt teilen – unter anderem dazu hatte ein US-Bundesgericht das Unternehmen voriges Jahr in einem Kartellrechtsverfahren verurteilt. Jetzt legt der Suchmaschinen-Gigant gegen diese Entscheidung Berufung ein.

Im September 2025 stellte US-Richter Amit P. Mehta fest, dass Googles Suchmaschinen-Geschäfte illegal sind. Google musste seine Zahlungen an Browser-Anbieter und Hardware-Hersteller einstellen. Zuvor zahlte der Internetgigant Milliardenbeträge an Browser-Anbieter und Hardware-hersteller, damit diese die Google Suche im Browser, beziehungsweise den Chrome Browser auf Endgeräten standardmäßig voreinstellen. Allein Apple erhielt jährlich rund 20 Milliarden US-Dollar. Zudem muss Google seitdem Suchdaten und Suchergebnisse mit "qualifizierten Wettbewerbern" teilen.

Google plädiert auf Rechtsfehler

Google argumentiert jetzt in seinem Berufungsschriftsatz (Download unter diesem Absatz), dass der US-Richter Amit Mehta in seinem Urteil aus dem Jahr 2024 Rechtsfehler gemacht habe. Das Unternehmen argumentierte, dass seine Deals mit Geräteherstellern und Browserentwicklern diese nicht daran gehindert hätten, konkurrierende Suchdienste wie Microsofts Bing zu bewerben.

Zudem sei die Entscheidung, überhaupt eine exklusive, voreingestellte Suchmaschine anzubieten, von Apple und Mozilla selbst ausgegangen, nicht von Google. Mozilla ist mittlerweile stark abhängig von Googles jährlichen Zahlungen. Von rund 680 Millionen Dollar Jahresumsatz im Jahr 2024 kamen laut Geschäftsbericht 498 Millionen Dollar von Google – damit die Suchmaschine in Firefox voreingestellt ist. Mozillas Finanzchef warnte bereits: Ohne Googles Geld droht die Pleite.

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Google plädiert zudem darauf, das Unternehmen habe sich mit seiner Suchmaschine auf dem Markt fair durchgesetzt, indem es „durch harte Arbeit, mutige Innovationen und kluge Geschäftsentscheidungen eine überlegene Suchmaschine entwickelt“ habe. Dass Suchmaschinendaten nun mit der Konkurrenz geteilt werden müssten, würde eine seltsame Form von Ersatzwettbewerb schaffen, der unter realen Bedingungen nie entstanden wäre. Hier nennt Google explizit KI-Hersteller OpenAI als Beispiel, der für sein LLM ChatGPT ebenfalls Zugriff auf die Daten hätte. ChatGPT habe jedoch während des relevanten Zeitraums noch gar nicht existiert – US-Justizministerium und Bundestaaten klagten bereits Ende 2020. Zudem sei der Erfolg von ChatGPT so bahnbrechend, dass es keinen Grund gebe, die Daten mit OpenAI zu teilen, argumentiert Google. Beobachter rechnen im Juli mit einer juristischen Reaktion des US-Justizministeriums auf Googles Berufung.

(nen)

heise-Angebot: Product Owner AI Day 2026: Konferenz und Workshop für KI im Produktmanagement

heise_ki·2026-05-23AnwendungenAgentenWirtschaft
Künstliche Intelligenz ist inzwischen in der Produktarbeit angekommen. Nach der erfolgreichen Erstausgabe des Product Owner AI Day im Herbst 2025 findet die Online-Konferenz am 9. Juli 2026 zum zweiten Mal statt. Der Schwerpunkt liegt dieses Mal auf KI-Agenten und Automationen, u…
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Künstliche Intelligenz ist inzwischen in der Produktarbeit angekommen. Nach der erfolgreichen Erstausgabe des Product Owner AI Day im Herbst 2025 findet die Online-Konferenz am 9. Juli 2026 zum zweiten Mal statt. Der Schwerpunkt liegt dieses Mal auf KI-Agenten und Automationen, um Workflows im Arbeitsalltag zu vereinfachen, Produkte mit KI sinnvoll zu gestalten und bessere Produktentscheidungen zu treffen. Ausgerichtet wird die Konferenz von dpunkt.verlag und iX in Kooperation mit Marc Bless. Frühbucher profitieren derzeit von vergünstigten Preisen.

Der Product Owner AI Day richtet sich an all jene, die an der Schnittstelle von Produkt, Technologie und Innovation arbeiten – etwa Product Owner, Produktmanagerinnen, Innovation-Manager oder Product Leads und Heads of Product.

Workshop am 10. Juli: Automationen und Agenten für Product Owner und Produktmanager

Am Tag nach der Online-Konferenz, dem 10. Juli, bietet Marc Bless einen ganztägigen Online-Workshop an. Dort können Produktmanagerinnen und -manager sowie Product Owner in einen KI-Deep-Dive eintauchen. Sie lernen praktisch, wie sie mit Automationen und KI-Agenten echte Produktivitätsgewinne erzielen und komplette Workflows neu denken. Wer teilnimmt, sollte sowohl Zugang zu KI-Tools als auch bereits eine grundlegende Erfahrung damit besitzen. Detaillierte Angaben zu den Voraussetzungen sind auf der Konferenz-Website hinterlegt.

Am Ende des Tages sollen die Workshop-Besucher ein tiefes Verständnis für moderne KI-Anwendungen über ChatGPT hinaus mitnehmen, eigene Automationen und Agenten für ihre tägliche Arbeit konzipieren können und wissen, wie sie ihre Effizienz durch smarte, wiederverwendbare Workflows steigern können.

Ein Ticket für den Workshop lässt sich im Online-Ticketshop für 599 Euro (zzgl. MwSt.) buchen.

Product Owner AI Day: KI für Automation und Produktgestaltung einsetzen

Das Programm der Online-Konferenz am 9. Juli besteht aus sechs jeweils 45-minütigen Vorträgen sowie einer Abschlussdiskussion unter Moderation von Marc Bless mit den Referentinnen und Referenten des Tages. Die Vorträge gehen praxisnah darauf ein, wie künstliche Intelligenz in der Produktentwicklung unterstützen kann.

So zeigt Gregor Biswanger unter dem Motto „Nichts lügt mehr als eine veraltete Dokumentation“, wie sich KI durch Spec-Driven Development präzise steuern lässt. Miriam Suchet demonstriert, wie Product Owner mit KI in fünf konkreten Schritten von der tragfähigen Vision bis zur Stakeholder-Freigabe kommen, während laut Markus Andrezak künstliche Intelligenz die Fleißarbeit übernehmen kann, damit Menschen zur aktiven Gestaltung zurückkehren können.

Eine grundlegende Veränderung, die mit KI einhergeht, kommt bei Ralf D. Müller zur Sprache: KI-Agenten verschieben die klassische Arbeitsteilung zwischen Product Owner und Developer. Das birgt neue Herausforderungen, etwa dass der Product Owner zum neuen Bottleneck werden könnte. Und schließlich bleibt auch beim KI-Einsatz nach wie vor menschliches Verständnis gefragt: Wie Julia Bastian gleich zum Einstieg in den Tag warnt, kann KI glänzenden „Discovery-Müll“ produzieren, den es erst einmal kritisch zu bewerten gilt.

Vergünstigte Tickets für Frühbucher und Teams

Frühbucher können noch bis zum 11. Juni sparen: Bis dahin kostet ein Ticket für den Konferenztag 249 Euro (zzgl. 19 % MwSt.), nach Ablauf des Early-Bird-Tarifs 299 Euro. Teams ab drei Personen erhalten zusätzlich gestaffelte Gruppenrabatte, die der Online-Ticketshop automatisch berechnet. Ein Ticket für den Ganztages-Workshop kostet 599 Euro pro Person.

Weitere Informationen zur Konferenz finden sich auf der Website. Dort lässt sich auch ein Newsletter abonnieren, um über diese und weitere Veranstaltungen aus der Reihe inside agile auf dem Laufenden zu bleiben.

(mai)

KW 21: Die Woche, in der die Zivilgesellschaft aufsteht

netzpolitik·2026-05-23GesellschaftRegulierung
Die 21. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 13 neue Texte mit insgesamt 101.115 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen Wochenrückblick. – Fraktal, generiert mit MandelBrowser von Tomasz Śmigielski Liebe Leser:innen, die Zivilgesellschaft steht in vielen…
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Die 21. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 13 neue Texte mit insgesamt 101.115 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen Wochenrückblick.

– Fraktal, generiert mit MandelBrowser von Tomasz Śmigielski

Liebe Leser:innen,

die Zivilgesellschaft steht in vielen Ländern unter Druck. Dass sich die Menschen dem noch lange nicht beugen, zeigt eindrucksvoll der Fall des Fotografen Pablo Grillo in Argentinien. An ihn habe ich in den vergangenen Tagen oft gedacht, nachdem ich den Text von Nina Galla gelesen hatte.

Pablo war im März 2025 auf einer Demonstration in Buenos Aires gewesen. Rentner:innen protestierten dort gegen steigende Kosten, zunehmende Armut und den Kurs des rechtsradikalen Kettensägen-Präsidenten Javier Milei. Damit gingen sie ein hohes Risiko ein. Denn Mileis Regierung hat das Demonstrationsrecht massiv eingeschränkt. Wer dennoch auf die Straße geht, muss mit Willkür und brutaler Polizeigewalt rechnen.

Pablo traf an diesem Tag eine Tränengasgranate ins Gesicht. Er wurde lebensgefährlich verletzt, über Wochen bangten Menschen landesweit um sein Leben.

Noch während der Fotograf im Krankenhaus war, begannen Aktivist:innen damit, Beweise für die Tat zu sammeln, die sie von anderen Demonstrierenden oder direkt von Journalist:innen erhielten. Sie rekonstruierten die Geschehnisse, konnten nachweisen, dass die Polizei an dem Tag wiederholt auf Demonstrierende geschossen hatte und brachten den mutmaßlichen Täter, einen Polizisten, vor Gericht.

Erst vor wenigen Wochen kehrte Pablo Grillo nach Hause zurück. Es ist unklar, welche gesundheitlichen Folgen der Schuss langfristig für ihn hat. Das Verfahren gegen den Polizisten läuft noch.

Der Fall zeigt für mich, wozu Menschen fähig sind, wenn sie sich zusammenschließen, gemeinsam aufstehen und sich wehren. Ich hoffe, dass ihre Recherchearbeit dazu führt, dass Pablo Gerechtigkeit widerfährt.

Gegendruck aufbauen, von Anfang an

Derweil wächst auch in Deutschland der Druck auf zivilgesellschaftliche Organisationen. Meine Kollegin Chris hat diese Woche ein Interview mit Josephine Ballon von HateAid geführt . Die Trump-Regierung hat Ballon und ihre Co-Geschäftsführerin Anna-Lena von Hodenberg Ende vergangenen Jahres mit einem Einreiseverbot belegt – weil sie „radikale Aktivistinnen“ und „Agentinnen des industriellen Zensurkomplexes“ seien. Josephine Ballon fürchtet, dass das nur der Anfang ist und HateAid bald auch von Zahlungsverkehr und IT-Dienstleistungen ausgeschlossen sein könnten.

Gerade jetzt sollte die Bundesregierung fest hinter der hiesigen Zivilgesellschaft stehen, finde ich. Stattdessen aber will Bildungsministerin Prien zivilgesellschaftlichen Initiativen nicht nur einer „breit angelegten Verfassungsschutzprüfung“ unterziehen , sondern auch Fördermittel drastisch kürzen . Betroffen wären neben HateAid etwa auch die Amadeu Antonio Stiftung und die Open Knowledge Foundation Deutschland. Ihnen würden dann Mittel fehlen, um gegen digitale Gewalt, Antisemitismus und Rechtsradikalismus vorzugehen.

Mir ist klar, dass die derzeitige Lage in Deutschland bei weitem nicht so dramatisch ist wie in Argentinien. Auf mich wirken sie aber wie der Anfang und das drohende Ende einer Entwicklung, die sich derzeit vielerorts beobachten lässt.

Und gerade deshalb sollten wir schon beim ersten Druck nicht klein beigeben, sondern uns wehren – gegen den Generalverdacht, der sich zunehmend gegen zivilgesellschaftliches Engagement richtet, gegen kulturkriegerische Hetze, die diesen Verdacht gezielt nährt, und gegen Kürzungen, die unsere Demokratie schwächen.

Habt ein sonniges Wochenende Daniel

Pushback-Dokumentar: Norwegisches Gericht lehnt Auslieferung von Tommy Olsen an Griechenland ab Tommy Olsen nutzt soziale Medien, um Geflüchtete sichtbar zu machen und damit deren Pushbacks zu verhindern. In Griechenland soll ihm deshalb der Prozess gemacht werden. Die Auslieferung des Norwegers ist nun abgewendet – vorerst. Von Matthias Monroy – Artikel lesen Katholikentag: Merz sagt „Nein“ zu Social-Media-Verbot Vor laufender Kamera wird der Bundeskanzler auf dem Katholikentag gefragt: „Verbot, Social Media, sind Sie dafür?“ Und Friedrich Merz sagt: „Nein.“ Was heißt das für die Debatte? Von Sebastian Meineck – Artikel lesen Social-Media-Verbot: Weder wissenschaftlich fundiert noch effektiv Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für ein pauschales Social-Media-Verbot für Minderjährige, sagen Forscher*innen auf der Digitalkonferenz re:publica. Selbst viele Befürworter*innen eines Verbots zweifeln an dessen Wirksamkeit. Erste Zahlen aus Australien legen nahe, warum diese Skepsis berechtigt ist. Von Timur Vorkul – Artikel lesen Jugendschutz-Empfehlungen: „Ein Blumenstrauß von Vorschlägen und Ideen“ Kommt das Social-Media-Verbot? Im Auftrag der Bundesregierung arbeiten Fachleute an Empfehlungen für Jugendschutz im Netz. Auf der Berliner Konferenz für Jugendliche Tincon geben die Co-Vorsitzenden des Gremiums neue Einblicke. Von Sebastian Meineck – Artikel lesen „Wettlauf nach unten“: Karen Hao kritisiert europäischen KI-Kurs Auf der re:publica kritisiert die Autorin Karen Hao die Macht und Rücksichtslosigkeit großer KI-Konzerne. Ihre dringende Warnung an die EU: Hört auf, den Ansatz der USA zu kopieren, und macht euch unabhängig von den Imperien des digitalen Zeitalters. Von Ingo Dachwitz – Artikel lesen Gekapptes „Demokratie leben“-Programm: Wie sich Priens Kahlschlag auswirkt Deutschland braucht mehr Medienkompetenz und weniger Hass im Netz, beschwört eine politische Sonntagsrede nach der anderen. Trotzdem will Bildungsministerin Prien ausgerechnet solchen Projekten die Förderung entziehen. Wie passt das zusammen? Von Tomas Rudl – Artikel lesen Familienministerin: Karin Prien will Social-Media-Verbot nicht „Verbot“ nennen Die CDU will ein Social-Media-Verbot für Minderjährige, der Bundeskanzler hat dazu „Nein“ gesagt. Und die Familienministerin? Auf der Digitalkonferenz re:publica legt sich Karin Prien (CDU) nicht fest – und hält sich alle Optionen offen. Von Sebastian Meineck – Artikel lesen HateAid nach US-Einreiseverbot: „Wir sollten nicht fürchten müssen, vor den Bus geschubst zu werden“ Die USA belegten HateAid-Geschäftsführerin Josephine Ballon und ihre Kollegin mit Einreiseverboten – weil sie dabei helfen, EU-Gesetze gegen Plattformen durchzusetzen. Im Interview spricht Ballon über Einschüchterung, Angst vor Finanzsanktionen und die Notwendigkeit, sich von US-Digitalkonzernen unabhängig zu machen. Von Chris Köver – Artikel lesen Nach Schuss in den Kopf: Wie argentinische Aktivist*innen einen Polizisten vor Gericht brachten Vor guten einem Jahr bohrte sich eine Tränengaspatrone in den Schädel des Fotografen Pablo Grillo. Der Polizist, der die Waffe abgefeuert hat, steht heute vor Gericht. Möglich war das nur, weil sich Freiwillige tagelang durch Videos gewühlt haben. Von Gastbeitrag, Nina Galla – Artikel lesen AI Forensics vs. BigTech: „We can have retaliation against us“ The Grok deepfake scandal was uncovered with the help of the data-driven investigation conducted by AI Forensics. In an interview with netzpolitik.org, the NGO’s director Marc Faddoul talks about the risk of being targeted by Elon Musk, and what other issues they encounter in their work with regulators such as the European Commission. Von Anna Ströbele Romero – Artikel lesen AI Forensics gegen BigTech: „Es kann zu Vergeltungsmaßnahmen gegen uns kommen“ Der Deepfake-Skandal um den Chatbot Grok basierte auf Daten, die die Organisation AI Forensics gesammelt hatte. Der Direktor der NGO, Marc Faddoul, spricht über das Risiko, ins Visier von Musk zu geraten und darüber, welche weiteren Probleme ihnen in der Arbeit mit Regulierungsbehörden begegnen. Von Anna Ströbele Romero – Artikel lesen Digitale Souveränität: Wie die Entzauberung eines Mythos gelingt Um den Begriff digitale Souveränität ranken sich zahlreiche Legenden, wie auch die diesjährige re:publica zeigte. Julia Pohle und Marielle-Sophie Düh vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung unterzogen diese vor Ort einer Wirklichkeitsprüfung. Und sie zeigen eine Alternative zum Buzzword auf. Von Esther Menhard – Artikel lesen Öffentlichkeitsfahndungen: Wanted Dead or Alive Eigentlich gibt es hohe Hürden dafür, wenn die Polizei mit einem Foto öffentlich nach Tatverdächtigen fahnden will. Doch zum einen setzen manche Öffentlichkeitsfahndungen auch für kleine Delikte ein, zum anderen stammen die Regeln dafür aus einer Zeit vor großen sozialen Medien. Athena Möller kritisiert im Grundrechte-Report 2026, dass sich trotz guter Vorschläge daran nichts ändert Von Gastbeitrag, Athena Möller – Artikel lesen Die Arbeit von netzpolitik.org finanziert sich zu fast 100% aus den Spenden unserer Leser:innen. Werde Teil dieser einzigartigen Community und unterstütze auch Du unseren gemeinwohlorientierten, werbe- und trackingfreien Journalismus jetzt mit einer Spende .

Developer-Häppchen fürs Wochenende – kleinere News der Woche

In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten: - Die Version 4.1 des Python-Compilers Nuitka bietet viele neue Funktionen und Korrekturen. Sie legen den Fokus auf asynchronen Code, feh…
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In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:

- Die Version 4.1 des Python-Compilers Nuitka bietet viele neue Funktionen und Korrekturen. Sie legen den Fokus auf asynchronen Code, fehlende Generics‑Funktionen und die Unterstützung von Python 3.14. Außerdem hat das Nuitka-Team die Skalierbarkeit der Python‑Kompilierung verbessert.

- Das plattformübergreifende UI‑Framework Compose Multiplatform erhält mit Version 1.11.0 eine experimentelle native Texteingabe für iOS, neue v2‑UI‑Test‑APIs und ein standardmäßig aktiviertes Concurrent-Rendering. Das Scrollen in Compose‑Web‑Apps geht jetzt deutlich flüssiger.

- Mit der neuen

needs_is_sandboxed

-Option können Filter, Funktionen und Tests von Twig 3.25.0 ihr Verhalten anpassen, wenn sie innerhalb einer Sandbox laufen. Ebenfalls neu: Die Template‑Engine für PHP behandelt den kompilierten Output von Templates, die{% embed %}

verwenden, nun über mehrere Durchläufe hinweg deterministisch. Ferner behebt sie eine langjährige Einschränkung, die das Überschreiben vonEscaperRuntime

über einen benutzerdefinierten Runtime‑Loader verhindert hat.

Die betterCode() Testing 2026 zeigt am 8. Juni 2026, wie das Zusammenspiel von Mensch, Tools und Prozessen den Erfolg moderner Software sichert. Im Fokus stehen Testing mit und von KI, Testautomatisierung und Praxisberichte, die zeigen, was wirklich getestet werden sollte.

- IntelliJ IDEA 2026.1.2 behebt bei der Java‑ und Kotlin‑IDE eine Reihe von Problemen: Dazu zählen fehlerhafte Projektöffnungen über Gradle‑.ipr-Dateien, falsche Einrückungen bei Java‑Ternary‑Ausdrücken und verschwundener Code beim Drag & Drop.

- Googles Tensor ML SDK hat Betastatus erreicht und bietet eine einheitliche ML‑Entwicklungsumgebung mit LiteRT. Auf den Geräten der Pixel-10-Familie können Entwicklerinnen und Entwickler ML- und generative KI-Modelle damit einfacher konvertieren, kompilieren und direkt ausführen.

- Zahlreiche kleinere Verbesserungen sind in Apache NetBeans 30 eingeflossen. Das neue Release bringt unter anderem Java-Updates, Unterstützung für den Pipe‑Operator aus PHP 8.5 und aktualisierte Build Tools wie Ant 1.10.17 und Maven 3.9.15.

- Mit Visual Studio Code 1.121 hält eine integrierte Vorschaufunktion für Mermaid und HTML Einzug. Zudem verbraucht Microsofts kostenloser Code‑Editor durch Terminal-Optimierungen jetzt weniger Ressourcen sowie Token und kann Agent‑Sitzungen auf entfernten Maschinen ausführen.

- Beim neuen Release von Barman liegt der Schwerpunkt auf Cloud-Backup-Funktionen. Mit Version 3.18.0 beherrscht das Open-Source-Admin-Tool für PostgreSQL-Server inkrementelle Backups für Cloud-Speicher und integriert Cloud-Backup-Operationen direkt in die zentrale Barman-CLI.

- Der Kubernetes‑Infrastruktur‑Controller Crossplane setzt mit Version 2.3.0 auf eine neue lokale Rendering‑Engine und erlaubt eine präzisere Kontrolle des Ressourcen‑Abgleichs für Composite Resources und Managed. Enthalten sind auch Sicherheitsupdates für Crossplanes Go‑Toolchain und deren Abhängigkeiten.

Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail.

(who)

Fitbit-App bekommt großes Update auf Version 5.0 und heißt jetzt Google Health

heise_ki·2026-05-23AnwendungenGesellschaft
Mit dem Update auf Version 5.0 wird aus der Fitbit-App die Google Health App mitsamt dem schon im vergangenen Jahr angekündigten Redesign sowie allerlei KI-Funktionen auf Gemini-Basis. Die neue App-Version schließt damit die im April 2026 in Deutschland veröffentlichte Public-Pre…
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Mit dem Update auf Version 5.0 wird aus der Fitbit-App die Google Health App mitsamt dem schon im vergangenen Jahr angekündigten Redesign sowie allerlei KI-Funktionen auf Gemini-Basis. Die neue App-Version schließt damit die im April 2026 in Deutschland veröffentlichte Public-Preview und wird für alle Fitbit- und Pixel-Watch-Nutzer verteilt.

Aus Fitbit wird Google Health App

Laut Google sind mit der Google Health App „alle Funktionen zur Erfassung von Schlaf-, Aktivitäts- und Gesundheitsdaten“ verfügbar. Mit dem kostenpflichtigen Abo Google Health Premium (ehemals Fitbit Premium), das knapp 9 Euro im Monat kostet, erhalten Nutzerinnen und Nutzer Zugriff auf den KI-basierten Google Health Coach, der die Funktion „Ask Coach“, proaktive Benachrichtigungen, adaptive Trainingspläne und Zusammenfassungen sowie „multimodale/konversationsbasierte Protokollierung“ umfasst.

Dieser auf Gemini basierende Fitnesscoach ist dem Konzern zufolge dazu in der Lage, alle Fitness-, Gesundheits- und wichtigen medizinischen Daten inklusive des Zyklus zusammenzuführen, um Nutzerinnen und Nutzern einen umfassenden Überblick zu verschaffen. Der KI-Coach erinnert ein wenig an jenen, den Whoop vor einer Weile eingeführt hat. Er erklärt etwa, wie sich ein Training und Schlaf auf den Körper auswirken und rät anhand der Daten, ob man sich besser ausruhen oder eine weitere harte Trainingseinheit absolvieren sollte.

Videos by heise

Die kostenlose Version der App umfasst das Tracking von Aktivitäten wie Schritte, Kalorien, Distanz, Cardio-Belastung und Tagesform. Ebenso bietet sie eine Schlafanalyse mitsamt der Ausgabe des Schlafindex, Schlafenszeiten, Schlafdauer und Schlafphasen. Auch Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Atemfrequenz, Blutsauerstoff (Sp02) und weitere Daten trackt sie. Es fehlen indes eine detailliertere Datenanalyse und der KI-Coach.

Einige bekannte Funktionen fallen weg

Zudem hat Google mit der neuen App einige Funktionen gestrichen: So fallen die bisherigen Schlafprofile und die dazugehörigen Schlaftiere weg, die den Schlaftyp beschreiben sollen. Ferner ist die geschätzte Sauerstoffschwankung (EOV) nicht mehr verfügbar, stattdessen werden nun SpO2-Daten angezeigt. Ebenso fallen die sozialen Elemente wie Freunde und Leaderboards weg, wie auch die Badges. Zudem gibt es keinen „Ausdauer-Fitness-Wert“ mehr, daraus wird nun der gebräuchlichere VO2max-Wert. Neu und weit besser als das bisherige ist das Homescreen-Widget, das je nach Größe mehr als nur die Schritte anzeigt.

Da die neue Google-Health-App Voraussetzung für die Nutzung des bildschirmlosen Fitnessbands Fitbit Air ist, sollte die Verteilung des Updates bis zum 26. Mai, dem Marktstart des neuen Wearables, weitgehend abgeschlossen sein.

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(afl)

Lizenzstreit und Cloud-Zwang: Bambu Lab unter massivem Druck

Bambu Lab baut 3D-Drucker, die den Markt in den vergangenen Jahren ordentlich aufgemischt haben: gute Druckqualität, hohe Geschwindigkeit, attraktive Preise – vom Einsteiger-Modell A1 Mini bis zu großen Maschinen für den professionellen Einsatz. Doch das chinesische Unternehmen s…
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Bambu Lab baut 3D-Drucker, die den Markt in den vergangenen Jahren ordentlich aufgemischt haben: gute Druckqualität, hohe Geschwindigkeit, attraktive Preise – vom Einsteiger-Modell A1 Mini bis zu großen Maschinen für den professionellen Einsatz. Doch das chinesische Unternehmen steht mal wieder im Kreuzfeuer der Community.

Slicer, Lizenzen und ein Netzwerk-Plug-in

Um zu verstehen, worum es geht, muss man einen Blick auf die Software werfen. Ein Slicer ist die Software, die ein 3D-Modell nimmt und dem Drucker sagt, was er damit machen soll – massiv drucken, mit Gitterstruktur, hohl. Bambu Labs eigener Slicer heißt Bambu Studio. Den hat das Unternehmen aber nicht von Grund auf selbst entwickelt: Bambu Studio basiert auf dem PrusaSlicer des tschechischen Herstellers Prusa Research.

Damit kommt die AGPL-3.0-Lizenz ins Spiel. Sie erlaubt es, den Code eines Open-Source-Projekts zu nehmen, zu verändern, auch kommerziell zu nutzen und wiederzuveröffentlichen – unter der einzigen Bedingung, dass das Ergebnis wieder unter derselben Lizenz steht. Ein Tauschgeschäft: Man nimmt ein fertiges Projekt, passt es an seine Hardware und Bedürfnisse an, und als Gegenleistung dürfen andere wiederum auf die Ergänzungen zugreifen. Bambu Studio steht unter dieser Lizenz, soweit also lizenzkonform.

Bambu hat jedoch ein Netzwerk-Plug-in in den Slicer eingebaut, das die erstellten Daten an die Bambu-Cloud sendet, von wo sie an den Drucker weitergeleitet werden. Seit Anfang 2025 ist dieser Weg verpflichtend. Alternative Slicer wie der beliebte OrcaSlicer können nicht mehr direkt mit dem Drucker kommunizieren, sondern müssen über „Bambu Connect“ – im Wesentlichen dasselbe Netzwerk-Plug-in – die Bambu-Cloud durchlaufen.

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Nachträgliche Einschränkung für bestehende Geräte

Wer einen Bambu-Drucker gekauft hat, bevor diese Änderung kam, erlebt einen massiven Einschnitt: Vorher ließen sich Dateien einfach lokal übers Netzwerk an den Drucker schicken, der Drucker konnte gesteuert und überwacht werden. Das geht jetzt nicht mehr. Der Funktionsumfang des bereits bezahlten Geräts hat sich nachträglich verschlechtert.

Das hat den polnischen Entwickler Pawel Jarczak gestört. Er veröffentlichte einen eigenen Fork von Bambu Studio – was er darf, denn Bambu Studio steht unter AGPL-Lizenz. Dieser Fork ermöglicht wieder die direkte Kommunikation mit Bambu-Lab-Druckern.

Bambu Lab warf Jarczak vor, sein Fork melde sich bei den Bambu-Servern als offizieller Bambu-Studio-Client – mit fest einprogrammierter Versionsnummer. Die Server könnten den legitimen von gefälschtem Traffic nicht unterscheiden, was die Cloud-Infrastruktur destabilisieren könne. Bambu drohte mit Sektion 1201 des amerikanischen Digital Millennium Copyright Acts – einem Gesetz, das das Umgehen technischer Schutzmaßnahmen unter Strafe stellt. Jarczak nahm seinen Fork daraufhin offline.

Damit war die Sache aber nicht erledigt. Jarczak wandte sich an Louis Rossmann, einen amerikanischen YouTuber und Right-to-Repair-Aktivisten, sowie an GamersNexus. Beide veröffentlichten den Fork und boten Jarczak jeweils 10.000 Dollar für seine rechtliche Verteidigung an. GamersNexus kündigte außerdem an, alle eigenen Bambu-Lab-Drucker hinauszuwerfen und durch Prusa-Drucker zu ersetzen.

Auch der US-Urheberrechtsanwalt Leonard French meldete sich zu Wort: Was Bambu da mache, sei ein klassisches Vorgehen für „progressives Einschließen“. Ein Hersteller bringe Hardware günstig mit vielen Funktionen auf den Markt, schränke diese dann Schritt für Schritt per Software-Update ein und sperre die Nutzer langsam aber sicher in ein Ökosystem ein, aus dem sie nicht mehr ohne Weiteres herauskommen.

Der AGPL-Vorwurf: Steckt mehr dahinter?

Jarczak legte zusätzlich eine detaillierte technische Analyse vor: Das geschlossene bambu_networking-Plug-in sei kein unabhängiges Add-on, sondern ein tief integrierter Bestandteil von Bambu Studio. Bambu Studio lade, installiere und aktualisiere das Plug-in selbst, löse 108 Funktionen aus der geschlossenen Bibliothek auf und nutze es für zentrale Funktionen wie Login, Monitoring, LAN- und Cloud-Druck, MakerWorld, Kamera und Telemetrie.

Sein Fazit: Das Verteilen von Bambu Studio als AGPL-Programm, ohne den Quellcode des geschlossenen Plug-ins bereitzustellen, sei ein AGPL-Verstoß. Da Bambu Studio auf PrusaSlicer und Slic3r basiert – beides AGPL-Code von vielen Autoren –, könne Bambu Lab diese Ausnahme nicht einseitig einführen.

Josef Prusas Einschätzung auf X

Josef Prusa ist Gründer von Prusa Research, einem der bekanntesten 3D-Drucker-Hersteller weltweit – und Urheber des PrusaSlicers, auf dem Bambu Studio aufbaut. Er hatte Bambus AGPL-Verstoß bereits 2023 kritisiert, sah aber keine rechtliche Handhabe – ein Verfahren müsste vor einem chinesischen Gericht geführt werden.

In einem langen Post auf X bettet er den Streit nun in einen größeren Kontext: Zwischen 2017 und 2023 habe China fünf Gesetze verabschiedet, die Unternehmen zur Geheimdienstkooperation verpflichten, dem Staat Zugang zu Verschlüsselungsschlüsseln sichern, chinesische Datenzugriffe unabhängig vom Serverstandort ermöglichen und entdeckte Schwachstellen direkt an Behörden leiten. Prusa kommt zu dem Fazit, dass fast die komplette 3D-Druckwelt damit in chinesischen Staatshänden liege. Das gelte ebenso für Hersteller chinesischer Autos, Kameras und KI-Modelle.

Offene Fragen

Ob Bambu Lab tatsächlich gegen Rossmann und Gamers Nexus vorgeht, ist bisher offen. Öffentlich hat der Streit eine Diskussion ausgelöst, die zumindest Teile der Community aufhorchen lässt. Und grundsätzlich berührt der Fall die Frage: Wem gehört eigentlich ein Gerät, das ich gekauft habe – und darf mir der Hersteller nachträglich Funktionen entziehen?

Für Bambu Lab ist es nicht das erste Mal, dass das Unternehmen sich unbeliebt macht: Bereits die Einführung von „Authorization Control“ Anfang 2025 hatte für massive Kritik gesorgt. Der aktuelle Fork-Konflikt eskaliert diesen Streit nun auf eine neue, rechtliche Ebene. Der Fork selbst ist weiterhin bei Rossmann und GamersNexus verfügbar.

(vza)

Nvidia will mit Vera-Prozessoren nach der CPU-Krone greifen

Die ersten großen KI-Firmen haben Nvidias neuen CPU-Server mit Vera-Prozessoren erhalten. Vera ist der Nachfolger von Nvidias erstem Server-Prozessorwurf Grace. Beide verwenden zwar ARM-Architekturen, allerdings hat Nvidia erst für Vera eigene Custom-Kerne mit dem Codenamen Olymp…
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Die ersten großen KI-Firmen haben Nvidias neuen CPU-Server mit Vera-Prozessoren erhalten. Vera ist der Nachfolger von Nvidias erstem Server-Prozessorwurf Grace. Beide verwenden zwar ARM-Architekturen, allerdings hat Nvidia erst für Vera eigene Custom-Kerne mit dem Codenamen Olympus entworfen. 88 Stück arbeiten in einer CPU.

Ian Buck überreichte die ersten Systeme kürzlich an Vertreter von Anthropic, OpenAI, SpaceXAI (früher xAI) und schließlich Oracle. Buck leitet bei Nvidia die Sparte Hyperscale and High-Performance Computing. Anders als bei früheren Erstauslieferungen war Firmenchef Jensen Huang nicht mehr dabei.

Die Prozessoren enthalten keine KI-Beschleuniger per se. Nvidia preist sie trotzdem für KI-Rechenzentren an, weil Prozessoren dort momentan durch KI-Agenten an Bedeutung gewinnen. Sie setzen flotte CPUs voraus.

Nvidia will CPU-Riese werden

In der Analystenkonferenz zu den jüngsten Geschäftszahlen gab Nvidias Finanzchefin Colette Kress eine erste Prognose ab: Die Firma beziffert den adressierbaren Markt auf 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Im ersten Jahr soll Vera für 20 Milliarden US-Dollar Umsatz sorgen. Ab dem dritten Quartal sollen auch Vera-Rubin-Systeme verfügbar sein, in denen zusätzliche KI-Beschleuniger stecken.

„Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Gesamtumsatz im CPU-Bereich von fast 20 Milliarden US-Dollar, was uns auf den Weg zum weltweit führenden CPU-Anbieter bringt“, sagte Kress.

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Sollten sich die 20 Milliarden US-Dollar bewahrheiten, wäre das schon im ersten Jahr ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit AMD und Intel, wenn man nur Serverprozessoren wertet. AMD setzte 2025 gut 16,6 Milliarden US-Dollar mit Server-Hardware um, allerdings inklusive KI-Beschleunigern. Der Umsatz sowohl mit CPUs als auch mit Beschleunigern soll dieses Jahr noch mal erheblich steigen.

Intel setzte 2025 rund 16,9 Milliarden US-Dollar mit Server-Hardware um, hauptsächlich mit Xeon-Prozessoren. Den Markt für KI-Beschleuniger hat Intel weitgehend verschlafen. Inklusive Client-CPUs ziehen sowohl AMD als auch Intel jetzt schon davon. Intels Umsatz lag so bei 49,1 Milliarden US-Dollar (32,2 Milliarden US-Dollar durch Client). Nvidia will zwar mit N1X und N1 auch in Notebooks gelangen, allerdings verzögern sich die Mobilprozessoren schon seit 2025.

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(mma)

Googles XR-Brillen auf der I/O: Project Aura & Prototyp ausprobiert

Weniger ist manchmal mehr: Diese Erfahrung hat Meta mit seinen Smart Glasses gemacht. Während das Großprojekt Metaverse viel Geld verschlang und wenig Anklang fand, verkaufte das US-Unternehmen alleine im Jahr 2025 über sieben Millionen Exemplare seiner KI-Brillen (Ray-Ban Meta u…
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Weniger ist manchmal mehr: Diese Erfahrung hat Meta mit seinen Smart Glasses gemacht. Während das Großprojekt Metaverse viel Geld verschlang und wenig Anklang fand, verkaufte das US-Unternehmen alleine im Jahr 2025 über sieben Millionen Exemplare seiner KI-Brillen (Ray-Ban Meta und Oakley Meta). Wearables, die Nutzer nicht komplett von der Realität abschotten, treffen offenbar auf mehr Gegenliebe als rein virtuelle Welten. Apple soll für die Zukunft ebenfalls eine Brille im Köcher haben, nachdem auch das räumliche Computing mit der Vision Pro eine Nischenlösung geblieben ist. Und Google? Das Unternehmen stellte jüngst auf der Entwicklerkonferenz I/O neue Brillen in Zusammenarbeit mit Warby Parker, Gentle Monster und Samsung vor. Doch dabei soll es nicht bleiben.

Wie sehr Google das Thema umtreibt, ist alleine daran zu sehen, wie stark das Unternehmen in letzter Zeit Android XR in den Fokus rückt. Schon auf dem Mobile World Congress in Barcelona konnte ein Prototyp in Augenschein genommen werden. Jetzt, auf der Entwicklerkonferenz I/O im kalifornischen Mountain View, gab es ebenfalls Demos: in der sogenannten AI Sandbox, einer großen Halle auf dem Veranstaltungsgelände. heise online konnte an zwei Demos vor Ort teilnehmen.

Google zeigte gleich zwei Geräte in Aktion: Neben dem namenlosen eigenen Prototyp mit KI-Sprachsteuerung, Kameras und eingebautem kleinem Display wurde auch Project Aura demonstriert, die XR-Brille von Xreal und Google.

Project Aura: Der Brückenschlag

Project Aura ist eine Art Brückenschlag zwischen den Mixed-Reality-Visionen der letzten Jahre und den Smart Glasses. Schon das Aussehen verbindet das klassische Design einer herkömmlichen Brille mit Headset-Technik. Project Aura verfügt über ein Display in jeder Linse, eingebaute Lautsprecher und mehrere Kameras, liefert also ein vollständiges XR-Erlebnis in einem Brillengehäuse.

Beim Aufsetzen fühlt sich das Gerät deutlich angenehmer an als klassische VR-Headsets, da die Abschirmung entfällt und die Brille leichter wirkt. Von innen sieht man allerdings die aufgesetzten Display-Komponenten – ein ungewohnter Anblick. Und Aura hat auch etwas von der Vision Pro kopiert: ein per Kabel angebundener Block, der hier aber nicht nur die Batterie in sich trägt, sondern auch die Recheneinheit.

Das Sichtfeld beträgt 70 Grad – deutlich mehr als die 57 Grad beim bisherigen Topmodell Xreal One Pro. Das ist breit genug, um drei App-Fenster nebeneinander anzuzeigen; bis zu fünf können gleichzeitig geöffnet sein. Die Displayhelligkeit ist gut, Texte und Grafiken wirken scharf. Über einen Knopf am rechten Bügel lässt sich die Abdunkelung der Gläser steuern – was praktisch ist, wenn man nicht gestört werden möchte.

Niedrigere Hemmschwelle

Die Handsteuerung funktionierte im kurzen Test recht gut: Pinch-Gesten zum Auswählen und Verschieben von App-Fenstern sind intuitiv und erinnern an die Steuerung der Vision Pro oder der Meta Quest 3. Besonders Spaß gemacht hat eine Gaming-Demo: Im Rollenspiel Demeo ließ sich das Spielfeld mit beiden geballten Fäusten greifen, drehen und skalieren – einzelne Spielfiguren konnte man per Pinch aufnehmen und umsetzen. Das wirkt deutlich immersiver als klassische Controller-Steuerung.

Was aber vor allem den Unterschied macht: Je leichter so ein Gerät ist, desto niedriger dürfte auch die Hemmschwelle sein, es öfter mal aufzusetzen. Project Aura soll noch 2026 weltweit in den Handel kommen. Für Entwickler startet bereits jetzt das „Android XR Developer Catalyst Program“ mit frühem Hardware-Zugang. Den Preis und konkreten Termin kommuniziert der Hersteller bislang nicht. Zum Vergleich: Xreals aktuelles Topmodell One Pro kostet nach einer jüngsten Preissenkung 599 Euro.

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Googles Prototyp-Brille

Das Google-Gerät kommt noch leichter daher, hat aber bei eingeschaltetem Display nur ein kleines Fensterchen im Sichtfeld im Angebot. Das reicht für viele Einsatzzwecke aber vollkommen aus: Richtungspfeile in der Navigation, Kartenausschnitte, Widgets, Live-Übersetzungen und Kurznachrichten passen hier spielend hinein und gleichzeitig bleibt die Realität weitgehend sichtbar. Die Demo zeigte im Vergleich zu früheren Präsentationen, welche Fortschritte Google macht.

Die Brille ist leicht, lässt sich mit Korrekturgläsern ausstatten und bietet gute Sicht. Der Kunststoffrahmen wirkt noch nicht hochwertig, fällt aber als Technologiebrille durchaus auf. Dass es eine smarte Brille ist, sieht man ihr an.

Die Bedienung ist simpel: Ein langer Druck auf die Seite aktiviert Gemini, ein Knopf an der Unterseite schaltet das Display ein. Die Bedienung mit deutscher Sprache funktioniert problemlos. Lediglich bei den akustischen Ausgaben stellten wir im Test in der AI Sandbox fest, dass der Ton in belebten Umgebungen teilweise schlecht zu verstehen ist. Hier kann es helfen, die Hände über die Bügel zu halten.

Und was kann man damit machen? Im Test erfassten wir mit der Kamera Gegenstände und fügten diese direkt zur Einkaufsliste hinzu. WM-Partien der deutschen Mannschaft konnten auf Zuruf herausgesucht und mit einem Sprachbefehl in den Google-Kalender eingetragen werden. Besonders überzeugend war die Live-Übersetzung: Ein spontanes Gespräch auf Portugiesisch – Thema: das legendäre 7:1 der Fußball-WM – übertrug die Brille in Echtzeit fehlerlos ins Deutsche.

Die Navigation ist durchdacht: Wer nach unten blickt, sieht eine Kartenansicht, an die sich per Swipe heranzoomen lässt – wer den Blick hebt, sieht stattdessen einen Richtungspfeil. In einer anderen Demo wurde auf Zuruf ein Brettspiel erkannt und eine Anleitung geliefert, wie die Partie zu gewinnen ist. Beim Blick auf ein Konzert-Poster spielte die Brille auf Nachfrage die Musik des Künstlers. Google setzt dabei auf eine Split-Compute-Architektur: Rechenintensive KI-Aufgaben werden ans Smartphone oder in die Cloud ausgelagert, damit die Brille selbst möglichst leicht bleibt.

Viele Fragen bleiben offen

So sehr die Erprobungen ein Gefühl dafür vermitteln können, ob man selbst einen Nutzwert in den smarten Brillen sieht, so wenig beantworten sie entscheidende Fragen, die sie umgeben: Wie lange hält der Akku durch? Und findet eine Brille mit sichtbaren Kameras gesellschaftliche Akzeptanz oder löst sie Unbehagen bei Menschen aus, die sich in ihrem Sichtfeld befinden? Mit seinem KI-Modell Gemini hat Google eine wichtige Grundvoraussetzung erfüllt. Dennoch stellt sich auch hier die Frage: Wollen Nutzer zum Beispiel in der Öffentlichkeit wirklich häufiger mit der KI reden? Oder würden sie das eher zu Hause tun? Aber brauchen sie dort dafür eine Brille? Oder tut es dann nicht auch das Smartphone?

(mki)

SADAS: Neue Software warnt Fahrer vor Gefahrenzonen im Straßenraum

Was haben dicke, gelbe Bücher mit autonomem Fahren zu tun? Mehr als man denkt, wenn es nach dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und der pdm solutions GmbH geht. In einem sechsmonatigen Forschungsprojekt haben die beiden Partner nach eigenen Angaben ei…
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Was haben dicke, gelbe Bücher mit autonomem Fahren zu tun? Mehr als man denkt, wenn es nach dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und der pdm solutions GmbH geht. In einem sechsmonatigen Forschungsprojekt haben die beiden Partner nach eigenen Angaben einen Proof of Concept abgeschlossen, der kuratierte Standortdaten aus dem Verzeichnis „Das Telefonbuch“ für moderne Fahrerassistenzsysteme (ADAS) nutzbar machen soll. Der Prototyp wurde auf dem Branchentreff des Verbands Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien (VDAV) in Berlin präsentiert.

Im Zentrum steht die am Fraunhofer FOKUS entwickelte Software SADAS (Support for Advanced Driver Assistance Systems). Sie soll die Verzeichnisdaten in den sogenannten „Digitalen Stadtzwilling“ integrieren – ein virtuelles Abbild des Straßenraums. Konkret identifiziere das System laut Fraunhofer Orte mit besonders schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmenden, etwa Kindergärten, Spielplätze oder Schulen, und gleiche diese Informationen in Echtzeit mit Fahrtroute und Fahrzeugposition ab.

Erkenne das System eine potenzielle Gefahrenzone, soll der Fahrer optische oder akustische Signale über das Dashboard erhalten – und zwar, bevor die Situation im Sichtfeld auftaucht. Künftig sollen diese Warnungen nach Darstellung der Partner auch direkt an Bremsassistenten oder automatisierte Fahrfunktionen weitergereicht werden können. Wie KI-gestützte Assistenzsysteme im Fahrzeug funktionieren und welche Infrastruktur dahintersteckt, zeigt etwa das Forschungsprojekt Central Car Server der TU München, bei dem ein Zentralrechner alle elektronischen Komponenten steuert und neue Funktionen selbst programmiert.

Alternative zu Datensilos großer Plattformen

Standortdaten von Schulen oder Kitas finden sich grundsätzlich auch in den Kartendiensten globaler Tech-Konzerne. Das Fraunhofer-Projekt zielt jedoch ausdrücklich auf eine souveräne Dateninfrastruktur. „Ein zentrales Ziel ist es, bestehende Datensilos aufzubrechen. Das unterstützt auch digital souveräne Systeme“, erklärt Dr.-Ing. Ilja Radusch, Leiter des Geschäftsbereichs Smart Mobility bei Fraunhofer FOKUS und Leiter des Daimler Center for Automotive IT Innovations (DCAITI) an der TU Berlin. Das Ziel digitaler Souveränität steht dabei im Mittelpunkt des Projekts.

Über offene, standardbasierte Schnittstellen sollen Städte und Mobilitätsdienstleister auf den Digitalen Stadtzwilling zugreifen können, ohne sich an die geschlossenen Ökosysteme einzelner Plattformanbieter zu binden. Das soll es zudem ermöglichen, dass nicht jeder Datenanbieter von vornherein sämtliche Qualitätsanforderungen aller – oft noch unbekannten – Datennutzenden erfüllen muss.

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Vom Telefonbucheintrag zur Geokoordinate

Eine Herausforderung dürfte die Datenqualität sein. Während für Verzeichnisdienste eine korrekte Postadresse genügt, benötigen Fahrzeuge hochpräzise Geokoordinaten. Radusch nennt ein anschauliches Beispiel: Schulen oder Spielplätze erstreckten sich häufig über ganze Straßenblöcke und grenzten an mehrere Straßen. Würde ein Assistenzsystem pauschal an allen angrenzenden Straßen warnen, käme es schnell zum Gewöhnungseffekt – mit negativen Folgen für die Verkehrssicherheit.

Um die Daten für den Einsatz im Fahrzeug zu veredeln, will Fraunhofer FOKUS mehrere Quellen kombinieren: Informationen aus Verkehrsmanagementzentralen, stationäre Sensoren in Ampelanlagen sowie Sensordaten aus Fahrzeugflotten. Hinzu kommen soll Crowdsourcing über die KI-basierte App Eidos Road Glancr (PDF): Ein handelsübliches Smartphone an der Windschutzscheibe – beispielsweise in Bussen oder Taxis – soll datenschutzkonform Veränderungen im Straßenraum wie Baustellen, neue Verkehrszeichen, Straßenschäden oder verfügbare Parkflächen erfassen. Für seltene oder sicherheitskritische Ereignisse will das Team die Realdaten zusätzlich durch Simulationen in der Open-Source-Umgebung Eclipse MOSAIC

ergänzen.

Nach dem nach eigenen Angaben erfolgreichen Proof of Concept wollen pdm solutions und Fraunhofer FOKUS die Zusammenarbeit fortsetzen. Perspektivisch sollen die datenbasierten Digitalen Stadtzwillinge nicht nur Assistenzsysteme ergänzen, sondern auch für automatisiertes und autonomes Fahren nutzbar werden. Andere Hersteller setzen bei der Integration von Fahrerassistenz auf KI-Plattformen wie etwa Google Gemini in Volvo-Fahrzeugen, wo die KI über Fahrzeugkameras Verkehrszeichen und die Umgebung in Echtzeit analysiert. Denkbar seien laut Radusch zudem klassische Telematik-Services wie barrierearme Routen zur nächsten Apotheke oder thematische Stadttouren.

Transparenzhinweis: Heise & Dumrath Medien ist am Herausgeber von „Das Telefonbuch“ beteiligt.

(vza)

Drei Fragen und Antworten: Wann sich KI-Coding wirklich rechnet

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Beim Vibe Coding delegieren Entwickler die technische Umsetzung – Syntax, Boilerplate, Logikstrukturen – fast vollständig an ein Large Language Model. Menschen agieren nicht mehr als Autoren einzelner Codezeilen, sondern geben nur noch das gewünschte Verhalten und die Architektur…
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Beim Vibe Coding delegieren Entwickler die technische Umsetzung – Syntax, Boilerplate, Logikstrukturen – fast vollständig an ein Large Language Model. Menschen agieren nicht mehr als Autoren einzelner Codezeilen, sondern geben nur noch das gewünschte Verhalten und die Architektur der Anwendung vor. Doch wie sieht es in der Praxis mit den Kosten für ein solches Projekt aus? Stefan Müller, Titelautor der neuen iX 6/2026, erklärt, worauf man achten muss.

Wie kann man grob gesagt Tokenbudget und Kosten für ein Projekt mit Vibe Coding überschlagen?

Ein Token-Budget-Modell, kurz TBM, stützt sich auf viele verschiedene Faktoren. Daher ist ein pauschaler Überschlag naturgemäß etwas schwierig, zumal Softwareprojekte sehr unterschiedlich ausfallen können. Mit einem Topmodell wie Opus 4.6 oder 4.7 liegen wir bei professionellen Projekten eigentlich immer in einem Größenrahmen von 3.000 bis 15.000 Euro – oft auch deutlich darunter, je ausgebuffter die Softwareentwickler sind, die das Modell mit konkreten Vorgaben steuern. Ein Projekt, das über diese Schwelle hinausgegangen wäre, habe ich bisher nicht erlebt. Das TBM habe ich auch als Internetrechner veröffentlicht.

Was sind die größten Kostentreiber beim Vibe Coding?

Das ist einerseits die menschliche Vorarbeit bei der Spezifikation des Projektes. Je durchdachter ein Pflichtenheft ist, desto besser können sich KI-Agenten daran entlanghangeln. Wenn Anforderungen und ihre Umsetzung vage bleiben, kann es schnell teuer werden.

Andererseits entscheidet die Modellqualität: Wenn wir auf den Open-Source-Bereich festgelegt sind, explodieren die Token-Budgets schnell. Das hat nicht zwangsläufig hohe Kosten zur Folge, weil der Tokenpreis pro Million mit der geringeren Modellqualität ja ebenfalls sinkt (wobei Modelle wie DeepSeek V4 selbst diese Logik gerade durchbrechen). Dafür gehen die Personalkosten hoch – wegen des permanenten Nachbesserns und „Reparierens“ des entstandenen Codes. Das ist auch ein versteckter Kostentreiber: Wenn die Softwareentwickler dabei frustriert werden, finden weitere Einsätze dieses Ansatzes zukünftig weniger Akzeptanz.

Im Fall von Open-Source-Modellen würde ich den KI-Einsatz stark limitieren und nur punktuell im Entwicklungsprozess unterstützen lassen – zum Beispiel für einfache Tests oder das Schreiben von Boilerplate anhand konkreter Beispiele und Referenzen.

Wann ist der maschinell generierte Code wirtschaftlich besonders sinnvoll?

Ich finde maschinell generierten Code besonders sinnvoll, wenn schnell Ergebnisse benötigt werden – wenn die Frage nach dem „Wie“ gar nicht so relevant ist, sondern das Resultat im Vordergrund steht. Vibe Coding wird Unternehmen darüber hinaus auch in Zukunft in die Lage versetzen, eigene Softwarekomponenten zu erstellen, ohne auf große Lösungen mit unzähligen Funktionen zurückgreifen zu müssen. Der Vendor-Lock-in bricht langsam, aber sicher auf. Parallel dazu können Software-Manufakturen mit Vibe Coding Kundenbedürfnisse abseits ihres Tagesgeschäfts erfüllen und so neue Zielgruppen erschließen.

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Stefan, vielen Dank für die Antworten! Einen Überblick, wie man Tokenbudget und Kosten für Vibe Coding schätzt, gibt es in der neuen iX. Außerdem zeigen wir, was die KI-gestützte Entwicklung in IT-Beratungen und Softwarehäusern kostet – und befassen uns damit, was KI-Gateways als Tools für Kostenkontrolle leisten können. All das und viele weitere Themen finden Leser im Juni-Heft, das ab sofort im heise Shop oder am Kiosk erhältlich ist.

In der Serie „Drei Fragen und Antworten“ will die iX die heutigen Herausforderungen der IT auf den Punkt bringen – egal ob es sich um den Blick des Anwenders vorm PC, die Sicht des Managers oder den Alltag eines Administrators handelt. Haben Sie Anregungen aus Ihrer tagtäglichen Praxis oder der Ihrer Nutzer? Wessen Tipps zu welchem Thema würden Sie gerne kurz und knackig lesen? Dann schreiben Sie uns gerne oder hinterlassen Sie einen Kommentar im Forum.

(axk)